Archive for November, 2009

Nov 30

Style-Guide Brille: Für jedes Gesicht die passende Brille

Styleguide Brille


Brillen haben inzwischen einen hohen modischen Stellenwert. Die einst ungeliebte Sehhilfe ist ein beliebtes Accessoire, mit dem man ohne viel Aufwand den eigenen Ausdruck unterstreichen und sogar verändern kann. Modisch bewusste Männer greifen mittlerweile auch dann zur Brille, wenn sie eigentlich gar keine brauchen. Mit so genannten Planglas versehene Brillen trägt man als modisches Accessoire und dienen allein der optischen Veränderung.

Je runder das Gesicht, desto eckiger die Brillenform – und umgekehrt

Bei der Auswahl einer Brille ist es wichtig, bestimmte Stilregeln zu kennen, um eine Brille zu finden, welche die Persönlichkeit unterstreicht, schöne Akzente setzt und vor allem zum Gesicht passt. Dabei sollte man neben dem persönlichen Geschmack vor allem die Form des Gesichts beachten. Hier gibt es fünf klassische Grundformen, nach denen man sich orientieren kann: rund, eckig, oval, herz- oder trapezförmig. Hier gilt die einfache Regel: Die Brille sollte immer im Kontrast zur Gesichtsform stehen – je runder das Gesicht, desto eckiger die Brille und umgekehrt. Für die Wahl der passenden Brille sollte man daher zunächst die Gesichtsform bestimmen.

Die Gesichtsform bestimmen

Um die eigene Gesichtsform zu bestimmen, stellt man sich am besten vor den Spiegel und kämmt das Haar nach hinten. Am deutlichsten wird das Profil, wenn man mit einem wasserlöslichen Stift die Umrisse des Gesichts auf der Spiegelfläche nachzeichnet. Manche Gesichter lassen sich nicht eindeutig zuordnen. Bei Mischformen orientiert man sich einfach an den für beide Gesichtsformen vorgeschlagenen Brillenfassungen.

Schön ist, was gefällt

Die Gesichtsform allein dient jedoch nur als Anhaltspunkt für die Brillenauswahl. Generell sollten Sie sich natürlich mit ihrer Brille wohlfühlen. Und wer ganz individuell oder vielleicht sogar etwas provokant gestylt sein möchte, kann also auch zur Brille greifen, welche die eigenen Gesichtszüge sogar noch unterstreicht. Am Ende gilt: Schön ist, was gefällt.

Für jede Gesichtsform die passenden Brille

Männer mit eckigem Gesicht: Profil unterbrechen

Eckige oder quadratische Gesichter haben eine besonders gerade Wangenpartie und eine breite, kantige Stirn. Die Kinnpartie ist sehr markant und lässt diese Gesichter mitunter sehr streng wirken. Bei der Auswahl der Brille ist es daher wichtig, dass diese kantige Form durchbrochen wird. Dazu greift man am besten zu ovalen oder runden Fassungen. Diese dürfen dann auch mal ein bisschen größer ausfallen. Durch einen hohen Bügelansatz wird das Profil der quadratischen Gesichtsform gestreckt. Vorteilhaft sind vor allem auch farbig dominante, kräftige Bügel, die das Profil unterbrechen.

Männer mit herzförmigem Gesicht: Kontraste setzen

Herzförmige oder dreieckige Gesichter haben einen besonders hohen Stirnbereich und laufen im Kinn schmal zu. Hier eignen sich am besten Fassungen, die dem Gesicht im unteren Bereich mehr Breite geben. Vor allem ovale oder runde Gläser eigenen sich bei diesem Gesicht ideal. Generell sollte darauf geachtet werden, Brillen zu wählen, welche die breite Wangenpartie nicht zusätzlich herausstreichen. Markante Bügel sind eher ungeeignet. Besser sind dünne Fassungen mit dezenten Bügeln oder randlose Brillenmodelle.

