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Jul 21

Modemesse – What a Pitti

Als unser Gentleman-Blog Gastautor Florian Küblbeck die Pitti Immagine Uomo besuchte, musste er feststellen, dass klassisch gekleidete Männer selbst auf einer Herrenmodemesse im italienischen Florenz ein Auslaufmodell zu sein scheinen. Doch es gibt Hoffnung, denn auch die neuen, szenigen Outfits kommen nicht ohne klassische Elemente der Herrenmode aus.

Die Herrenmodemesse Pitti Immagine Uomo

Hin und wieder soll man sich ja etwas gönnen – auch und gerade als studierender Journalist. Gesagt, getan, dachte ich mir und buchte Hotelzimmer und Zugfahrt für die 80ste Pitti Immagine Uomo, ihres Zeichens die wichtigste Herrenmodemesse der Welt, in Florenz. Neben einigen sonnigen Tagen, gefüllt mit bester toskanischer Küche, hervorragenden Weinen und einem Überblick über die neuesten Kollektionen der Modehäuser hatte ich mir vorgenommen, einige Freunde und Bekannte, teils aus der Modebranche, wieder zu treffen und den einen oder anderen Firmenkontakt aufzufrischen.

Und dann ist da natürlich noch das Schaulaufen auf den Straßen. Die Pitti ist mittlerweile nicht nur Branchentreff für Modemacher und -käufer aus aller Länder, sondern auch einer der am heißesten umkämpften Laufstege der Männermodewelt. Und so treffen in den Straßen zwischen der Via Dei Fossi und dem Fortezza da Basso unzählige herausgeputzte Jungstars und Berufsschönlinge auf mindestens so viele Modeblogger, Fotografen und Redakteure und reißen sich um die begehrten Plätze in Berichten der großen Modemagazine.

Klassisch gekleidete Herren nur noch eine Randerscheinung

Nun kann man von dieser Sub-Veranstaltung der eigentlichen Messe halten, was man will. Wirklich erstaunlich fand ich als erstmaliger Besucher allerdings die Tatsache, dass sogar im vermeintlichen Epizentrum der Männermode der klassisch gekleidete Herr wenn nicht zum Alteisen, dann zumindest in die Abteilung „Randerscheinungen“ sortiert wird. Ein guter Freund, mit dem ich unlängst eine Stoffmesse besuchte, raunte mir beim Betreten des Messerestaurants amüsiert zu: „Schau, sogar hier gelten wir als modische Dinosaurier!“ Diese Aussage könnte in gleicher Form auch für die Pitti Uomo gelten.

Doch es gibt Hoffnung. So sah man auf der Pitti Immagine Uomo zwar den Großteil des männlichen Jungvolks nach wie vor in hippen Jeans und szenigen T-Shirts über die Messe flanieren. Vielerorts konnte man jedoch großes Interesse dieser Besucher vor allem für klassische Accessoires wie Strickkrawatten und Einstecktücher sowie unverzichtbare Basics wie den rahmengenähten Schuh verzeichnen. Auch die Aussteller, mit denen ich sprach, sahen in der jungen Generation eine der vielversprechendsten Zielgruppen der nächsten Jahre.

Klassische Herren-Accessoires weiter heiß begehrt

Wenn also im Nachhall der Messe der klassische zwiegenähte Brogue mit wuchtiger Sohle in Knallfarben als neuer Trend am Fuß des Hipsters propagiert wird, komme ich nicht umhin, mit einem leichten Schmunzeln festzustellen, dass Inspiration eben doch auch aus dem Umfeld der Dinosaurier kommen kann.

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Über den Autor

Gastbeitrag von Florian S. Küblbeck. Im renommierten Stilmagazin ist der Sprachwissenschaftler federführend für den redaktionellen Teil verantwortlich. Sein Spezialgebiet ist die klassische Herrengarderobe. Im Gentleman-Blog schreibt er unter anderem über Stil und die Garderobe eines Gentleman.

Über den Autor

Gastbeitrag von Florian S. Küblbeck. Im renommierten Stilmagazin war der Modejournalist und Stilcoach federführend für den redaktionellen Teil verantwortlich. Heute arbeitet er für verschiedene Blogs und Online-Magazine. Sein Spezialgebiet ist die klassische Herrengarderobe. Im Gentleman-Blog schreibt er unter anderem über Stil und die Garderobe eines Gentleman.



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