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Nov 02

Wie viel Gentleman steckt in den ‘GQ Männern des Jahres 2011′?

Am Wochenende fand in der Komischen Oper in Berlin die Preisverleihung der GQ-Awards statt. Der Gentleman-Blog war vor Ort. In zwölf verschiedenen Kategorien wurden vom Männer-Stil-Magazin Gentlemans Quarterly (GQ) die „Männer des Jahres 2011“ gekürt. Wir stellen die Preisträger vor und sagen, wie viel Gentleman in ihnen steckt.

Die GQ-Männer des Jahres 2011

Musik Lebenswerk: Marius Müller-Westernhagen
Allein sein Song „Freiheit“ ist ein Stück deutsche Musikgeschichte, aber nur ein Mosaikstein seines musikalischen Gesamtwerkes. Wenn es mehr Menschen wie den „friedvollen Anarchisten“ Westernhagen geben würde, wäre nicht nur die Musik im Radio besser, sondern auch die ganze Welt. Die Auszeichnung hat er jedenfalls absolut verdient. Er bleibt stets authentisch und macht Musik aus Leidenschaft, nicht des Geldes wegen.

Unterhaltung: Kurt Krömer
Kurt Krömer ist Kult. Vermutlich gefällt ihm dieser Status, zugeben würde er dies öffentlich aber wohl nicht. Sein Understatement und die Selbstironie sind wahrhaft gentlemanlike, sein respektloser Umgang mit den Gästen seiner Show allerdings weniger. Aber sonst wäre es ja auch nicht annähernd so unterhaltsam. Also: Bitte genau so weitermachen, Herr Krömer.

Politik: Klaus Worereit
Wenn ein Politiker einen Preis bekommt, gehen die Meinungen grundsätzlich auseinander. Doch bei Wowereit kann es eigentlich keine zwei Meinungen geben. Nach seiner unangefochteten zweiten Wiederwahl als regierender Bürgermeister ist er in Berlin immer noch konkurrenzlos. Er weiß sich versiert auf gesellschaftlichem Parkett zu bewegen und ist kein Haudrauf-Politiker oder Lautsprecher – soweit es die Gepflogenheiten seiner Branche zulassen. Wowereit ist einer der wenigen Gentleman in der Politik. Seltenheitswert: In seiner Dankesrede dankte er seinem Lebensgefährten.

Film National: August Diehl
Mit dem Film „23 – Nichts ist so wie es scheint“ schaffte August Diehl 1998 den Durchbruch als Schauspieler. Der Film war alles andere als ein One-Hit-Wonder, sondern seine Eintrittskarte in die deutsche Schauspielelite. In den letzten Jahren spielte er auch in internationalen Produktionen wie „Salt“ und „Inglourious Basterds“ mit. Mittlerweile macht er auch als Musiker mit seiner Band „hands up – excitement“ auf sich aufmerksam. Und durch negative Schlagzeilen: Zusammen mit Pete Doherty brach er in diesem Jahr im Vollrausch in ein Musikgeschäft ein und klaute dort eine Gitarre. So schafft er es leider weder zum Vorbild noch zum Gentleman.

Sport Lebenswerk: Heiner Brand
Heiner Brand ist eine deutsche Sportlegende, der Franz Beckenbauer des Handballs. Wobei das fast schon wieder eine Beleidigung für den Mann ist, der den deutschen Handball als Spieler, Trainer rund Funktionär wie kein Zweiter geprägt und zu Erfolgen geführt hat. Ein Vorbild, nicht nur als Sportler, sondern auch als Mensch. Auf die Frage, ob er ein Gentleman sei, antwortete er bescheiden: «So vermessen bin ich nicht, dass ich mich selbst so bezeichnen würde – aber ich versuche einer zu sein».

Sport International: Arjen Robben
Sportlich verkörpert Arjen Robben ohne jeden Zweifel Weltklasse. Doch wer als Mannschaftsspieler lieber von sich als vom Team spricht, auf dem grünen Rasen ständig meckert und sogar Mitspieler(!) ins Gesicht schlägt, ist alles andere als ein Gentleman und hat den Titel „Mann des Jahres“ nicht verdient.

Sport National: Philipp Köster
17 Jahre, Justin Bieber-Look und Windsurfweltmeister. Bei der Preisverleihung schüchtern und höflich, in Begleitung seiner Mutter. Philipp Köster ist auf dem Weg zum Frauenschwarm und perfekten Schwiegersohn. Für den GQ-Award eine sehr gute Wahl, doch für einen klassischen Gentleman ist das Surf-Wunderkind noch etwas jung. Alle Anlagen dazu scheint er aber mitzubringen.