Männer mit ovalem Gesicht: Akzente verleihen

Beim ovalen Gesicht sind Stirn und Kinn abgerundet. Die Wangenknochen sind leicht betont und die breiteste Stelle des Gesichts. Bei ovalen Gesichtern kann man bei der Brillenwahl im Prinzip nichts verkehrt machen. Dank der idealen Symmetrie passen in dieses Gesicht so ziemlich alle Brillenformen, egal ob klein, groß, eckig oder rund. Einzig zu breite Gestelle, die an den Seiten über das Gesicht hinausragen, wirken eher unvorteilhaft und zerstören die harmonische Form des Gesichts.

Männer mit rundem Gesicht: Strukturen bilden

Bei einem runden Gesicht dominiert eine großflächige Wangenpartie, Kinn und Stirn sind rund. Das Gesicht breit und fast kreisförmig und macht insgesamt einen sehr weichen Eindruck. Mit der richtigen Brille lässt sich einem solchen Gesicht schöne Kontraste verleihen. Hier eigenen sich eckige und vor allem auch dunkle, auffällige Fassungen, die das Gesicht vertikal betonen. Gern dürfen die Fassungen auch etwas größer sein, so lockern sie die Rundungen im Gesicht etwas auf und verleihen Struktur. Dagegen wirken runde Brillen in runden Gesichtern eher unvorteilhaft bis kindlich.



Gastbeitrag misterspexBrillen-Experten von MisterSpex verfasst. Die Brillen-Kenner bringen uns in ihren Gastartikeln die Welt der Brillen näher.

Lesen Sie auch: Die Geschichte der Brille: Von der ersten Sehhilfe bis zum modischen Accessoires

Nov 25

Gentleman’s Secret: Was trägt Herr darunter?

gentlemens-secret

Wenn man über die Manieren und die Mode eines Gentleman spricht, geht es oft in erster Linie sein Style-Korsett und die Coolness à la James Bond, um glattrasierte Wangen und gut riechende Körper. Doch was ein Gentleman unten drunter trägt, bleibt unausgesprochen. Wieso eigentlich? Längst sind Schiesser Feinripp und lange Unterhosen aus den Schränken verbannt. Die Modetrends haben auch bei der Unterwäsche nicht halt gemacht. Zum Wohlgefallen der Männer und der Frauen.

Die unästhetische Geschichte der Herrenunterhose

Mag die Geschichte der Unterhose auch unästhetisch sein, wie uns Welt-Online in einem Beitrag über versichert, so können sich die aktuellen Modelle durchaus sehen lassen. Die Männer haben die Wahl zwischen Boxershorts, Slips und Stringtangas in klassischem Weiß, dezentem Schwarz oder auffallenden Farben der Saison wie Türkis oder Orange. Das Material ist nicht mehr nur 100% Baumwolle, sondern atmungsaktive Meryl Microfaser oder Micromodal. Zum Anfassen gut und äußerst komfortabel zu tragen. Selbst nach einer Vielzahl von Waschgängen zeigt sich die Unterhose noch von ihrer besten Seite. Da braucht ein Gentleman keine Angst mehr vor Entblößungen zu haben wie noch in der „guten alten Zeit“.

Historisches: Unser altes Bild der Herrenunterhose

Doch wie fing nun die Geschichte der Männerunterhose an, und wieso ist sie keine ästhetische? Welt-Online bringt es aus den Punkt: Es ist vielmehr eine Zweck- und Sozialgeschichte als eine Modegeschichte. Bis vor 60 Jahren war noch nicht einmal an eine Geschichte zu denken – Sauberkeit und Hygiene spielte hierbei keine Rolle. Glaubt man einer Umfrage des Marplan-Instituts von 2004, ist das auch heute noch so. Die Geschichte ist nicht bestimmt durch die Fantasie der Kunden wie bei den Dessous der Frauen, sondern durch die praktische Frage: Links- oder Rechtsträger. Selbst ein Gentleman muss irgendwann diese Frage für sich beantworten. Das berücksichtigt auch die Modeindustrie und produziert Herrenunterhosen ohne Mittelnaht, dafür spannt sich in der Mitte ein weiches Segel auf. Das klingt bequem, aber Enge macht sich trotzdem um das Geschlecht breit.

