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Apr 23

Warum gelegentliche Aggressionen wichtig sind

Agressionen rauslassen

Die wenigsten Menschen haben gelernt mit Angst und Schmerz umzugehen. Sie können die Ohnmacht, die sich daraus ergibt, kaum aushalten und zeigen sich ihren Mitmenschen daraufhin wütend und aggressiv. In unserer Gesellschaft darf diese Aggression aber nicht offen gezeigt werden, daher wird diese vielfach in andere Verhaltensmuster umgeleitet. Therapeut Uwe Linke erklärt im Gentleman-Blog, zu welchen Ausweichmechanismen viele Menschen neigen und welche Gefahren ihnen innewohnen.

Unterdrückung negativer Emotionen begünstig Depressionen

Wut, Angst und Schmerz sind die drei negativen Grundemotionen, auf die sich alle anderen negativen Gefühle zurückführen lassen. Wenn jemand aggressiv ist, ist das in der Regel eine Reaktion auf den Schmerz oder die Angst, die er empfindet. Negative Grundemotionen funktionieren wie ein Springbrunnen mit drei Düsen: Hält man eine Düse davon zu, spritzt es aus den verbleibenden zwei anderen umso heftiger. Unterdrückt man beispielsweise seine Wut, werden Angst und Schmerz übermächtig. Nach meiner Erfahrung ist dieser Verhaltensmechanismus eine häufige Ursache von Depressionen. Zu diesem Erscheinungsbild der Depression gehört die Auto-Aggression. Dahinter verbirgt sich eine Aggression, die man gegen sich selbst richtet, denn irgendwohin muss diese ja abreagiert werden.

Wenn das Weltbild Aggressionen nach außen nicht zulässt, richtet sich diese nach innen. Dabei gibt es viele Erscheinungsformen: Gefühlskälte, übermäßiger Konsum von Kaffee, Alkohol, Drogen, Tabletten oder die Betäubung mit Fernsehen und Internet sowie vieles andere, von dem wir eigentlich wissen, dass es uns schadet.

Der angemessene Umgang mit Emotionen

Unterdrückte Emotionen sind wie ein Dampfkessel. Daher ist es ratsam, einen angemessenen Umgang mit seinen Gefühlen zu lernen und sie auch zuzulassen, selbst wenn sie unangenehm erscheinen. Stellen sie sich dazu selbst die Frage, wie Sie mit Aggressionen umgehen:

• Wie spüre ich meine Aggression und wie äußere ich sie?
• Wie nimmt die Umwelt meine Aggressionen wahr?
• Welches Maß an Aggression mute ich meinen Bezugspersonen zu und welcher Anteil bleibt in mir verborgen?
• Welche versteckten oder umgebauten Aggressionen stelle ich an mir fest?

Wenn Sie Störendes an anderen Mitmenschen entdecken, dann liegt die Vermutung nahe, dass Sie selbst auch ein Problem damit haben. Warum? Weil es Ihnen sonst gleichgültig wäre! Denn was kümmert es eine deutsche Eiche, wenn ein Wildschwein sich an ihr kratzt? Dumm ist es nur, wenn Sie sich wie ein dürrer und unstabiler Zweig fühlen, den ein Spatz zum Brechen bringt.

Grundstein für gesundes Selbstbewusstsein

"Single Frau wählt Single Mann und schaut sich seine Wohnung an- Was die Einrichtung über den Charakter verrät." Hinterfragen Sie sich selbst, damit Sie Bewusstheit in Ihre Schattenseiten bringen. Damit legen Sie den Grundstein für ein gesundes Selbstvertrauen und ein angemessenes Selbstwertgefühl. Die Folge: Sie können angemessen mit Aggressionen umgehen und (ein)sehen, was hinter der Aggression der anderen steckt, ohne auf sie eingehen zu müssen. Bleiben Sie cool aber herzlich, so klappt´s auch mit der Nachbarin!

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Wohnpsychologe Uwe Linke im Interview

Über den Autor

Uwe LinkeGastbeitrag von Uwe Linke. Der Wohnpsychologe Uwe Linke ist Coach und Psychotherapeut (HP). Zudem gehört der Buchautor zu den Top-Einrichtern in Deutschland und bietet Coachings und Seminare an. Im Gentleman-Blog schreibt er über Männer und ihre Wohnungseinrichtung sowie über das Zusammenleben zwischen Männern und Frauen.



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One Response to “Warum gelegentliche Aggressionen wichtig sind”

  1. brandcatcher sagt:

    Meine Empfehlung- Boxsack!

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