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Jan 09

Es tut mir leid – Warum eine Entschuldigung gut tut

Im Eifer des hitzigen Wortgefechts oder aus purer Nachlässigkeit unterlaufen uns täglich kleine und große Fehler. Wir sichern zu, eine bestimmte Aufgabe zu erledigen und kommen dieser Pflicht nicht nach. Wir vergessen einen wichtigen Termin und enttäuschen so einen anderen Menschen. Doch Fehler zuzugeben und sich zu entschuldigen fällt vielen Menschen schwer. Warum eigentlich?

Der Traum von der Unfehlbarkeit

Zum Glück sind die meisten Fehler nicht weiter schlimm, dennoch ist eine kleine Entschuldigung angebracht. Und bei größeren Fehlern erst Recht. Diese sparen wir uns allerdings oft, aus Furcht uns gegenüber Anderen angreifbar zu machen. Wir ängstigen uns davor, dass das Gegenüber auf unseren Fehlern herumreitet oder diese sogar vor Anderen publik machen könnte. Somit entspringt unsere Entschuldigungsmüdigkeit dem irrationalen Wunsch unangreifbar oder unbesiegbar zu sein. Doch dies ist noch nicht einmal die treibende Kraft, die einer schnellen Entschuldigung wirksam entgegenwirkt.

Falscher Stolz

Es ist hauptsächlich eine problematische Interpretation, die wir vom Begriff des Stolzes in unserem Denken etabliert haben. Wir fürchten,, dass uns durch das Eingestehen von Schuld der sprichwörtliche Zacken aus der Krone brechen könnte. Wir tun uns schwer, sich Fehler zuzugeben und uns Schwächen einzugestehen. „Nur keine Zugeständnisse machen“, redet die innere Stimme auf uns ein,, „Dein Status könnte leiden. Du könntest in den Augen Anderer schwach wirken“.

Menschlichkeit statt Perfektionismus

Wir müssen diesen unerfüllbaren Wahn als Albernheit enttarnen. Niemand ist perfekt. Fehler sind für unser Leben elementar wichtig, um daraus zu lernen. Jeder, wirklich jeder, macht Fehler. Der Traum vom Genie, dem Überflieger, ja dem Übermenschen, ist ein Lügenkonstrukt – und unmenschlich.

Mit einer ehrlichen Entschuldigung agieren wir sympathisch und legen gleichzeitig ein Bekenntnis zur Menschlichkeit ab: Wir sind alle gleich, da wir nur Menschen sind. Fehlbar, aber (hoffentlich) ehrlich um das Gute bemüht. Letzterer Wesenszug definiert unser streben als wahre Gentleman. Trauen wir uns also, einfach mal Entschuldigung zu sagen. Es tut gut. Unserem Gegenüber, und vor allem uns selbst.

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4 Responses to “Es tut mir leid – Warum eine Entschuldigung gut tut”

  1. Texti sagt:

    Sich entschuldigen fällt oft extrem schwer, oft weil man nicht ganz einsieht, dass man selbst zumindest eine Teilschuld hat. Aber das ist wohl die Kunst des Gentleman..

  2. Christine sagt:

    Hallo,
    vielen Dank für den schönen Artikel. Es würde doch so einigen Menschen gut tun, ihn zu lesen!

  3. Rob sagt:

    Ein wichtiger Aspekt einer Entschuldigung wurde hier jedoch außen vorgelassen.
    Man bittet um Entschuldigung und entschuldigt sich nicht selbst.

  4. Das man um Entschuldigung bittet und sich nicht entschuldigt ist der häufigste Fehler. Ein weiterer ist das die bitte wirklich ernst gemeint ist. Wie offt kommt es vor das man Entschuldigung sagt ohne darüber nachzudenken?

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