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Jul 02

Superman gesucht – Wie wichtig sind Idole für uns?

Darf man in unserer Zeit noch Idole haben, oder ist dies ein Zeichen von Schwäche? Können Vorbilder uns einen verlässlichen Leitfaden für unser Leben geben? Der Gentleman-Blog begibt sich auf Spurensuche jenseits von Batman, Superman und Co.

Menschen als Götter

Das Wort Idol leitet sich vom lateinischen idolum ab, das mit dem Wort Abgott, also dem Abbild eines Gottes, übersetzt werden kann. Vorbilder oder Idole werden von uns aufgrund ihres nachahmenswerten Verhaltens oder ihrer beispielhaften Lebensweise verehrt. Wir versuchen deshalb, diese spezielle Person, die uns so sehr gefällt, in ihrem Verhalten nachzuahmen, ihr nachzueifern und erheben diese somit gleichsam zum Modell für unserer eigenes Leben.

Der homo sapiens braucht Idole

Idole zu haben, liegt tief in der Natur unserer Spezies, kommen wir doch völlig nackt, hilflos und ohne jedes Wissen auf diese Welt. Auch wenn wir später unglaublich stolz auf unseren Charakter sind, bliebt er doch immer ein Produkt unserer Umgebung. Wir schnappen Gedanken, Verhaltensweise, Meinungen und Erfahrungen von anderen auf und übernehmen diese als unsere eigenen. Die Menge unserer eigenständigen Denkens und unseres selbst erarbeiteten Wissens ist beschämend gering. Das Verhalten, andere nachzuahmen, stellte zu Beginn unseres Lebens eine Überlebensstrategie dar. Als Kinder und Jugendliche suchen wir Vorbilder, die uns beim Heranwachsen durch ihre Leistungen oder Taten inspirieren. Wir können diese Idole in reale und mediale unterscheiden. Zu den realen Idolen zählen Personen, mit denen wir in regelmäßigem Dialog stehen, wie unsere Eltern, Geschwister, Verwandte, Lehrer oder Freunde. Mit medialen Idolen wie Superhelden, Rockstars, Spitzensportlern oder Roman- oder Videospielfiguren führen wir dagegen in aller Regel nur einen einseitigen, virtuellen Monolog.

Die Tücken der Idole

So wichtig diese beiden Typen von Vorbildern sind, birgt eine Überhöhung auch enorme Risiken. So gilt eine übersteigerte Heldenverehrung als Indikator eines mangelnden Selbstbewusstseins. Gerade mediale Idole werden, aufgrund des nicht stattfindenden realen Kontakts, hoffnungslos verklärt, idealisiert und romantisiert. Wer sich zu sehr in diese Traumwelt hineinsteigert, läuft Gefahr seine realen sozialen Kontakte zu vernachlässigen, da diese niemals gegen die ‚fehlerlosen’ Medienstars bestehen können. Auch wenn wir eine andere Person bewundern, dürfen wir niemals vergessen: Er oder sie ist auch nur ein Mensch. Er besteht aus Stärken und Schwächen, hat Fehler und Probleme, erfährt Freud und Leid. Zudem: Ein Leben oder ein Charakter können niemals gänzlich imitiert oder nachgebaut werden. Bedenken Sie das alte chinesische Sprichwort: Niemand ist so unglücklich wie der, der versucht, jemand anderes zu sein, als er ist.

Der Gentleman, ein Vorbild?

Kein wirklicher Gentleman würde sich selber als Vorbild bezeichnen, das wäre anmaßend. Aber kein Gentleman wäre traurig, wenn es mehr von seiner Sorte gäbe. Denn dadurch wird die Welt gewiss nicht schlechter. Falls ihn also jemand, in Stil oder guten Benehmen kopiert, wird er sich im Stillen freuen und des englischen Schriftstellers Charles Caleb Colton gedenken, der einst bemerkte: „Nachahmung ist die aufrichtigste Form der Schmeichelei“.

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4 Responses to “Superman gesucht – Wie wichtig sind Idole für uns?”

  1. Vor einigen Jahren war Tiger Woods mein absolutes Vorbild. Hart arbeitend, erfolgreich – ein echtes Vorbild eben. Was danach passierte wissen wir alle – das Eingeständnis – niemand ist perfekt auch Idole nicht!

  2. Silve sagt:

    Idole zu haben, liegt tief in der Natur unserer Spezies, kommen wir doch völlig nackt, hilflos und ohne jedes Wissen auf diese Welt. Auch wenn wir später unglaublich stolz auf unseren Charakter sind, sind wir doch ein Ergebnis unserer Umgebung. Wir schnappen Dinge von anderen auf und übernehmen es als unser eigenes. Die Menge unserer eigenständigen Gedanken und unseres selbst erarbeiteten Wissens ist oft beschämend gering. Das Verhalten, Andere nachzuahmen, stellt schlicht eine Überlebensstrategie zu Beginn unseres Lebens dar. Auch als Kinder und Jugendliche suchen wir uns Vorbilder, die uns beim Heranwachsen durch ihre Leistungen oder Taten inspirieren. Wir können diese Idole in reale und mediale unterscheiden. Zu den realen Idolen zählen Personen, mit denen wir in regelmäßigem Dialog stehen, wie unsere Eltern, Geschwister, Verwandte, Lehrer oder Freunde. Mit medialen Idolen wie Superhelden, Rockstars, Spitzensportlern oder Roman- oder Videospielfiguren führen wir dagegen in aller Regel nur einen einseitigen, virtuellen Monolog.

  3. Tim S. sagt:

    Klar hat jeder irgendwelche Idole und Vorbilder. Gerade als Gentleman
    sollte man auch stets an sich selbst arbeiten und daher hilft es, sich
    “erfolgreichere” Menschen anzuschauen (sogar, wenn diese manchmal
    nur fiktive Rollen in Filmen sind).

    Wenn man allerdings den Fehler macht und zu diesen Menschen herauf-
    blickt, anstatt ihnen auf einem Level zu begegnen, verpasst man viele
    Chancen, schneller erfolgreich zu werden.

    Erfolg stellt sich nach meinem Verständnis erst dann wirklich langfristig
    ein, sobald man sich bereits erfolgreich fühlt. Das schafft man nur, wenn
    man die scheinbare Unerreichbarkeit des Ideals aufllöst.

  4. Nick P. sagt:

    Ohne Vorbilder ist eine Erziehung schlecht möglich. Unsere Kinder müssen sich an Vorbilder orientieren können. Das sind in erster Linie die Eltern. Die Eltern müssen aber um Ihre Verantwortung wissen und diese Rolle auch bewusste erfüllen. Ansonsten sollte man keine Vorbilder im Fernsehn oder Internet suchen. Durch die Medien werden solche Idole künstlich erzeugt und die Personen sind im realen Leben ganz anders. Deshalb sollte man sich Idole/Vorbilder in seinem realen Alltag suchen und diese auch schätzen. Aber auch Vorbilder können Fehler machen, die wir respektieren müssen.

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