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Feb 08

Darf ich bitten? – Tipps zur Ballsaison

Die Ballsaison ist bereits in vollem Gange. Die Zeit zwischen Neujahr und Aschermittwoch ist traditionell die Zeit im Jahr, der die Freunde klassischer Abendgarderobe besonders entgegenfiebern. Schließlich bieten sich zu keiner anderen Jahreszeit mehr gesellschaftliche Verpflichtungen und Gelegenheiten, die es im Frack oder Smoking zu bestreiten gilt. Stil-Experte Florian S. Küblbeck gibt im Gentleman-Blog Tipps zur Ballsaison.

Eine lohnende Investition

Der Smoking bildet heute in der allgemeinen Wahrnehmung die höchste tragbare Form eleganter Herrengarderobe. Gerade für einen solchen Langstreckenläufer unter den Anzügen lohnt sich die Investition in ein möglichst klassisches Stück. Der weitgehende Verzicht auf modische Zugeständnisse sichert so die Langlebigkeit des Anzugs und erspart seinem Besitzer beispielsweise den Kauf einer neuen Smokinghose, weil die alte mit ihren weit ausgestellten Hosenbeinen dem Zeitgeschmack nicht mehr entsprechen mag. Außerdem gilt: Der Smoking lebt von Einfachheit und Uniformität. Der geltende Dresscode, der die Männerwelt farblich weitgehend auf Schwarz (Kenner weichen auf Mitternachtsblau aus, weil es in künstlichem Licht schwärzer als Schwarz wirkt) und Weiß beschränkt, nivelliert einen Teil der Gesellschaft und macht ihn zum Hintergrund für die weiblichen Ballgäste, deren aufwendige Roben so besser zur Geltung kommen. Wenn Sie also das nächste Mal überlegen, die klassische schwarze Schleife zum Smoking durch eine hellrote mit blassgelben Tupfen ersetzen um so Ihren Look vermeintlich aufzupeppen, denken Sie daran: Sie tun das zum Nachteil Ihrer Begleiterin.

Ein Kleidungsstück mit Pfiff

Der Smoking unterscheidet sich in einigen Details von einem gewöhnlichen Anzug, wie man ihn tagsüber tragen würde. Das wohl auffälligste ist das Revers, das entweder als Spitz- oder Schalfasson daherkommt (fallende Revers gelten als zu sportlich) und mit schwarzem Seidenrips oder Satin besetzt ist. Zusätzlich ist es möglich, beispielsweise die Knöpfe der Jacke oder die Paspolierungen der Hüfttaschen passend zu gestalten. À propos Taschen: Die Smokingjacke hat immer sogenannte Schlitztaschen mit Doppelpaspel, niemals Klappen- oder gar aufgesetzte Taschen. Die gleiche Seide wie am Revers kommt auch an der Smokinghose zum Einsatz, wo sie als sogenannter Galon an der äußeren Hosennaht entlangläuft. Die Frackhose unterschiedet sich von der Smokinghose in der Anzahl dieser Stoffstreifen: Anstatt eines einzelnen trägt die Frackhose einen doppelten Galon. Die Smokinghose ist hoch auf den Leib geschnitten, damit zwischen Sakkoknopf und Hosenbund kein weißer Hemdstoff durchblitzt. Sie wird von Hosenträgern oder Seitenspangen gehalten. Gürtel sollten — ebenso wie Hosenumschläge — der Tages- oder Sportgarderobe vorbehalten bleiben und haben am Smoking nichts zu suchen.

Accessoires machen den Unterschied

Der Smoking lebt auch von den übrigen Kleidungsstücken und Accessoires, die man mit ihm zusammen trägt. Das offensichtlichste solche Teil ist sicher die Smokingschleife. Diese besteht aus schwarzem Seidenrips oder Satin und greift so den Reversbesatz der Jacke auf. Wer keine Weste aus Anzugstoff zum Smoking kombiniert, trägt einen sogenannten Kummerbund oberhalb der Hose. Besonders im Sommer trägt er sich kühler und erspart dem Träger dennoch die Peinlichkeit eines sichtbaren Hosenbundes. Zudem verdeckt er die Halteschlaufen der Hosenträger. Diese sollten aus weißem Barathea bestehen und über ebenfalls weiße Lederschlaufen an den Enden verfügen. So fallen Sie selbst bei aufklaffender Smokingjacke nicht weiter auf.

Hemd und Schuhe als perfekte Ergänzung

Das Smokinghemd besteht aus weißer Baumwolle und hat einen weichen Umlegekragen sowie eine gefältelte Hemdbrust und Umschlagmanschetten. Der perfekte Auftritt wird durch schwarze oder farbig kontrastierende Strümpfe aus Seide oder einem feinen Gemisch aus Wolle und Seide, sowie Abendschuhe komplettiert. Üblich sind glatte, geschlossene Schnürschuhe ohne Zehenkappe, idealerweise mit seidenen Schnürsenkeln. Unerschrockene tragen stattdessen sogenannte Opernpumps, einen tiefgeschnittenen Loafer mit gerader Seidenschleife. Beide Schuhtypen können entweder aus Lackleder oder wasserpoliertem Kalbsleder bestehen. In jedem Fall sollten sie jedoch schwarz sein.

Lesen Sie auch: Smoking, Frack, Cutaway & Co. – Die Hierarchie der Anzüge

Über den Autor

Gastbeitrag von Florian S. Küblbeck. Im renommierten Stilmagazin war der Modejournalist und Stilcoach federführend für den redaktionellen Teil verantwortlich. Heute arbeitet er für verschiedene Blogs und Online-Magazine. Sein Spezialgebiet ist die klassische Herrengarderobe. Im Gentleman-Blog schreibt er unter anderem über Stil und die Garderobe eines Gentleman.



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2 Responses to “Darf ich bitten? – Tipps zur Ballsaison”

  1. Chris sagt:

    Ein Smoking oder auch Manschettenhemden mit passenden Knöpfen werden auch gern in der Geschäftswelt gesehen. Ich habe dadurch schon etliche Kunden begeistern können wenn ich ein Hemd mit Manschetten anhatte.

  2. Veryluxe sagt:

    Wie wahr! Männer traut Euch ACCESSOIRES machen das Leben bunter. VG Veryluxe

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