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Sep 12

Der besondere Leisten: Budapester Herrenschuhe

Budapester sind nicht nur die Bewohner der ungarischen Hauptstadt, nein, auch ein äußerst bekannter Herrenschuh trägt diese Bezeichnung. Nachdem wir bereits die klassischen Herrenschuhmodelle Oxford und Derby vorgestellt haben, wenden wir uns dieses Mal dem Budapester zu. Dieser zählt zu den beliebtesten Herrenschuhen Deutschlands und ist dabei streng genommen nicht einmal ein eigenes Schuhmodell. Schon seit Ende des 19. Jahrhunderts dürfen wir uns an den handwerklichen Meisterleistungen der ungarischen Schuhmacher erfreuen.

Budapester: Eher eigene Leistenform denn Schuhmodell

Erstaunlicherweise ist der Budapester in unseren Breiten vielleicht der bekannteste Herrenschuh, dabei wird er oft mit anderen Modellen verwechselt, und dementsprechend sehen viele in Full-Brogue Schuhen mit offener Derbyschnürung bereits einen Budapester. Im Prinzip ist das auch so falsch nicht, denn beim Budapester Herrenschuh handelt es sich um einen, mit aufgesetzter Fersenkappe, Flügelkappe und Lyralochung verzierten Derby. Doch jetzt kommt der Unterschied: Budapester werden auf speziellen Leisten (Budapester Leisten) mit hoher Spitze gefertigt. Man kann also sagen, dass der Budapester eine ganz spezielle Leistenform beschreibt. Diese sind deutlich breiter und gerader als es bei den Leisten eines klassischen Derbys der Fall ist. Sie führen zu der typischen hohen und gerundeten Vorderkappe des Budapester Schuhs und lassen ihn dadurch ein wenig robuster erscheinen. Akzentuiert wird dies durch eine doppelte Sohle, den hohen Absatz und der Fertigung in zwiegenähter Machart.

Warum der Schuh als Budapester bezeichnet wird, ist nicht gänzlich geklärt. Fakt ist, dass es tatsächlich einen direkten Zusammenhang zur namensgebenden Donaumetropole gibt, denn immerhin zählen Budapester Herrenschuhe seit Ende des 19. Jahrhunderts zu den Meisterstücken der ansässigen Schuhmacher, auch wenn sie dort witzigerweise unter dem Namen Karlsbader firmieren. Exemplarisch sei hierfür die Firma Laszlo Vass zu nennen, die jedem Schuhfreund ein Begriff sein sollte. Doch auch die deutsche Firma Heinrich Dinkelacker lässt seine Budapester vor Ort fertigen.

Perfekt zu Tweed, Cord und Flanell

Budapester Herrenschuhe wirken weniger filigran und edel als Derby und Oxford. Durch ihr etwas kräftigeres Aussehen eignen sie sich hervorragend für große und gewichtige Männer. Dabei unterstreichen sie die Statur ihres Trägers und würden bei sehr schmächtigen Herren schlichtweg zu brachial am Fuß wirken.

Sein klassisches Einsatzgebiet ist der Freizeitbereich. Budapester harmonieren bestens zu Jeans, Flanell, Tweed und Cord. Der Einsatz zum feinen Zwirn sollte wohl bedacht sein, da der Budapester hier vielleicht doch eine Spur zu grob wirken könnte. Dennoch besitzt er genügend Seriosität, um bei einem Geschäftstermin oder einem Geburtstag aufgetragen zu werden. Bei sehr eleganten Anlässen, wie Hochzeiten oder Empfängen, lässt man die Budapester besser im Schrank und greift zu einem Oxford.

Der Autor

Schuhe von Shoepassion.comDieser Gastbeitrag wurde von den Herrenschuh Experten von Shoepassion verfasst. Die Herrenschuh-Liebhaber geben uns regelmäßig Einblicke in die faszinierende Welt des Herrenschuhs.



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One Response to “Der besondere Leisten: Budapester Herrenschuhe”

  1. Roman sagt:

    Eigentlich ein schöner Post. Aber ohne Bilder? Mal von dem einen am Anfang abgesehen… da hätte ich ehrlich gesagt mehr erwartet. Leider…

    Ansonsten großes Lob für den Blog. Die Inhalte sind gut gewählt.

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