Model „Jockey“ der Urahn aller Herrenunterhosen dieser Welt

Fast unglaublich, aber wahr: Nahezu alle Herrenunterhosen dieser Welt stammen von einem Wäschestück ab, der Ur-Unterhose „Jockey“. Dieses Jahr feiert Jockey seinen 75. Geburtstag. Das Exemplar stammt aus den USA und wurde von einem deutschstämmigen Textilingenieur Arthur Kneibler erfunden. Die Hose rettete damals die schwer mitgenommene Wäschefirma Cooper Inc. Mit 110 Original-Lizenzverträgen weltweit und unzähligen Imitationen ist sie immer noch das Grundmodell der Herrenunterhose schlechthin. Auch die erste Schiesser-Doppelrippunterhose übernahm deren Prinzip. Innerhalb von drei Monaten brachte Cooper Inc. 30.000 Stück an den Mann.

Oh so sexy: Slip & Co

Kneiblers Erfolgswäsche war die erste Unterhose ohne Beinröhrenansätze in Amerika – und somit also der erste Slip. Er blieb sozusagen unsichtbar, auch unter enger geschnittenen Hosenbeinen. Zudem kam das knapp geschnittene Jockey-Modell im Vergleich zu seinen Vorgängern sehr sexy rüber. Heute zeigen uns Unterwäschen-Modells wie David Beckham gelungene Kreationen, die eigentlich zu schade zum Verhüllen sind. Die Modelle haben in ihrer Aussagekraft, Qualität und Tragekomfort das Grundmodell weit hinter sich gelassen. Und der Gentleman kann sicher sein, auch wenn er einmal die Hose runterlassen muss, dann zeigt er sich immer noch von seiner besten Seite. Mit einer gut sitzenden und hochwertigen Unterhose kann er sich sehen lassen und muss sich seines Anblicks nicht schämen.

gastbeitrag-albertkreuzDieser Gastbeitrag stammt aus der Feder der Herrenunterwäsche-Marke Albert Kreuz. In ihren Gstartikeln für den Gentleman-Blog erfahren wir, was Mann drunter trägt.

Ähnliche Artikel: Ein Gentleman trägt unsichtbare Unterwäsche

Nov 15

Mode Zitate: Karl Lagerfeld

zitate

Karl Lagerfeld:

“Mode ist der kürzeste Reflektor des Zeitgeistes, und der ist ein verdammt launischer Geselle.”

Nov 10

Intellektueller Catwalk im ZDF-Nachtstudio

intellektueller-catwalk

„Die Macht der Mode – Kleider machen Leute“ lautete neulich das Thema im ZDF-Nachtstudio. Dazu hatte Moderator Volker Panzer den Berliner Modeschöpfer Michael Michalsky, die Vogue-Chefredakteurin Christiane Arp, den Kulturwissenschaftler Prof. Nobert Bolz sowie die Modehistorikerin Prof. Ingrid Loschek zu Gast. Das Nachtstudio legt seit jeher mehr wert darauf zu informieren anstatt auf zweifelhaftem Niveau zu unterhalten. So auch in diese Ausgabe. Doch auch wenn der nächtliche Talk der späten Sendezeit angemessen nicht sonderlich aufregend war und weder wild noch besonders kontrovers diskutiert wurde, kamen in der Runde einige interessante Aspekte rund um das Thema Kleidung und Mode zur Sprache.

