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Feb 16

Gentleman-Sport: Polo

Kaum etwas liest man in den Medien über Polo – außer vielleicht in Klatsch- und Königshausgeschichten. Kein Wunder, dass deshalb so viele Klischees und Missverständnisse über diese Sportart existieren. Nutzen Sie die Chance Wissenslücken über Polo, die edle Sportart mit einer bewegten Geschichte und Jahrhunderte alten Tradition, mit Hilfe des Gentleman-Blogs ein für alle mal zu stopfen.

Polo – Mulikultureller Sport mit langer Tradition

Abseits der gleichnamigen Hemden hat hierzulande kaum jemand eine Beziehung zum Polo. Existieren in Deutschland doch nur 300 aktive Polo-Spieler. Doch das ist noch lange kein Grund, sich nicht für diese wahrhaft multikulturelle Sportart zu interessieren. Bereits der Begriff hat exotische Wurzeln, stammt das Wort Polo doch aus der Sprache der Balti, eines kleinen Volkes aus Kaschmir, und bedeutet schlicht “Ball“. Polo ist zudem ein Sport mit einer langen Tradition: Bereits vor über 2600 Jahren trugen die Menschen im reitsportbegeisterten Persien auf großen öffentlichen Plätzen Polo-Wettkämpfe aus. Zusammen mit dem Islam breitete sich Polo weiter nach Arabien und Indien aus. Im 19. Jahrhundert lernten auch die damaligen britischen Kolonialherren das Spiel zu schätzen und führten Polo schließlich in Großbritannien ein. So gründete sich 1859 der erste britische Polo-Club. Fünf Mal war Polo olympische Disziplin (1900, 1908, 1920, 1924 und 1936), konnte sich aber nicht dauerhaft beim größten Sportwettbewerb der Welt etablieren.

Polo besonders beliebt in Argentinien und auf der Insel

In keinem Land der Welt ist Polo bis heute so beliebt wie in Argentinien. So ist es kein Wunder, das die besten Spieler der Welt aus dem südamerikanischen Land stammen und auch die bedeutendsten Turniere dort stattfinden. Auch in Großbritannien spielt Polo eine wichtige Rolle: Rund 50 Clubs haben sich auf der Insel dem Spiel der alten Perser verschrieben. Zudem ist der Polosport im Heimatland der Gentleman untrennbar mit dem Umfeld von Elite-Universitäten verknüpft. Egal ob Oxford, Cambridge oder London School of Economics: Überall spielt die junge Elite Polo.

Regeln und Taktik beim Polosport

Ziel des Spiels ist es einen kleinen Ball mithilfe eines Schlägers und vom Rücken eines Pferdes ins gegnerische Tor zu schießen. Ein Spielfeld hat die Größe von 274 mal 182 Metern und wird durch hölzerne Boards begrenzt. Auf dieser Spielfläche treten zwei Mannschaften mit jeweils vier Spielern gegeneinander an. Das Spiel dauert vier bis acht siebenminütige Zeitabschnitte. Sicherheit steht beim Polo an oberster Stelle: Jeder Spieler muss zwingend einen schützenden Helm tragen und zeigt eines der Pferde kleinste Anzeichen einer Verletzung wird das Spiel sofort abgebrochen.

Polohemd ohne Bezug zum Polosport

Ausgerechnet das berühmte Polohemd hat seine Wurzeln übrigens nicht im Polosport: Es wurde 1933 vom französischen Tennisprofi René Lacoste erfunden. Erst ab 1972 schuf der US-Designer Ralph Lauren, der in Wirklichkeit übrigens Ralph Lifshitz heißt, durch aufwändige Werbekampagne die Verbindung von Hemd und Polo.

Nur 300 aktive Polospieler in Deutschland

Wenn Sie sich nach der Lektüre dieses Artikels spontan entscheiden in den Polosport einzusteigen, sind Sie nicht nur in bester Gesellschaft vom polobegeisterten Prominenten wie Prinz William oder Prinz Harry sondern gehören hierzulande auch zu einem wirklich exklusiven Zirkel: Nur etwa 300 aktive Polospieler gibt es in Deutschland.

Lesen Sie auch: Interview mit Florian S. Küblbeck – “Die Deutschen haben Angst davor, sich falsch anzuziehen”



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5 Responses to “Gentleman-Sport: Polo”

  1. Jasmin sagt:

    “Ausgerechnet das berühme Polohemd hat seine Wurzeln übrigens nicht im Polosport:”

    Langärmelige Shirts aus robustem Baumwollstoff und mit Kragen wurden beim Polo bereits Ende des 19. Jahrhunderts getragen, um die Spieler vor Wind und Wetter zu schützen und bereits 1898 begannen die Brooks Brothers das erste offizielle Poloshirt zu produzieren.

    Zwar ist die Kurzarmvariante erst von René Lacoste etabliert worden, doch der Ursprung liegt wohl schon im Polosport.

  2. Jack sagt:

    Eine kleine Ergänzung…: Nach unseren Recherchen wurde 1896 von der Fa. Brooks Brothers aus New York erstmals ein Hemd mit dem Begriff “polo shirt” auf den Markt gebracht; Besonderheit war, dass der Kragen mit Knöpfen gehalten wurde. Daraus hat sich dann wohl das Button-Down-Hemd entwickelt; mit dem Poloshirt von Lacoste hat diese erste Verwendung jedenfalls keinen Zusammenhang.

  3. Raki sagt:

    Vielen Dank für die Info, vor allem dass Lacoste die Polos erfunden hat,war mir vorher nicht bekannt. Dafür bin ich ihm auch sehr dankbar, sind doch die Poloshirts heutzutage mitunter die schicksten modischen Kleidungsstücke

  4. … Lustig auch das im Polosport nun als neuer Trend Hemden statt Poloshirts getragen werden…
    Ob sich das durchsetzt?

  5. [...] zu sehen. Schon lange ist es in die sportliche Alltagsmode vorgedrungen und ist dort ,ähnlich wie das klassische Poloshirt, nicht wegzudenken. Es ist ein weitere Alternative zu dem gewöhnlichen T-Shirt bzw. Longsleeve. Da [...]

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