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Feb 02

Rezension: Der Philosoph und der Wolf

Was kann ein Philosophieprofessor von einem wilden Tier lernen? Kann man einen Hund besitzen? Ist es moralisch ein wildes Tier zu erziehen? Der britische Autor Mark Rowlands beschränkt sich in seinem Buch nicht auf einen bloßen Erlebnisbericht, sondern verknüpft persönliche Erfahrungen auf unterhaltsame Weise mit philosophischen Grundsatzgedanken.

Eine außergewöhnliche Erfahrung

Viele Menschen halten sich einen Hund als treuen Begleiter auf einem Teilstück ihres Lebensweges. Doch kaum jemand kann von sich behaupten, ein Jahrzehnt mit einem waschechten Wolf verbracht zu haben. Einer dieser wenigen Menschen ist der britische Philosophieprofessor Mark Rowlands, der diese außergewöhnliche Erfahrung in dem Buch “Der Philosoph und der Wolf“ verarbeitet hat. Mit viel Herzblut beschreibt Rowlands, wie er den kleinen Welpen “Brenin“ bei sich zuhause aufnimmt und dieser langsam aber sicher sein bequemes Uni-Leben auf den Kopf stellt. In der gleichen Geschwindigkeit in der “Brenin“ vom putzigen Fellknäuel zum stattlichen Raubtier heranwächst, reift auch Rowlands Persönlichkeit zu der eines tiefgründigen Denkers heran.

Darf der Mensch ein wildes Tier zähmen?

Die ständige Gegenwart des ungezähmten Tieres inspiriert Rowland zu nachdenklichen philosophischen Diskursen: Was unterscheidet die Wölfe von uns Menschen? Kann ein Tier die gleichen Gefühle empfinden wie wir? Darf man einen Hund erziehen und ihn damit beherrschen? Zu letzterer Fragestellung sinniert Rowlands: „Manche glauben, Hunde – oder gar Wölfe – abzurichten sei grausam, als würde man ihren Willen brechen oder sie für immer einschüchtern. Doch weit davon entfernt, seinen Willen zu brechen, steigert es das Selbstvertrauen und damit auch die Gemütsruhe eines Hundes oder Wolfes ganz erheblich, wenn er genau weiß, was von ihm erwartet wird. Es ist eine harte Wahrheit, wie Friedrich Nietzsche es einst ausdrückte, dass diejenigen, die sich nicht selbst disziplinieren können, rasch jemanden finden, der diese Aufgabe für sie übernimmt (…). Disziplin steht keineswegs im Gegensatz zur Freiheit, sondern sie macht die lohnendsten Formen der Freiheit erst möglich. Ohne Disziplin gibt es keine Freiheit, sondern nur Zügellosigkeit“.

Eine Tierfreundschaft ohne Kitsch

Auf scharfsinnige, niemals langweilige oder belehrende Art verknüpft Rowlands autobiographische Erlebnisse mit seinem wissenschaftlichem Fachgebiet und neusten Erkenntnissen aus der Verhaltensforschung. Der “Der Philosoph und der Wolf“ ist eine bewegendes Buch, das die Freundschaft eines Menschen zu einem Wildtier ohne romantisierende Hollywood-Verklärung und unnötigen Kitsch dafür aber mit bestechender analytischer Intelligenz und viel Herz beschreibt. Eine Leseempfehlung nicht nur für Hundefreunde.

Hier geht´s zum Buch:
Der Philosoph und der Wolf: Was ein wildes Tier uns lehrt

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2 Responses to “Rezension: Der Philosoph und der Wolf”

  1. Michael sagt:

    Rezession und Rezension zu verwechseln wäre schon sehr peinlich.

  2. [...] interessantes Buch zum Thema “Mensch und Wolf” finden Sie hier. [...]

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