Bekannte und unbekannte Thesen zu Mode und Kleidung

  • In der Geschichte der Menschheit gab es keine einzige Ethnie, die ihre Körper nicht mit Farbe, Federn, Trachten etc. geschmückt hat. Mode macht den Menschen Spaß, insbesondere den Frauen!
  • Mode wurde in den vergangenen Jahrzehnten in erster Linie mit Mode für Frauen assoziiert. Die Mode für Männer über die klassische Herrenmode für die Ü40-Generation hinaus hat sich erst in der jüngeren Vergangenheit fest in der Gesellschaft etabliert.
  • Viele Menschen unterliegen zwar einem Diktat der Mode. Dieses Diktat ist aber weitgehend harmlos, da es ein Jahr später schon wieder ein anderes ist.
  • Im Gegensatz zu Mode kann man Trends nicht machen oder von oben vorgeben. Trends ergeben sich „von unten“ auf der Straße. Modemacher müssen daher ein Gespür für Trends entwickeln.
  • Mode hat für ein Individuum immer auch eine Identifikationsfunktion.
  • Klassische Eleganz bedeutet, nur um Kleinigkeiten vom gesellschaftlichen Standard abzuweichen und sich somit eine individuelle aber unaufdringliche Note zu geben. Laut Prof. Bolz verfahren in der Tendenz insbesondere die Menschen aus höheren Bildungsschichten bei der Wahl ihrer Kleidung so. „Banausen“ hingegen ziehen es vor grelle Farben und ausgefallene Kleidung fernab der Norm zu tragen. Doch da es keinen allgemeingültigen Geschmack gibt, lässt sich nicht sagen, dass in Sachen Mode etwas per se geschmacklos ist.
  • Passend dazu schloss Volker Panzer das Nachtstudio mit einem Zitat des französischen Dramatikers Eugene Ionesco:

    “Die einzige lebendige Gesellschaft ist die, in der jeder mitten unter seines Gleichen anders sein kann.”

    Leben und leben lassen. In diesem Sinne.

    Nov 02

    Interview mit Stilcoach Uwe Fenner (2): “Gutes Benehmen hilfreich für die Karriere”

    Stilcoach Uwe Fenner

    Stilcoach Uwe Fenner spricht im zweiten Teil des Interviews mit dem Gentleman-Blog über die Bedeutung von Manieren in der Geschäftswelt, das angemesse Business-Outfit und gibt ein Plädoyer pro Benimmregeln.

    Herr Fenner, Sie sind nicht nur Stilcoach sondern auch seit vielen Jahren als Personal- und Unternehmensberater tätig. Wie viele Karrieren haben Sie schon wegen mangelhaften Benehmens scheitern sehen?

    Eine genaue Zahl kann ich Innen nicht nennen. Aber viele Karrieren scheitern daran, dass der Betroffene mehr versprochen hat, als er zu halten vermochte. Wenn er zusätzlich noch ruppig war und seine Vorgesetzten nicht höflich behandelt hat, dann ist’s schnell zu Ende auf der Karriereleiter.

    In Stellenangeboten von Unternehmen wird immer wieder die Relevanz ausgeprägter Soft Skills betont. Inwieweit sind Soft Skills auch gleichzeitig Benimmregeln und Etikette?

    Soft Skills bezeichnen die so genannten menschlichen Faktoren, diejenigen Eigenschaften, die ein Mensch im Unternehmen zeigt, die nicht zu den leicht messbaren Erfolgen zählen, also guter Umgang mit Mitarbeitern, Lieferanten und Kunden. Das ist die „Sozialkompetenz“. Hohe Sozialkompetenz besitzt nur ein Mensch mit gutem Benehmen.

    Was sind die wichtigsten Soft Skills beziehungsweise Benimm- und Ettiketteregeln für eine erfolgreiche Karriere?

