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Mrz 10

Weltraumtourismus – Der etwas andere Traum vom Fliegen

Beim spektakulären letzten Start des Space Shuttles Discovery dürften viele den Wunsch verspürt haben einmal selber mitzufliegen und den Weltraum mit eigenen Augen zu sehen. Der Blick auf die blaue Erde im samtschwarzen All wird von vielen erfahrenden Astronauten als absolut lebensveränderndes Ereignis beschrieben. Mit großer Wahrscheinlichkeit ändert der orbitale Perspektivwechsel tatsächlich den Blick auf die Welt und das eigene Dasein. Aber ist ein solcher Ausflug für eine Privatperson überhaupt realisierbar?

Überraschenderweise liegt das Weltall näher, als man im ersten Moment meinen könnte. Bereits vor zehn Jahren reiste der Amerikaner Dennis Tito als erster privater Weltraumtourist zur Internationalen Raumstation (ISS). Ihm folgten bis heute sechs weitere Hobby-Astronauten. Um in diesen exklusiven Club aufgenommen zu werden, zahlte jeder Raumfahrer geschätzte 20 Millionen US-Dollar an die russische Raumfahrtagentur Roscosmos.

200.000 Dollar für ein paar Minuten im Orbit

Trotzdem besteht Hoffnung für alle Normalsterblichen: Der umtriebige Brite Richard Brandson bietet mit seinem Unternehmen Virgin Galactic bemannte Raumflüge bereits ab 200.000 Dollar an. Über 400 Personen haben bereits verbindlich ein Ticket zu den Sternen bestellt und werden wahrscheinlich ab 2012 starten dürfen. Das hierfür erforderliche Astronautentraining ist bewusst kurz gehalten und beinhaltet einen kurzen Gesundheitscheck, ein paar Runden in der Zentrifuge sowie einen Parabelflug zur Simulation der Schwerelosigkeit.

Doch Moment, wenden die Hardcore-Sternenfahrer ein, der Flug ist lediglich suborbital, man kratzt also nur am Weltraum, und der Blick auf den blauen Planeten sowie die Schwerelosigkeit dauert nur wenige Minuten an. Ist dieser kurze Glücksmoment wirklich 200.000 Dollar wert oder ist man in Wirklichkeit nur ein Neil Armstrong light? Ist das nahe Erdorbit wirklich so exotisch oder beginnt das wahre Abenteuer erst auf anderen Himmelskörpern?

Deshalb träumen andere Unternehmen bereits weiter, so plant RKK Energija eine private Umrundung des Mondes mit russischen Raumschiffen. Geplanter Preis für ein Ticket: 100 Millionen Dollar. Diese Angebote sind allerdings mit großer Vorsicht zu genießen, da viele Träume des Weltraumtourismus nie an die Startrampe gelangen. So versprach das russische Unternehmen MirCorp bereits für 2004 den Betriebsbeginn eines Weltraumhotels, scheiterte allerdings bald an akutem Geldmangel.

Sollten deshalb alle Träume vom eigenen Blick ins pechschwarze All scheitern, so bleibt immer noch der Blick in den nächtlichen Sternenhimmel. Der ist völlig kostenlos, immer wieder neu und absolut faszinierend.

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One Response to “Weltraumtourismus – Der etwas andere Traum vom Fliegen”

  1. Hans Werner J. sagt:

    Wow – was für ein Erlebnis! Dann fange ich mal an zu sparen :-)

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