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Feb 17

Wie der Mojito aus dem Nichts auftauchte

Der Mojito soll in Kuba entstanden sein, allerdings ist die genaue Herkunft dieses Klassikers noch immer ein Rätsel. Eine Theorie besagt, dass die ersten Spuren bei einem Getränk aus dem 16. Jahrhundert, welches zu Ehren von Sir Francis Drake “El Draque“ genannt wurde, zu finden sind. Andere Historiker behaupten, dass afrikanische Sklaven, die auf kubanischen Zuckerrohrplantagen arbeiteten, die Erfinder waren. “Guarapo“, das spanische Wort für Zuckerrohrsaft, wurde oft in Mojitos verwendet und war ein beliebtes Getränk unter den Sklaven. Der Name wiederum soll von von Mojo, einem kubanischen Gewürz aus Limetten, welches in der Küche benutzt wird, abstammen. Andere Theorien behaupten, dass der Name von “mojadito” kommt, was “ein wenig nass” bedeutet.

Mojito Lieblinsgdrink von Hemmingway

1931 taucht der Mojito zum ersten Mal in einer Souvenir-Cocktail-Karte der Sloppy Joe’s Bar in Havanna auf. Dort stand er gleich zweimal – unter “Bacardi Drinks” und unter “Gordon Dry Gin Cocktails“. Ganz sicher aber ist, dass es einer von Ernest Hemingways liebsten Drinks war. Während seiner Zeit auf Kuba, ab ca. 1940, lernte er den Mojito in der La Bodeguita del Medio Bar kennen, wo er an die Wand schrieb: “Mein Mojito in La Bodeguita, mein Daiquiri in El Floridita“. Dieser Satz ist noch immer an der Wand des La Badeguita, handgeschrieben von Hemmingway zu lesen. Und wer weiß, wie viele Mojitos er geschlürft hat, während er “Der alte Mann und das Meer“schrieb.

Richland/Ney Jersey nennt sich in Mojito um

Auch während der Prohibitionszeit, als Kuba sich zur größten Bar Amerikas entwickelte, war der Mojito dort wohl ein oft bestellter Drink. Der Mojito tauchte aus dem Nichts auf, und in den späten 1990er Jahren war er plötzlich überall. 2004 benannte sich die Stadt Richland in New Jersey, Heimat einer großen Minz-Plantage, für ein paar Wochen in Mojito um. Die Aktion war Teil eines Werbegag von Bacardi.

Die Minze muss frisch sein

Heute gibt es unzählige Varianten dieses leichten Rum Drinks, der süßlich und frisch zugleich schmecken kann und soll! Im Sommer fast wie eine erfrischende Limonade – man könnte auch sagen ein Daiquiri, der mit Minze und Soda verlängert wurde. Ein Problem in unseren Breiten ist die Minze. Zwar kann man sie das ganze Jahr über kaufen, aber wirklich gut ist sie nur zu bestimmten Zeiten! Es fehlt der intensive, frische Geschmack!

Man findet alle möglich Arten der Zubereitung von drei Blättchen bis einen ganzen Strauß Minze im Glas, zu einem Pesto zermahlen, mit diversen Sirupen und Säften, sowie unzähligen Sorten Rum vermischt. Letztlich muss jeder für sich selbst entscheiden, was sein Favorit ist.

Trotz verschiedener Zubereitungsvarianeten – ein Mojito ist ein Mojito

Doch ein Mojito ist ein Mojito! Ein Drink der relativ einfach herzustellen ist, erfrischend mit weißem Rum, frischen Limetten, frischer, aromatischer Minze und feinem, weißen Zucker und Eiswürfeln! Spannend ist es mit den Rumsorten zu spielen, jede Variante führt zu unterschiedlichen Geschmackserlebnissen, ob Goldener oder Aged Rum, beides kann positiv überraschen.

Meine Empfehlung ist Ron Arecha. Dieser Rum wird nach den Original-Rezepten von José Arechabala, der 1879 in Cárdenas bei Havanna mit der Destillation begann, hergestellt. Er zeichnet verantwortlich für viele Rezepturen großer Marken. Havana Club z.B. wurde jahrzehntelang von der Familie Arechabala in Kuba hergestellt. Besitzer Jose Arechabala erwies sich als nicht ganz so flink wie die Bacardis. Als Fidel Castro in Kuba an die Macht kam, wurde er 1960 einteignet. Die Arechabalas gingen dann nach Spanien und ließen das Rum Geschäft ruhen. 1995 versuchte Bacardi die Rechte von der Arechabala´s zu kaufen. Diese waren allerdings 1973 an Kubaexport gegangen.

Nun gibt es die Marke seit einigen Jahren wieder, sie soll nach dem alten Familienrezept destilliert werden. Auf jeden Fall wird weder bei der Herstellung noch bei der Abfüllung Industriealkohol verwendet oder zugesetzt. Deshalb hat er in Deutschland auch das bekannte Biosiegel erhalten.

Das Mojito-Rezept

5cl Rum
2cl Limettensaft
2 Barlöffel feiner weißer Rohrzuckerucker
ca. 15 Minzblätter
etwas Soda

Der Drink wird im Glas zubereitet („build in a glas“), Zucker, Rum, Limettensaft und Minze ins Glas geben, Minze vorsichtig andrücken, dann Eiswürfeln ins Glas geben und rühren bis das Glas kalt ist. Mit etwas Soda toppen (auffüllen) und ein Minzezweig als Deko ins Glas stecken. Ich persönlich reibe die Minze mit dem Rücken eines Barlöffels am Glas entlang. Dadurch werden die ätherischen Öle freigesetzt ohne bitter zu werden.

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Gastbeitrag von Dirk Becker, Mitglied des ›International Rum Expert Panels‹ und Deutschlands Rum Botschafter. Er betreibt den ›Rumclub‹ in Berlin und den ›Rumclub Blog‹, schreibt für Magazine und berät gastronomische Einrichtungen.



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3 Responses to “Wie der Mojito aus dem Nichts auftauchte”

  1. Steffen sagt:

    Das macht Lust auf einen Mojito. Den gönnen ich mir in der nächsten Bar. Salut.

  2. Mojiito sagt:

    Endlich mal ein guter Artikel über meinen Lieblingsdrink den Mojito ;)
    Auf vielen Webseiten findet man ja Rezepte wo die Limettenkeile ganz in das Glas gegeben werden, oder Crushed Ice verwendet wird, was ehr an eine Caipirinha erinnert als an einen Mojito.

    Interessant finde ich auch das endlich mal Bacardi als Rum erwähnt wird, auch wenn dieser Rum nicht mehr auf Kuba hergestellt wird.

    Ich persönlich schlage die Minze bevor ich sie in das Glas gebe noch mit der flachen Hand an, so kommt das Menthol besser zur Geltung.

    Auch als Deko verwende ich einen kleinen Minzebüschel den ich zuvor mit der flachen Hand anschlage und am Glasrand platziere, direkt neben den Trinkhalm, so hat man beim trinken auch einen angenehmen Minzeduft.

  3. Der Beliebteste Drink den ich kenne. Der Mojito ist einfach ein Klassiker und zu jedem Anlass und zur jederzeit einsetzbar. Ob Aperitif oder als Hangover Drink. Einfach Lecker ;)

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