
Kapitel 1: Angelo Gaja und sein ›Darmagi‹
Väter und Söhne und die Übergabe eines Erfolgsunternehmens – ein Stoff für Romane und die Regenbogenpresse gleichermaßen. Selten gehen diese Übergaben reibungslos über die Bühne des Lebens. Auf der einen Seite die »Alten«: stark geprägt von ihrem Schaffen und dem langen Kampf um Erfolg; auf der anderen die »Jungen«: hitzig und im Bann vieler neuer Erkenntnisse, müssen und wollen sie sich beweisen, sind überzeugt davon, nicht nur genug Mut und Kraft, sondern auch neue Techniken verinnerlicht zu haben und Visionen umsetzen zu können.
Sorgen neue Ansätze in diversen Bereichen – beispielsweise im industriellen Sektor und im Dienstleistungssektor – recht häufig für genügend Reibungen, kann in Winzerfamilien, in denen eine schlechte Ernte die unternehmerische wie auch die familiäre Existenz unter Umständen erschüttert und bei deren Arbeit bedeutend mehr Fingerspitzengefühl und Intuition gefragt sind als bei der Produktion zahlreicher anderer Güter… In Winzerfamilien also kann das Forcieren geradezu avantgardistischer Ideen schon einmal zu einer enormen Belastung führen. So auch in der Winzerdynastie der Gajas, beheimatet in einem der bekanntesten Anbaugebiete Italiens: den Hügeln des Piemont.