Archive for September, 2009

Sep 27

Der Oxford-Schuh – Der elegante Begleiter des Gentleman

Oxford Schuh

Der Legende nach waren es die Studenten des Oxford College, die den Oxford-Schuh in der Mitte des 19. Jahrhunderts populär machten. Galten bis dahin hohe oder halbhohe Stiefel in der Herrenwelt als chic, erachteten die Akademiker den Oxford, einen geschnürten Halbschuh, als besseres Ausdrucksmittel für ihren Stil. Um das Jahr 1860 etabliert sich der Oxford vor allem als klassischer Sommerschuh. Die Sohle war damals noch sehr dünn und schützte kaum vor widrigen Witterungsbedingungen. In den frühen 1920er Jahren kamen schließlich dick besohlte Oxford-Schuhe in Mode. Sie trotzten schlechtem Wetter und waren fortan nicht mehr aus der Herrenschuhmode wegzudenken.

Heute gilt der Oxford als das eleganteste Herrenschuhmodell, und der deswegen in keiner Kollektion eines Gentlemen fehlen darf. Typisch für ihn ist die geschlossene Schnürung. Dabei sind die für die Schnürung verantwortlichen Seitenteile unter das Vorderblatt – so lautet die Bezeichnung für den vorderen Teil des Schuhs – genäht. In der Regel wird er durch fünf Schnürösenpaare verschlossen. Im Idealfall wirkt der Oxford dann wie aus einem Guss. Von der Lasche ist lediglich der obere Rand zu sehen. Dies wirkt deutlich eleganter als ein Herrenschuh mit offener Schnürung (Derby, Blucher).

Verschiedene Modelle – eine Gemeinsamkeit: Oxford ist pure Eleganz

Auf zusätzliche Broguings wird beim Oxford weitestgehend verzichtet, da er bereits durch seine klaren Linien, die schmale Form und der glatten Oberfläche pure Eleganz ausstrahlt. Ein solcher Oxford-Schuh ohne Lochverzierungen wird Plain Oxford genannt. Existiert zusätzlich eine quer oberhalb der Zehen verlaufende Vorderkappennaht, spricht man vom Captoe Oxford. Nicht unerwähnt sollten an dieser Stelle die Modelle Wholecut und Seamless Oxford bleiben, treiben sie die puristische Eleganz des Oxfords doch auf die Spitze. Als Wholecut wird ein Oxford bezeichnet, der neben der Schaftkantennaht lediglich eine sichtbare Fersennaht besitzt. Der Seamless Oxford hingegen verzichtet auch noch auf diese Naht. Dementsprechend höher fällt auch der Lederverbrauch für diese Modelle aus, von dem erforderlich handwerklichen Geschick ganz zu schweigen. Wholecut und Seamless Oxford werden in der Regel maßgefertigt.

Schon Fred Astaire wusste: Der Oxford ist der perfekte Begleiter des Smokings

Durch seine schmale Passform und die geschlossene Schnürung ist der Oxford für den Einsatz im Freizeitbereich deutlich zu vornehm. Zu Nadelstreifenanzügen passt er indes hervorragend und garantiert seinem Träger eine elegante Erscheinung. Egal, ob feierlicher Anlass oder Businessauftritt, mit dem Oxford liegt sein Besitzer immer im stilbewussten Bereich. Das wusste auch schon der legendäre Fred Astaire. Für den großen Schauspieler und ausgewiesenen Gentlemen zählten Oxford-Schuhe zu den absoluten Favoriten am Fuß.

Häufig wird der Oxford in Schwarz getragen, besteht aus Boxcalf-Leder und ist so der perfekte Begleiter zu einem Smoking. Ebenso gut passt er auch in Dunkelbraun zu einem anthrazit-, marinefarbenen oder dunkelbraunen Anzug.

Ein Tipp noch zum Schluss: An schmalen Füßen mit niedrigem Spann sieht der Oxford besonders gut aus.

shoepassionDieser Gastbeitrag wurde von den Herrenschuh-Experten von Shoepassion verfasst. Die Herrenschuh-Liebhaber geben uns regelmäßig Einblicke in die faszinierende Welt des Herrenschuhs.