    Die wichtigste Regel für eine erfolgreiche Karriere ist hier erneut, wie schon oben gesagt, die Alterozentriertheit. Das „Sich-hinein-denken-Können“ in die Mitmenschen mit ihren Fragen, Problemen, Nöten, Ängsten und Schwächen und Stärken. Und dann die vornehme, freundliche, trotzdem natürlich zielorientierte Behandlung, Führung und Motivation dieser Menschen. Das ist eine hohe Kunst.

    Gemeinsam mit dem Institut für Stil und Etikette geben auch Seminare für Benimm- und Business-Kleidungsregeln. Wer sind ihre Besucher?

    Ich gebe überwiegend Seminare für Unternehmen und ähnliche Institutionen, zum Beispiel auch an Hochschulen und anderen Weiterbildungsinstituten oder auf Messen. Dann kommen, wie auch bei meinen Publikumsseminaren, zu denen sich jedermann anmelden kann, 60 Prozent Frauen und 90 Prozent Menschen, die sich in „Weiße-Kragen-Berufen“ befinden und die Karriereleiter aufsteigen wollen. Sie sind teils Angestellte, zum Beispiel in Banken oder großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Anwaltskanzleien oder Selbständige, die sich gesellschaftlich perfektionieren wollen. Die meisten Teilnehmer sind dabei keineswegs völlig ahnungslos in Sachen Stil & Etikette. Aber es gibt niemals einen, der das schon alles weiß und kennt.

    Welche dieser Veranstaltungen haben den größten Zulauf?

    Bei den Publikumsveranstaltungen, die mein Institut für Stil und Etikette zum Teil selbst produziert und zum Teil aber auch in Kooperationen mit Partnern veranstaltet, dominiert der Klassiker: Das Viereinhalb-Stunden-Seminar „Guter Stil und Etikette“, das auch ein Drei-Gänge-Menü mit einschließt.

    Wie erklären Sie sich den hohen Zulauf beziehungsweise den Nachholbedarf?

    Menschen, die ein positives Image ausstrahlen wollen, die Karriere machen und in der Gesellschaft respektiert werden möchten, wollen heute nicht mehr so abgerissen rumlaufen, wie ihre Eltern, auch nicht so unappetitlich essen. Sie wollen „alles richtig machen“. Diese meist jüngeren Zeitgenossen gehen mit diesem Thema auch leidenschaftslos um. Während Angehörige meiner Generation sich teilweise zu Unrecht schämen, in eines meiner Seminare zu gehen, sehen die Jüngeren das einfacher: Ihnen ist bewisst, wenn ihnen diese Kenntnisse fehlen. Sie sagen sich, „in Mathematik habe ich eine Zwei gehabt, in Sport eine Eins, aber Stil und Etikette gab’s weder in der Schule noch an der Uni. Also muss ich da hin.“ Meine Seminare sind für den Umgang mit Menschen das, was für den Körper das Sportstudio ist!

    Kommen wir zu Mode und dem klassichen Business-Outfitt hochrangiger Personen. Wie sieht das aus?

    Es ist nicht vorrangig eine Modefrage. Der Topmanager trägt im internationalen Geschäftsleben einen durchgehenden dunklen Business-Anzug, zwei- oder dreiteilig, dunkelgrau oder dunkelblau, vielfach sogar schwarz, was ein bisschen einfallslos ist. Der sehr offizielle Business-Anzug hat allenfalls das klassische Nadelstreifenmuster, und dieses auch nur, wenn er dunkelblau ist, oder er ist ungemustert. Der Anzug ist ein- oder zweireihig. Das Hemd dazu besitzt Doppelmanschetten, die mit goldenen oder silbernen Manschettenknöpfen, am besten solchen mit kleinen Gapouchons (ovalen Halbedelsteinen), niemals mit Brillianten oder Diamanten besetzt sind, ist weiß oder pastellfarben oder blau-weiß bzw. rot-weiß gestreift, die Strümpfe reichen bis zu den Knien und sind mindestens so dunkel wie der Anzug, besser eine Nuance dunkler, die Schuhe sind oben und unten aus Leder und sind schwarz.