Stil: Jared Leto
Wenn ein Mann einen fast tomatenroten Anzug trägt, dabei aber trotzdem wie ein Mann aussieht, dann hat er den Stil-Award redlich verdient. Aber die Kleidung eines Gentleman ist das eine, seine Persönlichkeit das andere. Auch da überzeugt das Multitalent, der seine außergewöhnliche Klasse schon als Model, Schauspieler und Musiker unter Beweis gestellt hat.

Fernsehen: Nico Hoffmann
Der Name Nico Hofmann ist den meisten TV-Zuschauern vermutlich weitgehend unbekannt. Doch es gibt kaum jemanden, der seine Werke nicht kennt. Auf das Konto des Regisseurs und Produzenten gehen u.a. „Solo für Klarinette“, „Mogadischu“, „Hindenburg“, „Dschungelkind“ und vieles mehr. Er hat sich seit Jahrzehnten um das Fernsehen verdient gemacht und in seinen Arbeiten auch vor schwierigen Themen nicht zurückgeschreckt. Ein Auszug aus der Laudation von GQ-Chefredakteur José Redondo-Vega bringt es auf den Punkt: „Nico Hofmann schafft es mit seinen Filmen immer wieder, zentrale Ereignisse der deutschen Nachkriegsgeschichte in Hollywood-Qualität aufzubereiten. Er bringt sie auf diese Weise jungen Generationen näher und hilft, sie im nationalen Gedächtnis zu konservieren. Damit hält er Geschichte lebendig ohne das Vergangene zu verzerren und wird so in unseren Augen selbst zu einer Persönlichkeit, die Filmgeschichte schreibt.“

Newcomer: Alexander Fehling
Durch seine Rollen als der junge Johann Wolfgang im Film „Goethe!“ und Andreas Baader in „Wer wenn nicht wir“ wurde Schauspieler Alexander Fehling einem breiten Publikum bekannt. Auf der Berlinale 2011 war er der „Shooting Star“ des europäischen Films. Optisch kommt er allemal wie ein Gentleman daher.

Mode: Roberto Cavalli
Im 2. Weltkrieg wurde der Vater von Roberto Cavalli durch die Nazis ermordet. Knapp 60 Jahre später wird sein Sohn in Berlin als Modeschöpfer ausgezeichnet. Was ein friedliches und geeintes Europa doch möglich macht. Europa muss mehr sein als eine Wirtschafts- und Eurozone. Aber zurück zum Thema. Als Liebling des Jet Sets scheute Cavalli auch nicht davor zurück, eine Kollektion für H&M zu entwerfen, um auch Otto-Normal-Bürgern an seinen Werken teilhaben zu lassen. Cavalli ist nicht nur ein geselliger, und origineller Modeschöpfer, sondern engagiert sich auch im Kampf gegen AIDS.

Legende: Peter Fonda
Bisweilen bekommt man bei einer Award-Vergabe in Europa den Eindruck, derjenige Hollywood-Promi einen Preis bekommt, der grade Lust und Zeit auf einen Europa-Trip hat. Wie die GQ-Jury auf den „Easy Rider“ als Preisträger kam, ist nicht bekannt. Doch eine Legende ist Fonda in der Tat, als ausgewiesener Gentleman würde er sich vermutlich aber nicht einmal selbst bezeichnen. Aber er ist ein Charakter, ein „richtiger Mann“, der sich politisch engagiert, sich für Freiheit einsetzt und den Einfluss von Religion und den Banken auf die Politik kritisiert.

Insgesamt hat die Jury bei der Wahl der Männer des Jahres 2011 ein gutes Händchen bewiesen. Wir sind schon jetzt gespannt, wer die „GQ-Männer des Jahres 2012“ sein werden.

Bilder vom Roten Teppich

Zum Schluss noch etwas fürs Auge: Schönes und Gewagtes vom roten Teppich.

GQ-Awards - Bilder vom Roten Teppich

Lesen Sie auch: 10 Jahrzehnte – 10 Gentlemen Hollywoods



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4 Responses to “Wie viel Gentleman steckt in den ‘GQ Männern des Jahres 2011′?”

  1. Susanne sagt:

    Gibt es auch die Frauen des Jahres? Bitte der mit Kategorie Kleid des Jahres. Die meisten der hier abgebildeten Ladies kommen da aber wohl weniger in Betracht…

  2. Kurt Krömer ist einfach klasse… Internetz :)

  3. Chriss sagt:

    Sport International: Arjen Robben??? vollkommen zu unrecht… der Mann verkörpert kein bisschen den Gentleman…

    warum gibts keine Outfits von den Männern???

  4. Chriss sagt:

    @Susanne: es gibt nur FRAU DES JAHRES… und das ist dieses Jahr Daisy Lowe (Gesicht der neuen Sony Ericsson Kampagne)

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