Sep 23

Ein Gentleman trägt unsichtbare Unterhemden

unterhemd

Als Gentleman muss Mann so einiges mitbringen. Das Männermagazin GQ bringt es in ihrer neuen Ausgabe auf den Punkt: Der wahre Gentleman ist aufgeschlossen, modern, gebildet und stilvoll. Neben guter Allgemeinbildung und zuvorkommendem Benehmen – nicht nur gegenüber der Damenwelt – zeigt sich der Gentleman jederzeit der Etikette entsprechend gekleidet. Er trägt seine Kleidung stets mit einer gewissen Selbstverständlichkeit und macht somit immer eine gute Figur. Ganz egal ob im Businessdress unter Geschäftsleuten, im Freizeitanzug unter Freunden oder in Abendgarderobe an der Seite einer Frau.

Am Anfang war das Feinripphemd

Das äußere Erscheinungsbild zeichnet den Gentleman aus, doch was trägt der Gentleman eigentlich unten drunter? In den guten alten Zeiten trug Mann ein Feinrippunterhemd, das im Zeitverlauf durch Waschen und Bügeln jedoch schnell an Form verlor. Heutzutage tragen junge Männer häufig lieber gar nichts unter den Hemden oder lediglich ein normales T-Shirt.

Das Unterhemd wird unterschätzt

Kein Wunder, scheint das Unterhemd doch soetwas wie das Stiefkind der Bekleidungsindustrie zu sein. Oft lassen sogar Fachgeschäfte für Herrenunterwäsche Mann im sprichwörtlichen Regen stehen. Unterhemden gibt es zwar mehr als genug, aber viel zu oft erinnern sie an Opas Feinripp-Hemdchen. Oder es handelt sich um T-Shirts, die auftragen, durch das Hemd sichtbar bleiben und bei Bewegungen aus der Hose rutschen. Feinripp und T-Shirts stellen für den stilbewussten Mann somit keine Alternativen dar.

Das Unterhemd muss stets unsichtbar bleiben

Ein Gentleman braucht stattdessen ein Unterhemd, das nicht aufträgt, auch noch bei geöffnetem Oberhemd-Kragen unsichtbar bleibt und somit allen Anforderungen an Stil und Bequemlichkeit Stand hält. Das ideale Unterhemd ist mit einem V-Ausschnitt ausgestattet. Bei Shirts ohne Arm ist der Armausschnitt zudem durch die Oberhemdennaht verdeckt, so dass es weiterhin unsichtbar bleibt. Darüber hinaus ist es extra lang, damit es auch bei Bewegungen an seinem bestimmten Platz in der Hose bleibt. Zu guter Letzt hat bei hochwertigen Unterhemden das leidige „Kratzetikett“ nichts im Nacken zu suchen.

Von Baumwolle bis Mikrofaser

Was die Materialien betrifft, reicht die Auswahl von reiner Baumwolle bis hin zu moderner Mikrofasern. Somit stehen für jeden Männer-Geschmack der passende Stoffe parat.


gastbeitrag-albertkreuzDieser Gastbeitrag stammt aus der Feder der Herrenunterwäsche-Marke Albert Kreuz. In ihren Gstartikeln für den Gentleman-Blog erfahren wir, was Mann drunter trägt.

Sep 20

Stilpapst Bernhard Roetzel im Interview (1): “Gute Schuhe sehr wichtig für den Gentleman-Look”

Stilpapst Bernhard Roetzel

Bernhard Roetzel ist Autor diverser Bücher über elegante Herrenmode und gibt Seminare über Kleidung und die richtigen Umgangsformen. Im ersten Teil des Interviews mit dem Gentleman-Blog verrät er, wie er zu seinem Beinamen „Stilpapst“ kam, woraus die Grundausstattung eines Gentleman besteht, und was sein modisches Lieblingsaccessoires ist.

