Sitz gerade! Der ultimative Tisch-Knigge
Eine gesellige Mahlzeit macht Freude und bringt Menschen zusammen. Doch wer keine guten Tischmanieren an den Tag legt, wird schnell abgestempelt und ist außen vor, nicht nur im Berufsleben und in „besseren Kreisen“. Was ist zu Tisch erlaubt und was verpönt? Der Gentleman-Blog gibt die Antworten. Damit das gemeinsame Mahl für alle Teilnehmer ein Genuss ist, stellen wir in unserer Tisch-Knigge zehn Essens-Regeln vor, die es zu beachten gilt.
1. Man beginnt gemeinsam mit dem Essen
Eine gemeinsame Nahrungsaufnahme erzeugt seit Urzeiten ein positives Gemeinschaftsgefühl. Wenn jeder anfängt wann er will, geht dieses schöne Ritual verloren. Besser: Erst mit dem Essen anfangen, wenn alle sitzen und ihr Menü auf dem Teller haben. Ein gegenseitiges „Guten Appetit“ signalisiert den Beginn des Mahls.
2. Man spricht nicht mit vollem Mund
Obgleich jedes Kleinkind diese geflügelte Tischsitte kennt, wird diese in der Praxis oft sträflich vernachlässigt. Stellen Sie sich einfach werktags in eine beliebige deutsche Kantine und Sie werden feststellen: Hier fliegen nicht nur die Argumente, sondern auch die Essensbröckchen. Seien Sie souveräner: Essen Sie in Ruhe zu Ende, bevor Sie ein Gespräch weiterführen. Unser Körper kann immer nur eine Tätigkeit sinnvoll ausführen: Essen oder Reden. Wirklich.
3. Man gestikuliert niemals mit Besteck
Auch wenn ein scharfes Messer Ihren Argumenten eindrucksvoll Nachdruck verleiht: Das Besteck wird vor dem lebhaften Gestikulieren aus der Hand gelegt. Sonst kann es leicht bedrohlich wirken.
4. Tischgespräche sollen Freude machen
Der Tisch ist kein geeigneter Ort um die persönliche Wut auf Menschen, Unternehmen Parteien oder Regierungen zu thematisieren, da sich alle Essensteilnehmer an der Tafel wohlfühlen wollen. Unterhalten statt polarisieren sollte stattdessen die goldene Regel lauten. Außerdem: Wer sich beim Essen grün ärgert, wird nicht selten mit Magenkrämpfen bestraft.
5. Blickkontakt schafft Atmosphäre
Auch wenn man das Essen natürlich nie aus dem Augen verlieren sollten, kann es nie schaden auch einmal vom Teller aufzuschauen. Ein kurzer Blick ins Gesicht des Gegenübers schafft auch ohne Worte angenehme Stimmung.
6. Man fällt bei einem Tischgespräch nicht ins Wort
Ein schönes Essen sollte nicht einfach Mittel zum Zweck sein, sondern eine Plattform für angenehme Begegnung bieten. Ein ernsthaftes Zuhören ist hierfür wichtig, da es eine vertraute Atmosphäre begünstigt. Hierfür ist es eine Selbstverständlichkeit, dem Sprechenden nicht während seiner Rede ins Wort zu fallen. Übrigens: Die meisten Reden mit vollem Mund sind auf das Bestreben, dem Gegenüber sofort zu kontern zurückzuführen. Auch hier gilt: Ruhig zu Ende kauen, schlucken und dann antworten.
7. Man sitzt nicht krumm und schief am Tisch
Niemand erwartet von Ihnen, dass Sie die Haltung eines yogagestählten Sportfreaks einnehmen, doch eine gute Haltung bei Tisch ist ein absolutes Muss und unterstützt nebenbei die gesunde Nahrungsaufnahme. Für eine gute Haltung am Tisch genügen bereits: Ein lockere, aber aufrechte Haltung, räumliche Nähe zur Tischplatte und Hände, die nur bis zum Handgelenk auf dem Tisch aufliegen.
8. Man setzt sich nicht grußlos zu Anderen an den Tisch
Ein Neuankömmling sollte niemals schweigend und mit gesenktem Blick an seinen Platz schleichen. Sie müssen sich nicht verstecken!
9. Man steht gemeinsam vom Tisch auf
Am Ende des Mahls wiederholt sich das ganze Spiel. Die Gruppe wartet geduldig, bis auch der Letzte in Ruhe sein Mahl beendet hat. Wer früher fertig gegessen hat, kann sich nun ohne volle Backen der Konversation widmen.
10. Essen Sie langsam
Ihre Mutter hatte damals schon Recht. Keiner hat so wenig Zeit, dass er sein Essen wie ein Tier am Trog schlingen muss. Abgesehen davon, dass Sie als Langsamesser einen wesentlich angenehmeren Anblick bieten, wird auch Ihre schlanke Linie vom “Slow-Food“-Gedanken profitieren: Das Gehirn registriert Sättigungsgefühle erst 20 Minuten nach der eigentlichen Nahrungsaufnahme. Wer also isst wie eine Stopfgans, wird automatisch zu viel Nahrung zu sich nehmen.
Der Gentleman-Blog wünscht einen guten Appetit!
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Artikel unter mithilfe von Stilcoach und Buchautor Uwe Fenner. Der Leiter des Instituts für Stil und Etikette ist Experte für Knigge und Benimm in allen Lebenslagen .

Interessant, denn eigentlich sind das die genrellen Spielregeln für alle Essen, nicht nur mit den Kollegen! Denn Essen soll verbinden und wie hier richtig beschrieben wurde, soll das gemeinsame Essen für alle Beteiligten eine angenehme Zeit sein. Es hat ja etwas mit Respekt vor dem Essen zu tun….
Unterhaltsam geschrieben, aber “sattsam” bekannt, wenn auch leider nicht von vielen Menschen befolgt. Vielleicht ändert der Beitrag ja etwas daran
Interessanter Artikel. Zum Knigge gehört aber auch, sich halbwegs an die Regeln von Orthographie und Grammatik zu halten. Und da happert es beim Autor ganz gewaltig: “die Knigge”, “an den tag legt”, “vor dem lebhaftem Gestikulieren”, “nichts selten”, “Sie müssen Sie nicht verstecken”, “die Gruppe warten geduldig”, unsinnige Bindestriche etc.
Danke für das Feedback und den Hinweis. Ist behoben.
Schöner Beitrag! Ich finde, dass dem gemeinsamen Essen heutzutage leider viel zu wenig Bedeutung zugeschrieben wird. Insbesodere im Alltagsleben einer Familie: Jedes Familienmitglied isst wann und wo es Lust hat. Oder man sitzt zwar zusammen am Tisch, lässt aber den Fernseher nebenher laufen – absolutes No-Go meiner Meinung nach. Aber zurück zum geselligen Beisammensein: Das einzige was ich bei dem Knigge Tischmanieren-Beitrag vermisse ist eine Aussage darüber, was VOR dem Hinsetzen passiert. Wer setzt sich zuerst an den Tisch? Hilft man Frauen mit dem Stuhl? Ist es in Ordnung seine Jacke über die Stuhllehne zu hängen? Und darf man sein Smartphone auf den Tisch legen wie es heutzutage so gut wie jeder macht?