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Jul 10

Die Geschichte des Kaffees…Danke Holland!

Die Kaffee-Geschichte und die Seefahrt gehören eng zusammen

Wenn wir heute über die Geschichte des Kaffees und die Verbreitung des Kaffeeanbaus in der Welt und damit über ein breites Spektrum verschiedener Aromen sprechen, denken wir oft an Brasilien, Kenia, Guatemala oder Äthiopien. Dass wir dabei in Sachen Kaffeeverbreitung auch unseren holländischen Nachbarn viel zu verdanken haben, wissen die wenigsten. Thomas Marko vom Kaffeefachwerk Berlin beschreibt im Gentleman-Blog die Geschichte und Verbreitung des Kaffees und verrät, was die Holländer damit zu tun haben.

Die Kaffee-Geschichte begann in Äthiopien

Heute weiß natürlich niemand mehr so ganz genau, wann der Kaffee entdeckt wurde. Eine historische Quelle aus dem 9. Jahrhundert besagt, dass äthiopische Ziegenhirten sehr verwundert über das auffällig aufgeweckte Verhalten ihrer Tiere waren und der Sache gemeinsam mit Mönchen aus der Nachbarschaft auf die Spur gingen. Sie probierten selbst von den Früchten, die die Ziegen fraßen – und stellten eine höchst anregende Wirkung fest. Diese Kaffeekirschen, die (heute übrigens teilweise immer noch) von wild wachsenden Sträuchern gepflückt wurden, wurden in Äthiopien eine Zeitlang ausschließlich gegessen – die Entdeckung des Röstens und Aufbrühens folgte erst später.

Arabica-Kaffee

Seinen heutigen Namen verdankt der Arabica-Kaffee letztlich der Umtriebigkeit der Araber, vorwiegend aus dem heutigen Jemen. Diese begannen ca. Mitte des 15. Jahrhunderts damit, Kaffee zu kultivieren, also auf Plantagen anzubauen. Die Bohnen fanden reißenden Absatz und schnell entstand ein reger und lukrativer Handel. Die Araber und später die Osmanen besaßen bis Anfang des 17. Jahrhundert eine einträgliche Monopolstellung für Kaffeeanbau und -handel.

Holländer schifften den Kaffee um die Welt

Im Zuge der Renaissance erstarkten zahlreiche europäische Nationen, entwickelten sich zu Seefahrermächten und eroberten so neue Territorien. Besonders Holland wollte sich nicht damit zufrieden geben, dass Spanien und Portugal die Seewege dominierten. Dieser Aspekt sowie der erfolgreiche Schmuggel keimfähiger Kaffeesetzlinge aus Arabien führten zu einer zunächst ostwärts gerichteten Verbreitung des Kaffeeanbaus. Mit Jungpflanzen aus Amsterdam begann 1658 der Kaffeeanbau in Sri Lanka, anschließend folgten die niederländischen Inseln Java, Sumatra, Bali, Timor und Celebes. Später ging die Reise der Kaffeepflanzen unter holländischer Flagge auch gen Westen, 1718 begann der Kaffeeanbau auf dem amerikanischen Kontinent in Niederländisch-Guayana (Surinam).

Der weltweite Siegeszug des Kaffees

Ab jetzt ging alles ziemlich schnell – auch andere Nationen wollten beim Kaffeeanbau und -handel mitmischen. Ob durch eigene Verschiffungen oder durch Schmuggel aus Nachbarländern – 1730 kam der Kaffee mit den Engländern nach Jamaika, 1740 mit spanischen Jesuiten auf die Philippinen. Heutige Schwergewichte wie Brasilien, Kolumbien, Mexiko und Guatemala begannen zwischen 1750 und 1790 mit dem Kaffeeanbau. Die bei deutschen Kaffeetrinkern so beliebten Bohnen aus Ostafrika wachsen dort seit Ende des 19. Jahrhunderts. Heute gibt es über 70 kaffeeproduzierende Länder, Kaffee ist nach Erdöl das wertmäßig zweitwichtigste Handelsgut.

Auch wenn wir es bei Kaffeefachwerk natürlich nie öffentlich zugeben würden – manchmal sagen wir still und heimlich DANKE HOLLAND, wenn wir unseren Kunden einen Kaffee oder Espresso zubereiten.

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Über den Autor

Thomas Marko vom Kaffeefachwerk BerlinThomas Marko ist Kaffee-Experte und seit 2010 Inhaber der Berliner Rösterei ‘Kaffeefachwerk’. Für den perfekten Kaffeegenuss seiner Kunden setzt er auf beste Rohkaffeebohnen, traditionelles Handwerk und viel Leidenschaft. In seinen Beiträgen für den Gentleman-Blog teilt er sein immenses Wissen über das „schwarze Gold“.



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