Herr Roetzel, Sie gelten und bezeichnen sich selbst als „Stilpapst“. Wer hat Ihnen diesen Beinamen verpasst und wie kam es dazu?

BR: Der Titel kam im Freundeskreis auf, natürlich als Spaß. Ich habe die Bezeichnung dann häufiger selbstironisch verwendet und jetzt ist sie fast offiziell. Wobei ich natürlich nicht die Gefühle von Katholiken verletzten möchte.

Amüsiert sich ein Stilpapst gelegentlich über die Kleidung anderer Männer, oder verdreht es Ihnen vielmehr den Magen, wenn Sie Männer in kurzen Hosen, ausgetretenen Sandalen und weißen Tennis-Socken sehen?

BR: Ich beobachte das alles, es betrifft mich persönlich aber genauso wenig, wie ein Arzt von einer Krankengeschichte betroffen ist, über die er im Fernsehen hört. Ich habe überdies wenig missionarischen Eifer in Modedingen.

Dennoch haben Sie über Mode Ihr weltbekanntes Buch „Gentleman. Handbuch der klassischen Herrenmode“ geschrieben. Es wurde mittlerweile in 18 Sprachen übersetzt. Haben Sie insgeheim mit diesem Erfolg gerechnet, und wie erklären Sie sich den großen Erfolg?

BR: Den Erfolg habe ich beim Erscheinen des Buchs 1999 weder erwartet noch erhofft. Als der Erfolg sich dann abzeichnete, habe ich mich natürlich sehr gefreut. Auch heute noch ist es ein tolles Gefühl, wenn ich E-Mails von Lesern aus allen Weltteilen bekomme. Den Erfolg zu erklären, ist schwer, vor allem für den Autor des Buchs. Vielleicht liegt es an der Mischung aus Detailreichtum, humorvoll-ironischem Schreibstil und spürbarer Begeisterung des Verfassers.

Stand Ihr Buchtitel „Gentleman. Handbuch der klassischen Herrenmode“ von Anfang an fest?

Ganz und gar nicht. Er entstand im Verlag, zunächst mehr ironisch – wie mein Titel „Stilpapst“ -, dann wurde es ernst. Ich war zuerst sehr skeptisch. Aber da lag ich mit meiner Einschätzung daneben.

Sie sind nicht nur Autor, sondern Sie halten auch spezielle Seminare zu Kleidung und Dresscode. Was kann man(n) da lernen?

BR: Es gibt ja das Goethe-Wort „Man sieht nur, was man weiß“. Bei den Seminaren lernt man, was man sehen soll. Und ich erzähle natürlich spontan sehr viele Details und Anekdoten, die das Ganze dann sehr würzen.

Welche Seminare werden am besten besucht?

Das Seminar über die Grundlagen des klassischen Stils ist in verschiedenen Abwandlungen sehr beliebt. Ich habe es schon vor hunderten von Menschen gehalten, in Firmen und bei offenen Seminaren.

Wie setzt sich die modische Grundausstattung eines Gentlemans zusammen?

BR: Das hängt jeweils sehr stark von den Lebensumständen ab. Vielleicht ein dunkelblauer Anzug, ein Sportsakko, ein Smoking, ein paar graue Hosen, zwei bis drei Paar rahmengenähte Schuhe, etwa 10 Hemden, einige Krawatten, Pullover, Bootsschuhe, Chinos sowie Kord- oder Moleskinhosen für die Freizeit, ein Covert-Coat, ein Trenchcoat und vielleicht eine Wachsjacke.

Welche Rolle spielen die Schuhe?

BR: Gute Schuhe sind natürlich sehr wichtig für den Gentleman-Look. Mit den falschen Schuhen gehören Sie nicht zum Club dazu.

Raten Sie zu einem Maßanzug, sofern man über das nötige Kleingeld verfügt?

BR: Ein Maßanzug von einem guten Schneider ist das Optimum. Man muss aber Sinn für Handarbeit und das Ritual haben, sonst ist es Geldverschwendung. Vor allem muss man genau wissen, was man will. Daran hapert es bei vielen Männern.

