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Mrz 05

Passive Schuhpflege – Schuhlöffel und Schuhspanner


Für die lange Lebensdauer hochwertigen Schuhwerks ist das Thema der passiven Schuhpflege von äußerster Relevanz! In letzter Zeit wurde ihm aber leider – zugunsten breit geführter Machart- sowie Materialdiskussionen – nur sehr begrenzte Aufmerksamkeit gewidmet.

Gehen wir hier deswegen gleich in medias res: Ein rahmengenähter, noch nicht eingelaufen Schuh, darf zu Beginn insgesamt durchaus etwas eng sitzen, im Bereich der Kleinzehen jedoch keinesfalls Druck ausüben! Achten Sie speziell darauf, dass er gut an der Ferse anliegt. In diesem Zusammenhang ist es unerheblich, ob die neuen Schuhe von Hand eingestochen oder maschinell mit Gemband gefertigt sind. Meist verlieren sich gewisse produktionsbedingte Unterschiede nach ca. 10 Minuten – nämlich sobald der Fuß Wärme an den Schuh abgeben konnte.

Schuhlöffel für den schonenden Einstieg

Zum Anziehen bzw. besonders Anprobieren sollte stets ein Schuhlöffel (auch Schuhanzieher genannt) gebraucht werden. Bei einem Oxford-Schnitt empfiehlt sich eine vorherige, möglichst weite Öffnung der Schuhbändel bis hin zur vollständigen Entfernung derselben aus dem obersten Ösenpaar.

Frisch erworbene, rahmengenähte Schuhe müssen natürlich zunächst eingelaufen werden. Wie viel Zeit dafür benötigt wird, bestimmen diverse Faktoren: beispielsweise das Leder selbst, das Gangmuster, Gewicht, die Ausballmasse etc. und sogar die Jahreszeit kann eine Rolle spielen.

Nun existieren unterschiedliche Methoden, neue Schuhe einzulaufen. Es bietet sich an, sie zu Anfang leicht geschnürt für einige Stunden im Büro zu tragen, anschließend ca. 1,5 km zum Mittagstisch zu gehen und erst dann zu entscheiden, ob die Schuhe den eigenen Ansprüchen genügen.

Fuß raus, Schuhspanner rein

Achten Sie ebenso für ein bequemes Ausziehen Ihrer Schnürschuhe auf eine genügende Lockerung der Bändel. In die noch fußwarmen Schuhe werden entsprechend passgenaue Spanner eingelegt. Die Schuhe sollten jetzt mindestens einen Tag ausruhen, bevor sie erneut getragen werden.

Ein idealer Schuhspanner respektive Spannleisten, wie ihn der Fachmann bezeichnet, darf den Vorderteil des Schuhs komplett ausfüllen, aber nicht zu viel Druck auf die Hinterkappe ausüben. Es kommt im Übrigen kaum darauf an, welches Holz (üblich sind: Buche, Pappel, „Western Red Cedar“) zur Herstellung verwendet wurde. Des Weiteren braucht nicht zu interessieren, ob die Schuhstrecker lackiert, unlackiert, geölt oder gewachst sind. Wichtig ist bloß, dass sie sofort nach dem Ausziehen benutzt werden, wobei letztlich auch ein Spiralspanner – richtig angewendet – seinen Zweck erfüllen kann.

Dieser Artikel wurde von Rainer Ersfeld von Burgol verfasst. In seinen Gastbeiträgen liefert er hilfreiche und wertvolle Tipps für die aktive und passive Schuhpflege – für eine schöne Optik und lange Lebensdauer der Schuhe.



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