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Mrz 09

Die Geschichte der Mode (13) – Die schrillen 80er und 90er Jahre

Die Mode der 1980er Jahre war eine Mode der Extreme. Nahezu alles war erlaubt und miteinander kombinierbar. Materialien, wie derbes Leder wurden mit feiner Spitze gemixt, Turnschuhe zu feinen Kostümen und Dessous als Alltagsmode getragen. Die Frisuren wurden mit viel Haarspray aufgetürmt oder mittels einer Dauerwelle in Form gebracht. Die Musik, das Fernsehen und seine Stars nahmen zudem starken Einfluss auf die Mode. TV-Serien wie „Denver“, „Dallas“ oder „Miami Vice“ waren stilprägend.

Dressed for Success – Der Erfolg der Markenmode

Durch den wachsenden Erfolgsdrang der jungen Mittelschicht wuchs auch die Begeisterung für Modemarken. Labels von Haute Couture-Größen wie Karl Lagerfeld, Vivienne Westwood oder Giorgio Armani waren genauso begehrt wie Konfektionsmarken (z.B. Nike, Esprit, Benetton), und wurden plakativ zur Schau gestellt. Während heutzutage das offensichtliche „branden“ eher verpönt ist, war es in den 80er Jahren selbstverständlich seinen Wohlstand mit Markenkleidung zu demonstrieren und somit seinem Erfolg Ausdruck zu verleihen.

Körperkult und stone-washed Jeans

Die 80er Jahre waren auch das Jahrzehnt des Körperkults samt Bodybuilding- und Aerobic-Wahn. Als Kontrast zur strengen Businessmode, wurden knallbunte Stirnbänder, Leggings, Turnschuhe und Legwarmer (Stulpen) auch in der Alltagsmode getragen. Außerdem waren die Punk-Mode, Schulterpolster und der Oversize-Look beliebte Modetrends. Jeans und T-Shirts wurden als Freizeitmode getragen und etablierten sich teilweise sogar am Arbeitslatz.

Allerdings galten damals neue Jeans bei der Jugend als bürgerlich-spießig und wurden häufig mit Alterspuren versehen. Die Industrie überbot sich regelrecht in dieser Form der „Veredelung“. Der Stoff wurde geknittert, geblichen oder zerrissen. Die karottenförmige stone-washed Jeans war stilprägend für dieses Jahrzehnt.

Die neue Welle

In der 80er Jahren etablierte sich auch der Begriff „New Wave“, der bereits Ende der 70er Jahre für die Punk-Bewegung verwendet wurde und nunmehr alle Post-Punk-Bewegungen, die sich meistens auf bestimmte Musik- und Kleidungsstile bezogen, bezeichnet.

Die ursprüngliche Punk- und Hardcore-Punkszene distanzierte sich jedoch von dieser Bezeichnung, da der Begriff New Wave von der Medienwelt auf verschiedenste, zum Teil untereinander konkurrierende Musik- und Mode-Gruppierungen, angewendet wurde und als kommerziell verschrien war. So verabscheuten beispielsweise die sog. Mods die Punkszene, wurden aber mit ihr in der New Wave-Schublade verstaut. Modisch gesehen entwickelten sich im Zuge der „New Wave“-Ära verschiedenste Stile und Gruppierungen, wie zum Beispiel die Gothics, New Romantics oder Synthie-Popper.

Gegenläufige Trends in den 90ern

Die Mode der 1990er Jahre wuchs zu einer gigantischen Industrie heran, die ihre neuesten Trends über das Fernsehen und zum Ende des Jahrzehnts auch über das Internet weltweit kommunizierte. Von einem einzigen Trend konnte allerdings keine Rede mehr sein, da – wie schon in den 80er Jahren – gleichzeitig gegenläufige Trends das Bild bestimmten. Die Gratwanderung zwischen modern und unmodern wurde immer schwieriger, da es keine einheitlichen Modetrends mehr gab. Die Mode zitierte nun immer häufiger Elemente aus der Vergangenheit. Das eigentlich Neue an der Mode der 90er Jahre waren die leichten, strapazierfähigen Materialien. Stoffe, die wie Plastikfolien aussahen, Teflon oder andere Kunststoffe, bis hin zu beschichteter Baumwolle mit Lederoptik. Anders als die steifen Plastik- und Metallkleider der 60er Jahre, waren diese Materialien bequem zu tragen und leicht zu pflegen.

Die Jugendmode geprägt vom Musikgeschmack

Vor allem die Jugendmoden experimentierten mit verschiedensten Stilen und Materialien. Der jeweilige Musikgeschmack bestimmter Genre-Anhänger, prägte auch deren Modestil.

Die Kleidung der Hip Hopper sollte ein Lebensgefühl zwischen Gefahr und Vergnügen widerspiegeln. Typische Merkmale waren tiefsitzende und teilweise extrem weite Hosen, überlange T-Shirts, Baseball-Kappen, weite Daunenjacken und auffällige Turnschuhe.

In der Technoszene waren grelle Farben, synthetische Materialien und bunte Haare beliebt. Sie spiegelten die Künstlichkeit der Musikrichtung wider. Ein modisches Spannungsfeld ergab sich durch die Gegenüberstellung von extrem kleinen und extrem großen Kleidungsstücken. Zu kurzen, knappen T-Shirts wurden z.B. häufig sehr weit geschnittene Hosen in Überlänge und extreme Plateausohlen getragen.

Demnächst im 14. Teil der Modegeschichte: Die Trends zu Beginn des 21. Jahrhunderts

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5 Responses to “Die Geschichte der Mode (13) – Die schrillen 80er und 90er Jahre”

  1. diebummelfee sagt:

    Die Outfits der 80er waren echt der Hammer! Ob des jetzt positiv oder negativ gemeint ist, könnt ihreuch denken ;) Aber immer wieder witzig sich daran zu erinnern :)

  2. Paul Green sagt:

    Ich muss sagen die Evolution ist ganz schön weit voraon geschritten ! Wenn ich mich noch daran erinnere was ich früher für Kleidung getragen habe muss ich echt lachen. Ich muss aber sagen in der heutigen Zeit ist de Mode schon Edler und Moderner geworden auch wenn man es nicht vergleichen kann. Guter Blog den du hier hast ! Woher nimmst du eigentlich deine ganzen Bilder ? Die sind echt cool ;)

    Gruß Paul

  3. FashionLOVER sagt:

    Mich inspiriert die Mode der 80er am meisten. In den aktuellen Kollektionen der Designer tauchen immer wieder Trends und Elemente aus den 80ern auf.

  4. Marie sagt:

    Sie sind zurück die 90er-Jahre! In der Mode werden Wickelröcke die neuen Rock-Stars sein.
    Der Grunge Chic von Dries Van Noten wird wohl ein Trend dieses Jahr sein.
    Hoffentlich sind die Karo-Flanellhemden schnell wieder Geschichte.

  5. Klaus sagt:

    Oje – da kommen ganz, ganz schreckliche Bilder zurück in meinen Kopf. Die Partys, die Musik und natürlich die Klamotten die wir damals getragen haben waren schon…sagen wir mal “speziel”!!! Klar: damals ist es einem nicht so aufgefallen – aber im nachhinein ist man ja bekanntlich immer schlauer…
    Ich habe mir eben auch ein paar alte Bilder ausgekramt und leider bestätigen sie meine These: schön waren die 80er nicht :-)
    Kommen wir zu den 90ern: besser – aber auch bei weitem nicht das, was ich heutzutage als “chic” bezeichnen würde – aber dafür was die Musik besser:-)

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