Ein Gentleman zeichnet sich zu einem nicht unwesentlichen Teil durch seine Kleidung aus. Kann man auch ohne teure Garderobe ein vollwertiger Gentleman sein?

BR: Sicher. Die Garderobe eines Gentlemans muss nicht zwangsläufig teuer sein. Wozu gibt es Ebay und Second-Hand-Läden? Und natürlich nackt im Bett.

Und was ist Ihr persönliches Lieblings-Modeaccessoires?

BR: Ich mag auffällige Farbe an unerwarteter Stelle, zum Beispiel bei Strümpfen, Hosenträgern oder dem Futter von Anzügen. Wobei das natürlich eigentlich auch ein alter Hut ist. Aber es macht Spaß.

Lesen Sie auch den zweiten Teil des Interviews mit Bernhard Roetzel “Ein Gentleman muss Persönlichkeit haben“.

Sep 16

Mode Zitate: Tom Ford

zitate

Tom Ford:

“Stil hat für mich nichts mit Mode zu tun. Stil – das bedeutet den Mut zum eigenen Charakter zu haben und sich zur eigenen Persönlichkeit zu bekennen. Bei der Mode geht es hingegen einfach darum, zeitgemäße Dinge zu entwerfen, zu tragen und zu konsumieren.”

Sep 13

Freundlichkeit steigert die Attraktivität

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Dass einem freundliche Menschen nicht nur sympathischer sondern auch attraktiver erscheinen, wurde bisher für eine subjektive Einschätzung gehalten. Doch nun wurde dieses auch wissenschaftlich bestätigt.

Positive Charaktereigenschaften wirken anziehend

In einer Studie der Monmouth Universität (New Jersey/USA) bekamen Probanden Bilder von Männern und Frauen vorgelegt und sollten angeben, wie attraktiv sie diese finden, und ob sie sich eine Freundschaft oder eine Partnerschaft mit ihnen vorstellen können. In einer zweiten Testreihe wurden den Probanden zusätzlich Informationen zu den Charaktereigenschaften der abgelichteten Personen gegeben. Die Personen, denen positive Charaktereigenschaften wie Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft zugesprochen wurden, wurden im Anschluss von den gleichen Personen attraktiver bewertet. Die Probanden konnten sich auch eher eine Freundschaft oder gar eine Beziehung mit den Personen mit positiven Charaktereigenschaften vorstellen. Ein Grund mehr, sich gentlemanlike zu verhalten.

Es kommt nicht allein auf Outfit und Körperbau an

Es müssen also nicht immer nur die Kleidung, Schminke und Accessoires sein, um in den Augen seiner Mitmenschen attraktiver zu erscheinen. Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und ein Lächeln sind mindestens genauso wichtige Faktoren wie das Outfit und der Körperbau, um körperlich attraktiv zu erscheinen.

Ähnlicher Artikel: Frauen stehen auf den Typ Gentleman.

Sep 09

Die Geschichte der Brille: Von der ersten Sehhilfe bis zum modischen Accessoires

brille

Die Brille ist heutzutage eine absolute Selbstverständlichkeit und aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Wer eine Brille braucht, geht wahlweise zum Optiker oder Augenarzt und lässt die Stärke bestimmen. Anschließend geht‘s zum Brillenhändler und man sucht sich aus hundert verschiedenen Modellen seinen Favoriten aus.

Der hohe Brillen-Standard von heute ist im Laufe der Zeit entstanden. Die Entwicklung der Brille, vom polierten Glasstück zum funktionalen Instrument bis hin zum modischen Accessoire, wurde nicht nur durch technische Verbesserungen beeinflusst. Vor allem die sich rapide veränderten Sehgewohnheiten erforderten ein immer präziseres Sehen.

