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Dez 17

Oh Du fröhliche – Der Weihnachtsknigge

Mit unerbittlichen Schritten nähren sie sich: die festlichen Weihnachtstage. Eigentlich soll es der Höhepunkt des Jahres werden. Doch die harmonischsten Tage des Jahres enden nicht selten in Streit, Wut und Enttäuschung. Die Deutsche Knigge-Gesellschaft möchte helfen, dass Weihnachten auch wirklich ein frohes Fest wird, und hat sich jüngst zum Thema Weihnachtsknigge geäußert. Der Gentleman-Blog präsentiert die fünf goldenen Weihnachtsregeln für ein frohes Fest.

1. Überladen Sie das Weihnachtsfest nicht mit Erwartungen

Weihnachten im Schoss der Familie. Menschen, die sich sonst nur wenig zu sagen haben, sitzen eng aufeinander und versuchen angestrengt sich in angewandter Feierlichkeit. Obgleich sich alle Beteiligten die größte Mühe geben, bricht das Kartenhaus Weihnachtsfrieden bald in sich zusammen: An einer kleinen Meinungsverschiedenheit entzündet sich eine Grundsatzdiskussion mit anschließender Wertedebatte gepfeffert mit längst verjährten Streitfragen. Wird ein einzelnes Ereignis wie Weihnachten derart mit Erwartungen überfrachtet, kann die Realität alle Beteiligten nur bitterlich enttäuschen. Besser: Den Feiertagen entspannt und mit einer guten Prise Realismus entgegentreten, sich in wohlwollender Toleranz üben und Dinge auch mal großzügig auf sich beruhen lassen.

Die Familie bzw. die Festgemeinde muss die Weihnachtstage auch nicht ununterbrochen zusammen miteinander verbringen. Zwischendurch benötigt jeder mal Freiraum und Zeit für sich. Wenn man die Auszeiten selbst nicht unbedingt braucht, sollte man es aber den anderen zugestehen. Anschließend kommt man wieder entspannt zusammen.

2. Äußern Sie sich nicht negativ über Geschenke

Auch wenn wir beim Anblick der nagelneuen Kuckucksuhr nicht vor Freude schreien möchten, ist es unklug sein Missfallen offen zur Schau zu stellen. Bedenken Sie: Unter Erwachsenen, die sich meist alle Wünsche zeitnah erfüllen, besitzen Geschenke vor allem einen Symbolcharakter. Sie sollen uns sagen: Ich habe an Dich gedacht, Du bist mir wichtig. Wenn Sie sich diese übertragende Bedeutung verinnerlichen wird klar: Eine Gabe zurückzuweisen, bedeutet auch den Schenkenden zurückzuweisen. Vergessen Sie auch nicht, eine geschmack- und liebevolle Verpackung zu loben und sorgsam zu öffnen.

3. Schenken Sie mit Herz

Ein Geschenk sollte, neben der Geste an den Anderen gedacht zu haben, noch eine weitere Botschaft transportieren: Ich habe Dich verstanden, ich weiß wer Du bist und was Du liebst. Menschen, die ihren Freunden oder Verwandten aufmerksam zuhören, finden schnell heraus, was ihre derzeitigen Leidenschaften sind, und sollte dies bei der Geschenkauswahl bedenken. Dieser kleine Aufwand sollte uns unsere liebsten Mitmenschen wert sein.

4. Verschicken Sie Weihnachtsgrüße nur auf Papier

Obgleich immer wieder als angeblich antiquiert angefeindet, gibt es keine geschmackvolle Alternative zu der guten alten Weihnachtspost. Inge Wolff vom Arbeitskreis Umgangsformen International (AUI) sagt dazu: „Gerade weil im Alltag sehr viel gemailt, gesimst und gefaxt wird, heben sich andere Grüße äußerst positiv aus der Masse der elektronischen Post ab“. Auch eine E-Mail mit Fotostrecken oder lustige, aber unpersönliche, E-Cards können das Gefühl beim Öffnen eines Briefes und die Haptik beim Lesen nicht ersetzen. Die schönsten Ergebnisse erzielen Sie übrigens, wenn die Weihnachtsgrüße mit Tinte und gute Handschrift verfasst wurden, es lohnt sich also den alten Schulgriffel zu suchen und wenigsten einmal im Jahr im Namen des guten Stils zu reaktivieren und anderen damit eine Freude zu bereiten.

5. Widerstehen Sie der Flimmerkiste

Auch wenn zu Weihnachten noch so viele Hollywood-Blockbuster im TV ausgestrahlt werden: Dies ist das Fest der Familie nicht der Flimmerkiste. Einträchtig vor der Flimmerkiste zu sitzen gilt nicht als unvergessliches, verbindendes Familienerlebnis. Bringen Sie stattdessen Gesellschaftsspiele auf den Tisch. Hinterher sind sich meist alle Teilnehmer einig: Wir sollten öfter mal zusammen spielen. Aber auch hier gilt: Entspannt bleiben und nicht mogeln. Es ist nur ein Spiel! Es soll Spaß und keinen Streit machen. Gesellschaftsspiele übrigens sind auch immer wieder eine gute Geschenkidee. Videospielkonsolen, auch wenn sie uns zu lustigen Verrenkungen zwingen, können klassische Brettspiele nicht ersetzten. Spaß braucht keine Batterien, Touchscreens oder Infrarotsensoren!

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