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Jul 04

Die Welt ist schlecht – machen wir sie besser!

Der Anstand ist krank. Nein, er hat keine leichte Erkältung, er ist schwer erkrankt und liegt möglicherweise im Sterben. Kein Witz. Spätestens seit der Plagiats-Affäre des ehemaligen Saubermanns Guttenberg werden nachdenkliche Nachrufe auf den Anstand formuliert. Früher war er eine Art Standard, seit vielen Jahrzehnten ist er kontinuierlich zurückgegangen und jetzt ist er eben fast gänzlich verschwunden.

Wozu auch heute noch anständig sein? Die Welt ist doch so schlecht, überall Neid und Missgunst, Finanzkrise und Atomkatastrophe, Umweltzerstörung und Terroranschläge. Das Individuum muss sich scheinbar in diese grundschlechte Umwelt einfügen, um nicht völlig unter die Räder der Gesellschaft zu geraten. Doch machen wir es uns mit dieser Sichtweise nicht etwas zu einfach? Sind wir wirklich nur passives Opfer der Umstände? Oder können wir doch noch selber aktiv werden und die Welt zum Besseren wandeln?

Ein herber Verlust

Vor einigen Monaten griff ich nach einem Spaziergang durch den Park nach meinem Handy und fühlte: Nichts. Panisch wühlte ich in sämtlichen Taschen und kam schließlich zu der Erkenntnis, dass ich meinen hilfreichen Begleiter verloren haben müsste. Ich ärgerte mich kräftig: Das Gerät war nagelneu, die Karte musste gesperrt, eine neue zugeschickt werden und alle Telefonbucheinträge waren unwiderruflich verloren. Ich fluchte leise auf diese bösartige Welt: Das Handy war sicher sofort eingesteckt worden. Schließlich hatte ich doch bereits dreimal mein Mobiltelefon verloren (bitte nicht weitersagen) – und wiedergebracht hat es mir niemand.

Ehrlich währt am Längsten

Später am Nachmittag klingelte das Festnetz-Telefon. Ich nahm ab und war mit einem freundlichen älteren Herrn verbunden, der mir mitteilte, mein Handy auf einer Parkbank gefunden zu haben. Begeistert verabredete mich mit dem ehrlichen Finder an einem Denkmal in der Nähe. Freudestrahlend nahm ich das Handy in Empfang. Ich erzählte dem Mann, dass ich es nicht für möglich gehalten hätte, das Gerät wiederzusehen! Obwohl ich ihm eine kleine Belohnung zustecken wollte, winkte er heftig ab. Erstaunt legte ich das Geld wieder in meine Brieftasche und reichte ihm einen rotbackigen Apfel, den ich noch von meinem Ausflug in der Tasche hatte. Wir gaben uns zum Abschied die Hand und gingen getrennte Wege. Zwei Fremde. Beide waren wir in diesem Moment glücklich, jeder auf seine Weise.

Die Welt ist die Summe von Millionen Einzelentscheidungen

Das mache doch keinen Unterschied, werden die ewigen Nörgler und Schwarzseher einwenden. Die Welt ist dadurch keinen Deut besser geworden. Doch diese ewigen Haderer begreifen nicht, dass unsere Welt die Summe von Millionen von Einzelentscheidungen, Haltungen und Aktionen ist.

Es stimmt: “Die Welt“ als abstrakter Begriff kann nicht verändert werden, aber jeder Einzelne kann sein Verhalten hin zu mehr Anstand, mehr Rücksichtnahme und mehr Toleranz hin verändern. Jeder Einzelne kann einen Unterschied machen und zumindest seine Welt und die seiner Mitmenschen ändern.

Lesen Sie auch: Höflichkeit muss von Herzen kommen



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2 Responses to “Die Welt ist schlecht – machen wir sie besser!”

  1. Sascha sagt:

    Hallo,

    ein toller Artikel! Und wieviel Wahrheit in ihm steckt!
    Ich betrachte dieses Thema schon seid längerem und habe mir immerwieder gedacht, das die Welt ja in keinsterweise schlecht sei, lediglich die Menschen! Die Wurzeln jeden Übels stecken nicht irgendwo in Mutter Erde sondern in den Köpfen der Menschen! So kann auch kein System die Welt verbessern, solange die Köpfe der Masse so denken wie sie es derzeit tun!
    Auch wenn es einem Kampf gegen Windmühlen gleicht, hoffe ich das sich genug Köpfe finden werden, die den Anstand behalten und somit seinen Tod nicht billigend in Kauf nehmen!

    Viele Grüße
    Sascha

  2. C.S. sagt:

    Ohja wie recht dieser Artikel hat!
    Ich als Jugendlicher Minderjährige versucht durch seine Positive Einstellung die Menschen umzustimmen mal freundlicher mit sich umzugehen! Fängt ja bei den kleinen Dingen wie Bitte und Danke an!

    Viele Grüße
    C.S.

    Ps: Sascha schönes Kommentar!

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