Ein Leben ohne Brille für viele nicht vorstellbar

Wer könnte sich heute noch ein Leben ohne Brille vorstellen? Arbeiten, Autofahren, Einkaufen. Für viele ohne Brille nicht vorstellbar! Auch Lesen, Fernsehen, oder Kino-Besuche wären ohne eine Brille für sehr viele Menschen unmöglich, und niemand kann und will auf das präzise, scharfe Sehen mehr verzichten!

Doch wo fing die Geschichte der Brille an? Wann haben die Menschen versucht, Sehhilfen zu konstruieren? In der Antike beschäftigte man sich zwar bereits mit der vergrößernden Wirkung von Wasser. Allerdings gehen Historiker gehen davon aus, dass die Wurzeln der heutigen Brille vor allem im Altertum liegen.

Die Brille hat ihren Ursprung im Altertum

Ein bedeutender Schritt für die Brille waren grundlegende Erkenntnisse über Lichtbrechung und Lichtreflexion. Dazu trugen besonders die arabischen Wissenschaftler bei, die richtungsweisende Erkenntnisse in den Naturwissenschaften erbrachten. Herausragend war hierbei der arabische Mathematiker Abu Ali al-Hasan ibn al-Haitham, der die vergrößernde Wirkung der halbkugelförmigen Linsen erforschte und Schriften darüber verfasste.

Im 13. Jahrhundert übersetzten italienische Mönche die arabischen Schriften und waren dabei besonders auf eine Lesehilfe angewiesen, da ihre Arbeiten von der Lektüre abhängig waren. So fertigten sie konvexe Lesesteine an, den Vorläufer der Brille, und ermöglichten erstmals die Vergrößerung der Buchstaben. Die lupenähnliche Sehhilfe wurde mühsam von einem Wort zum nächsten geschoben. Durch die weiten Netzwerke der katholischen Kirche, wurden die Lesesteine schnell über das Land hinaus verbreitet.

Schnelle Ausbreitung der ersten „Lesesteine“

Für das Einschleifen der Linsen verwendet man zu dieser Zeit das Silicat-Mineral Beryll – hieraus leitete sich später der heutige Begriff „Brille“ ab. Weitere Materialien für die Lesesteine waren Quarz und Glas.

Im Laufe des 15. und 16. Jahrhunderts korrigierte und überarbeitete man die Sehhilfen: halbkugelförmige Linsen wurden weiter abgeschliffen und poliert. Schließlich wurden die Linsen immer näher an das Auge heran gerückt. Man stellte zudem fest, dass zwei Linsen eine bessere Sichtqualität ermöglichen als eine einzelne, da sie das scharfe Sehfeld vergrößerte. Um die beiden Gläser zusammen zu bringen, wurden hölzerne oder metallene Fassungen angebracht.

Stielbrille Vorläufer der modernen Ohrenbrille

Ein Modell der Brille, die unserer heutigen immer ähnlicher wurde, war die Stielbrille. Sie hatte einen Stab an der Fassung, um die Linsen vor die Augen zu halten. Das Monokel und der Zwicker brachten ein neues Bewusstsein für die Brille, denn bis zum 18. Jahrhundert erfreuten sie sich größter Beliebtheit. Ein Mann mit Monokel galt sogar als wohlhabend, gebildet und kultiviert.

Die Brille, wie wir sie heutzutage kennen, ist die Ohrenbrille. Im 18. Jahrhundert entstand die Idee, Bügel an den Linsen zu befestigen. Durch diese Anfertigung wurden dem Brillenträger Mobilität und konstantes Tragen ermöglicht, da die Sehhilfe nicht mehr ständig vor die Augen gehalten werden musste. Die Linsenqualität wurde schließlich von Carl Zeiss und Otto Schott revolutioniert.

Mit Brille gut sehen und gut aussehen

Nasenauflagen, Kunststoffgläser und Kunststofffassungen haben den Komfort der Brille stetig verbessert. Inzwischen geht es bei der Brille nicht mehr allein um das gute Sehen, sondern auch um das gute Aussehen. Die Brille ist zu einem angesehenen modischen Accessoire geworden. Deshalb revolutionieren Designer das alte Modell der Ohrenbrille immer wieder neu und präsentieren halbjährlich zu jeder Saison ihre neuesten Brillenkollektionen.

