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Mrz 19

Kindheitshelden im Gentleman-Check: Indiana Jones

Es ist still geworden um die Helden unserer Kindheit. Früher drehte sich unser Leben um sie, heute sind sie vor allem noch Erinnerung. Wie sehen wir sie in der Rückschau? Haben die Helden von einst unsere damalige Bewunderung verdient? Heute im Gentleman-Check: Dr. Henry Walton Jones Jr. alias Indiana Jones.

Ein gefeierter Held

Anfang der 1980er Jahre sorgte der Abenteuer Film “Jäger des verlorenen Schatzes“ von Meisterregisseur Steven Spielberg an den Kinokassen für Furore. Drei Fortsetzungen 1984, 1989 und 2008, eine 22-teilige Fernsehserie, Video- und Computerspiele sowie unzählige Merchandising Devotionalien folgten bisher auf “Jäger des verlorenen Schatzes“ und sicherten der Hauptfigur “Indiana Jones“ einen Platz im Hollywood Olymp. 2003 belegte der Film mit den Abenteuer des Dr. Jones bei der Wahl zum “greatest movie hero of all time“ durch das American Film Institute den respektablen zweiten Platz. (An erster Stelle: Atticus Finch aus dem Filmklassiker “Wer die Nachtigall stört”). Das renommierte TIME Magazine wählte ihn gar zum zweitwichtigsten fiktionalen Charakter aller Zeiten, knapp hinter dem britischen Meisterdetektiv Sherlock Holmes. Wie hat es dieser Wissenschaftler geschafft, andere derart von sich zu begeistern?

Der Filmheld Henry Walton Jones jr., Spitzname „Indy“, wurde am 1. Juli 1899 in Princeton, New Jersey geboren und promovierte im Juni 1922 im Fach Archäologie an der Universität von Chicago. Schon bald wurde ihm die gemütliche aber theoretische Schreibtischarbeit zu langweilig und er machte sich auf, um die entlegensten Regionen der Welt nach wertvollen Reliquien zu durchforsten.

Ein Wissenschaftler, wie er sein sollte

Indiana Jones, verkörpert durch den stets sympathischen und wagemutigen Harrison Ford, ist ein Vorzeige-Wissenschaftler. Der Protagonist der vier Kinofilme ist ein aufrichtiger und weiser Wahrheitssucher, der das Wissen der Menschheit mehren möchte. Finanzielle Interessen, Macht oder persönlicher Ruhm interessieren Indiana Jones nicht. Indy ist damit der Alexander von Humboldt des 20. Jahrhunderts. Gleichzeitig vereint die Figur zwei Ideale der Wissenschaft in einer Person: Den einerseits unermüdlich, im Schweiße seines Angesichts nach verwertbarem Material suchenden Forscher, und anderseits den in der Abgeschiedenheit der Universität über seinen Theorien brütenden Vordenker. Jedoch wirklich wohl fühlt sich Indiana Jones in den zahlreichen brenzligen Gefahrensituationen seiner Abenteuer nicht. Als erfahrender Kopfmensch agiert er stets überlegt und kalkulierend und nicht wie ein ungestümer Abenteurer. Zudem ist Dr. Jones keineswegs angstfrei: Seit einen traumatischen Erlebnis in seiner Kindheit plagt ihn eine schwere Schlangenphobie. Indiana Jones ist im Prinzip ein ganz normaler Mensch wie du und ich, nur eben mit Fedora und Peitsche! Diese Natürlichkeit macht ihn den Zuschauern so sympathisch.

US-Imperialismus im Forschergewand

Üblicherweise bemühen sich seriöse Wissenschaftler um eine größtmögliche geistige Ferne zu allem Übersinnlichem oder Okkultem. Indiana Jones hat dagegen geradezu ein Faible für magische Gegenstände aller Art. So jagt er in seinem ersten Abenteuer der sagenumwobenen Bundeslade hinterher, dessen Besitz jede Arme unbesiegbar machen soll. Wie bitte passt das zusammen? Ein ernsthafter Forscher, der nach einem alttestamentarischen Hokuspokus sucht?

Selbst wenn man sich auf diesen pseudo-religiösen Unsinn einlässt, stellt sich doch die Frage, warum Indiana Jones die Bundeslade ausgerechnet an die US-Regierung weitergibt. Soll wirklich ein einzelner Staat die Macht besitzen jeden Krieg zu gewinnen? Was passiert wenn diese unglaubliche Macht in die falschen Hände gerät? In der Realität sind die “Guten“ und die “Bösen“ meist nicht so klar erkennbar wie im simplen Indiana Jones Universum, das für letztere Rolle immer die Nazi-Deutschen verwendet und dabei über 40 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs alte Klischees aufwärmt. Tritt “Indy“ nicht selbst als typischer US-Imperialist auf, der hemmungslos fremde Entwicklungsländer um ihre Kulturschätze beraubt, um diese in die Vereinigten Staaten zu bringen?

Harisson Ford als Indiana Jones

Fazit

Lässt man die vielen übernatürlichen und realitätsfernen Unlogiken sowie die klischeehafte Unterteilung der Welt in “Gut“ und “Böse“ außer Acht, bietet Indiana Jones Menschen jeden Alters spannende und perfekt inszenierte Unterhaltung. Dr. Jones hat vielleicht mehr für die Wissenschaft, insbesondere für die Archäologie, getan als viele real existierende Forscher. Viele Jungen hegen dank der Filme den Wunsch, später Archeloge zu werden. Intelligent, charmant zu Frauen, aufopfernd und immer ganz Mensch hat die Figur des “Indy“ deshalb zu Recht einen Platz in den Herzen vieler Menschen. Das er nebenbei ein wahrer Gentleman ist, macht ihn nur noch sympathischer!

Welchen Helden Ihrer Kindheit sollen wir im nächsten Teil dem Gentleman-Ckeck unterziehen? Schreiben Sie uns bitte einen Kommentar.

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One Response to “Kindheitshelden im Gentleman-Check: Indiana Jones”

  1. Thomas sagt:

    Eigentlich passt es ganz und gar nicht zum Thema, aber auf einschlägigen Hilfeforen wie Gutefrage… versuch ich es im Bezug auf Mode erst gar nicht und im www konnte ich nichts dazufinden, doch würde mich doch interessieren ob es gut aussieht einen sportlichen Derby (wie z.B. den Alexander von Tommy Hilfiger) zu Shorts/kurzen Hosen zu tragen.
    Bin auf eine Antwort gespannt und sag schonmal im vorraus Danke! :)

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