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Okt 15

Die Geschichte der Mode (3) – das Mittelalter

In der Zeit des Übergangs von der Antike ins Mittelalter, etwa 600 n.Chr., veränderte sich mit der Gesellschaft auch die Mode. Zur christlichen Forderung nach Verhüllung des Körpers, passten die antiken Gewänder nicht recht. Hosenbeine und Ärmel wurden länger und lange Untergewänder und Hemden wurden üblich. Germanische und mittelalterliche Trachten vermischten sich.

Gebote und Verbote

Die Männermode war zu Zeiten der Minnesänger ausgesprochen prächtig und stand der Frauenmode in nichts nach.  Im hohen Mittealter war für beide Geschlechter von Stand die reich verzierte Tunika und als zweites Obergewand der sogenannte ärmellose Surcot typisch. Dieses Obergewand wurde bei den Damen zunehmend körperbetonter und wurde vermutlich in der Taille geschnürt. Da nur wenige Kleidungsstücke aus dieser Zeit erhalten sind, lässt sich die Mode nur anhand von Gemälden rekonstruieren, die jedoch bis zum Ende des 14. Jahrhunderts noch nicht sehr detailliert waren.

Die Bürgerlichen behielten ihren knielangen Kittel bei. Aber nicht nur die Oberbekleidung bekam viel Aufmerksamkeit in den Verbots- und Gebotslisten, sondern auch das Schuhwerk. So schrieb eine Kleiderordnung vor, dass die mit Baumwolle oder Moos ausgestopften Schnabelschuhe verschiedene Maße für Fürsten und Prinzen, höhere Adlige, einfache Ritter und reiche oder gewöhnliche Leute haben müsse.  Diese Herrenschuhe wurden immer länger und erreichten bis zu 46 cm. So kam auch das Sprichwort „auf großem Fuß leben“ auf. Der Klerus verachtete diese Modeauswüchse als Teufelswerk. Bauern hingegen trugen den einfachen germanischen Bundschuh aus Leder, der mit einem langen Riemen gebunden war.

Neue und alte Trends setzten sich durch

Seit Mitte des 14. Jahrhunderts trug der Mann bis auf Schritthöhe verkürzte Jacken, die sogenannten Schecken, dazu verlängerte Strümpfe und noch immer, die schon früher beliebten Schnabelschuhe. Das Haar wurde halblang und über dem Gesicht kurz getragen, was dem heutigen Pony nahe kommt. Auch Kopfbedeckungen waren üblich, wie zum Beispiel die Bundhaube aus Leinen. Das Gesicht war entweder glatt rasiert oder es wurde ein Vollbart getragen, der zu dieser Zeit langsam in Mode kam.

Frauen begannen zunehmend ihr Haar zu bedecken. Somit etablierten sich unterschiedlichste  Kopfbedeckungen, vom einfachen Schleier bis zum sogenannten Gebende, einer 3-6 cm langen Leinenbinde, die das Kinn und die Wangen bedeckte. Typisch war auch der aufwendige Hennin, eine spitze, kegelförmige Haube, die bis zu einem Meter lang sein konnte und an dessen Ende meist ein Schleier angebracht war, sowie die auffällige Hörnerhaube des späten Mittelalters. Diese übertrieben anmutende Mode entstand am Hof von Burgund im Zeitalter des Feudalismus und sollte die Macht und die Privilegien des Adels wiederspiegeln.

Weiterlesen: Die Geschichte der Mode (4): Mode zu Teiten der Renaissance



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