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Jan 26

Ich war noch niemals in New York – Wann ist ein Mann ein Weltmann?

Kein Frage: Echte Weltmänner habe es nicht nötig, auf ihren Status zu verweisen. Doch viele Angeber und Sendungsbedürftige produzieren sich gerne als Kenner aller Kontinente. Sie vergessen dabei aber, das es beim Reisen viel mehr auf das wie als auf das wohin ankommt.

Was ist überhaupt Weltläufigkeit?

Kann man sie überhaupt greifen, diese Weltläufigkeit, Internationalität und Mondänität? Wann darf man sich selbst mit gutem Gewissen als waschechten Weltmann betiteln? Zunächst einmal: Wer jede Woche das Flugzeug benutzt ist noch lange kein weltläufiger Gentleman. Der Glanz, der Fernreisen in früheren Jahrzehnten umgab, ist heute längst verblichen und wurde durch eine uniforme Massenabfertigung ersetzt. Weite Reisen sind längst für Max Mustermänner und Otto Normalbürger erschwinglich. Es ist heute kein Problem mehr, mal eben nach Bangkok zu düsen um dort bewegungslos am Strand zu liegen, ein paar Bierchen zu trinken und Büffetschlachten in uniformen Touristenghettos auszufechten. Das von einer derartigen “Expedition in die Fremde“ niemand als anderer Mensch wiederkehrt, dürfte auf der Hand liegen. Es ist leicht machbar um die halbe Welt zu jetten, ohne sich ernsthaft auf fremden Kulturen, Sitten, Sprachen und Traditionen einzulassen. Die alte Weisheit “Reisen bildet“ hat trotzdem weiterhin unbedingte Gültigkeit. Um in den Genuss dieser Weisheit zu kommen, ist es allerdings notwendig mit offenen und neugierigen Augen durch das Reiseland zu gehen. Wessen primäres Interesse der Hotelbar, dem Souvenirshop, seinem Liegstuhl oder dem All-inclusive-Büffet gilt, dessen Horizont wird sich auch bei drei Fernreisen pro Jahr nicht nennenswert erweitern.

Wie erlangt man Weltläufigkeit?

Die eigene Weltläufigkeit ist zu großen Teilen ein Produkt der eigenen Einstellung. Auch in der eigenen Heimatstadt gibt es viele Menschen mit internationalem Hintergrund. Fast immer haben sie spannende Geschichte aus ihrer Heimat, von ihrer Kultur und ihren Traditionen  zu erzählen. Einen Schritt auf diese interessanten Menschen zugehen, nachfragen und zuhören lohnt sich in jedem Fall. Durch das Internet steht uns die Welt zusätzlich ein weites Stück offen: Zeitungsartikel aus New York, TV-Nachrichten aus Paris oder Salsa-Radio aus Kuba, alles ist heute möglich. Auch wer nur wenig reist kann sich unbefangen und neugierig für fremde Kulturen und Länder interessieren. Für Weltläufigkeit muss man nicht um die ganze Welt gelaufen sein.

Aber wer die Chance hat, andere Länder und Kulturen kennen zu lernen, sollte sie unbedingt ergreifen! Auslandssemester sind ebenfalls eine fantastische Möglichkeit mit der Welt auf Tuchfühlung zu gehen, interkulturelle Kompetenz zu erwerben und den eigenen Horizont zu erweitern. Nutzen Sie Ihre Chance und reisen Sie intensiv. Lernen Sie auf dem Hinflug ein paar Vokabeln auswendig, lesen Sie ein Buch über Landessitten und -kultur, trauen Sie sich Ihr Hotel zu verlassen und sich auf Ihr Gastland einzulassen. Sie werden begreifen: Beim Reisen spielt das wie eine größere Rolle als das wohin.

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One Response to “Ich war noch niemals in New York – Wann ist ein Mann ein Weltmann?”

  1. Dandelion sagt:

    Danke für diesen tollen (und wahren) Artikel. Eine Ergänzung hätte ich noch: unbedingt das iPhone zuhause lassen. Wenn man in einer fremden Stadt von früh bis spät Google-Maps vor Augen hat, findet man zwar auf Anhieb jedes Ziel. Leider verpasst man dabei aber all die zufälligen Impressionen und Begegnungen, welche die Mosaiksteinchen nachhaltiger Erinnerungen bilden. Lieber im Hotel nach einer City Map fragen, sich unterwegs fünf Mal verlaufen und dabei tausend Dinge entdecken, die in keinem Reiseführer stehen…

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