Gastbeitrag misterspexDiesen Gastbeitrag haben die Brillen-Experten von MisterSpex verfasst. Die Brillen-Kenner bringen uns in ihren Gastartikeln die Welt der Brillen näher.

Sep 03

Woher stammt eigentlich der Anzug?

Knopfstellung

Gesellschaftliche und geschäftliche Anlässe sind seit jeher von wohl definierten Kleidungsregeln und Stillvorgaben geprägt. Was ein Gentleman bei öffentlichen Anlässen zu tragen hat, gehörte lange Zeit zum Allgemeinwissen und zur Etikette. Heutzutage weiß kaum noch jemand, was man(n) trägt, wie man(n) es trägt, oder wie man(n) es kombinieren kann.

Der Gentleman-Stil entsprang gegen Ende des 18. Jahrhunderts aus der Sportgarderobe des englischen Adels und wurde von britischen Schneidern entwickelt. Der Vorreiter auf diesem Gebiet war Beau Brummel, der erste Dandy und enger Freund König Georg IV. Er standardisierte das Reitkostüm, das körpernah die V-Silhouette des Mannes hervorhebend geschnitten war, und machte es Salonfähig.

Der heutige Anzug – in seiner Form ein wenig schlichter – entstand erst im 20. Jahrhundert. Grundsätzlich unterscheiden sich bei offiziellen und inoffiziellen Anzügen von heute Knopfstellung, Rückenschlitze, Revers und Taschen.

Knopfstellung

Die Knopfstellung meint den Verschluss des Sakkos. Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Arten: zum einen das Sakko mit einer Knopfleiste und zum anderen das mit zwei Knopfleisten. Der Drei-Knopf ist zusammen mit dem Zwei-Kopf die geläufigste Form des Einreihers. In regelmäßigen Zyklen werden diese beiden von der Mode abwechselnd beworben – ohne ihre zeitlose Gültigkeit zu verlieren. Der Zweireiher ist das klassischere und elegantere aber auch etwas konservativere Gegenstück zum Einreiher.

Revers

Das Revers ist der Kragen eines Sakkos. Aus klassischer Tradition haben einreihige Anzüge stets ein fallendes Revers, zweireihige Revers hingegen stets ein steigendes. Diese klassische Trennung wird durch die aktuelle Mode immer weiter aufgeweicht, so dass mittlerweile viele Designer dazu übergegangen sind, Einreiher mit steigendem Revers zu schneidern.

Revers

Rückenschlitze

Bei dem Rückenschlitz gibt es drei Variationen: Rücken ohne Schlitz, mit Schlitz oder mit Seitenschlitzen. Anzüge mit zwei Knopfleisten sollten im Rücken mit zwei Schlitzen gearbeitet sein. Einreihige Anzüge können nach Wahl mit einem oder mit zwei Seitenschlitzen getragen werden.

Taschen

Bei den Taschen finden sich zwei verschieden Arten: aufgesetzte Taschen und Pattentaschen. Aufgesetzte Taschen sind dabei sportlicher als Pattentaschen. Pattentaschen mit einer Stoffklappe sind typisch für einen Business-Anzug.

Egal für welche Form sich der Gentleman entscheidet, der Anzug muss zum einen gut geschnitten sein, und zum anderen sollte sich der Träger in dem Anzug unbedingt wohl fühlen. Zusammen mit dazugehörigen Accessoires wie Gürtel, Schuhe, etc. lässt sich dann auch die eigene Persönlichkeit auf stilvolle Art unterstreichen.

herrenschmiede-gastbeitragDieser Gastbeitrag wurde von den Maßanzugs-Experten der Herrenschmiede verfasst. Die Anzugs Kenner veröffentlichen hier regelmäßig Artikel, die uns die Vielfältigkeit der Herrenanzüge näher bringen.