    Bei welchen Anlässen sind und bleiben Anzug, Schlips und edle Herrenschuhe für Männer ein ungeschriebenes Gesetz?

    Ich denke als Business-Outfit sind Anzüge etc. in Geschäftstätigkeiten im Umfeld von Banken und internationalen Anwaltskanzleien und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften sowie von Unternehmensberatungen sowie auch in den Top-Etagen großer Unternehmen selbst Pflicht. Das gilt insbesondere für den internationalen Geschäftsverkehr. Außerdem nutzen Gastgeber und Teilnehmer von Events, zu denen als Teilnehmer Businesspeople, Politiker und/oder Wissenschaftler erwartet werden, diese offizielle Businesskleidung. Ebenfalls gehört sie zu allen geschäftlichen Dinner- oder Cocktailpartys. Als festliche Kleidung gehören Anzug und Schlips zum korrekten Outfit in der Oper, in Konzerten, zu offiziellen Abendessen, zu welchen keine Abendgarderobe wie Frack oder Smoking vorgeschrieben ist, zu offiziellen Empfängen und zu Hochzeiten in der Kirche.

    Und für weniger offizielle Anlässe?

    Es gibt natürlich auch weniger offizielle Kleidung im Business, die sehr schön und sehr passend sein kann und die auch in anderen Berufen bzw. Unternehmungen üblich und angebracht ist. Für tagsüber beispielsweise die klassische Kombination aus einer eher braun-gemusterten Tweedjacke und einer mittelgrauen Hose, zu welcher durchaus braune Schuhe getragen werden.

    Wie sieht das Business-Outfit für Damen aus?

    Die Damen tragen entsprechendes Outfit mit Kostümen und Hosenanzügen. Sie können aber genau so gut auch Kleider tragen. Für Damen gibt es eigentlich keine genauen Muss-Vorschriften, eher Don´ts, wie zum Beispiel im Büro Spagettiträger und Sandalen zu tragen. Sandalen sind für die Herren übrigens genauso ein Tabu.

    Gibt es in Sachen legerer Kleidung so etwas wie eine Altersgrenze?

    Das kann man so nicht sagen. Für Jeans jedenfalls gibt es eher eine Figur-Grenze. Jeansträger müssen schlank sein, sonst sollten sie es lassen. Das gilt auch besonders für Damen.

    Zu guter Letzt: Wie lautet ihr Plädoyer pro Benimmregeln?

    Ob gutes Benehmen materielle Vorteile bringt, weiß ich nicht hundertprozentig mit Ja zu beantworten. Zumindest können guter Stil und Etikette nicht schaden. Dass gutes Benehmen aber immaterielle Vorteile, vor allem Imagevorteile bringt, weiß ich sicher. Und da ein gutes Image häufig auch zu persönlichen und beruflichen Erfolgen führt, ist es dann doch häufig mit auch materiellen Erfolgen verbunden. Vor allem aber: Man selber fühlt sich einfach viel wohler, wenn man anderen Menschen den Vortritt lässt, die Tür aufhält, und ihnen einen gesitteten Anblick beim Essen bietet. Das ist allemal ein Grund, Benimmregeln ernst zu nehmen. Nur eines sollte man beachten: Man soll sie mit einer gewissen Mischung aus Lässigkeit und Noblesse anwenden, nicht verkrampft und überkorrekt. Man soll den mittleren Knopf des Jacketts im Stehen und beim Gehen zugeknöpft haben, aber wenn im Eifer des Aufstehens mal die Zeit nicht reicht, sich vor dem Handschlag noch schnell zuzuknöpfen,…was soll’s? Aber danach muss man es dann tun, wenn man stehen bleibt.

    Lesen Sie auch den ersten Teil des Interviews mit Uwe Fenner über Benimmregeln un den Manierenverfall der “Achtundsechziger”