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Okt 15

10 Dinge, die in keiner Gentleman-Küche fehlen dürfen

Was ein Gentleman in der Küche zum Kochen benötigt

In der Küche eines Mannes gelten die gleichen Regeln wie überall sonst: Wer erstklassige Ergebnisse erzielen will, braucht Zeit, Können, Leidenschaft – und das richtige Werkzeug. Christian von der Gewürzmanufaktur Pfeffersack & Soehne verrät, welche Utensilien er für einen kochenden Gentleman für absolut unverzichtbar hält.

Kochen mit Leidenschaft – Und mit den richtigen Utensilien

1. Hände
Hände sind dein Werkzeug mit Gefühl. Sie halten, kneten, drücken, pressen, rollen und biegen! Die eigenen Hände sind mit Abstand das zuverlässigste Hilfsmittel in der Küche. Nichts kann ihre Feinfühligkeit ersetzen. Und nur wenn ein Koch auf seine Hände hört, kann das Essen richtig gut werden: Ist das Steak perfekt rosa? Ein prüfender Druck mit dem Zeigefinger verrät es. Hat der Brotteig die richtige Konsistenz? Einmal richtig hineinlangen, und man weiß es. Ist der Spargel frisch? Brich ihn durch und hör ihn knacken.

Wichtig ist die richtige Pflege der Hände: Ich halte die Nägel kurz und sauber, wasche die Hände vor und nach dem Kochen gründlich und pflege sie am Schluss mit einer milden unparfumierten Creme.

2. Messer
Eine gute Klinge ist seit Jahrhunderten der treue Begleiter eines Gentleman. Und in der Küche erleichtert nicht nur ungemein die Arbeit, sondern kann auch richtig Spaß machen. Es ist ein unnachahmliches Gefühl, wenn man mit nur einem Zug ein kiloschweres Stück Fleisch mühelos zerteilt oder die Gemüsestücke wie Sägespäne in atemberaubender Geschwindigkeit fallen.

Vom handgefertigten japanischen Damaststahl bis zur sterilen und ultrascharfen Keramikklinge, vom guten Allrounder bis zu Spezialisten für Hacken oder Filetieren – es tummelt sich eine große Anzahl an Modellen von verschiedensten Anbietern auf dem Markt. Ein gutes Messer kann schnell mehrere Hundert Euro kosten. Hohe Qualität zeichnet sich übrigens nicht durch seine Schärfe zum Zeitpunkt des Kaufs aus – sondern dadurch, wie lange es die Schärfe hält, und wie gut es sich nachschärfen lässt. Und für alle Messer gilt: niemals in die Spülmaschine stecken, sondern nur mit klarem (ggfs. kochendem) Wasser reinigen. Und Holzgriffe sollten von Zeit zu Zeit geölt werden. Die Arbeit lohnt sich, denn so kann das Messer ein treuer Begleiter bleiben – lebenslang.

Messer in der Küche

3. Pfannen
Drei unterschiedliche Pfannenmodelle sollte jeder Mann sein eigen nennen, um jede Art von Bratgut perfekt zubereiten zu können. Die klassische beschichtete Pfanne eignet sich hervorragend für Stücke, die sanft gebraten werden sollen und sehr empfindlich sind, wie zum Beispiel Fischfilets mit Haut, Rührei, Pfannkuchen oder zartes Gemüse. Für das kurze und scharfe Anbraten von Fleisch sollte es eine blanke Edelstahlpfanne sein. Ob mit oder ohne Fett, hier muss man keine Angst vorm Ankleben haben. Wenn das Fleisch soweit ist, löst es sich wie von alleine. Ebenfalls ein Kandidat für Fleisch ist die robuste Eisenpfanne. Sie wird sehr schnell heiß und speichert die Hitze lange. Sie muss gut eingebraten werden und verbessert mit wachsender „Schmutzschicht“ mit der Zeit noch ihre Bratleistung. Nur mit ihr gelingen die perfekten Bratkartoffeln!

4. Fett
Fett ist Geschmacksträger. Und gutes Fett hat selbst einen feinen Geschmack, der gezielt eingesetzt werden kann, um die Aromen der Speisen zu verstärken oder zu komplettieren. Ich habe daher eine relativ große Auswahl an Fetten in der Küche: Olivenöl, Sesamöl (geröstet), Kürbiskernöl, Walnussöl, Butterschmalz und braune Butter.

Was wozu passt, würde hier den Rahmen sprengen, aber das Thema ist auf jeden Fall wert, sich näher damit zu beschäftigen. Übrigens: Auf Raps- oder Sojaöl verzichte ich bewusst, da die Ökobilanz bedingt durch die Anbaumethoden sehr negativ ist. Ja, auch daran sollte ein Gentleman in der Küche denken.

5. Waage
Nur wer die Regeln kennt, darf sie auch brechen. Speziell auf die Küchenwaage bezogen meine ich damit: Wer gerne nach Rezepten kocht, sollte sich beim ersten Mal genau an die empfohlenen Mengenangaben halten. Man darf durchaus unterstellen, dass die einen Sinn haben. Wer dem Gericht eine individuelle Note geben möchte, kann das immer noch am Schluss tun. Denn viele wichtige und prägende Zutaten wie Gewürze oder Essig kommen erst beim Abschmecken zum Zuge.

Ich selbst koche auch gerne mal links und rechts vom Rezept. Kreativität ist auch beim Kochen sehr wichtig, aber gerade, wenn man etwas Neues ausprobiert, sollte man von den Erfahrungen anderer ruhig profitieren dürfen.

6. Fleischthermometer
Wer gerne ein feines, mit Niedertemperatur gegartes Roastbeef oder Filet isst und dabei ein Thermometer zur Hilfe genommen hat, weiß wovon ich rede. Schon 2 bis 3 Grad Unterschied in der Kerntemperatur sorgen ein ganz anderes Geschmackserlebnis. Mit dem Fleischthermometer war es nie so leicht, die perfekte Kontrolle über ein Stück Fleisch zu haben!

7. Mörser
Mit ihm kann man Kräuter zerstoßen, Pasten und Pesti zubereiten – und natürlich Gewürze mahlen. Abgesehen davon ist ein schwerer Mörser auch ein Hingucker in der Küche. Es gibt sie aus Holz, Metall, Porzellan oder Stein. Ich empfehle eine Ausführung aus Granit, wie sie in jedem Asia-Laden günstig zu erwerben ist. Denn der ist lange haltbar, leicht zu reinigen, unzerbrechlich und reagiert auch garantiert nicht mit den Lebensmitteln (wie das z.B. bei Metall oder Holz mit Säure passieren kann).

Küchenutensilien: Mörser, Reibe und Co.

8. Gewürze
Gewürze sind das Salz in der Suppe für jedes Essen. Oder so ähnlich… Mit ihnen kann man Gerichte verfeinern, abrunden, oder ihnen eine ganz neue Richtung geben. Sie machen Gerichte leichter bekömmlich, regen die Verdauung an, wirken entzündungshemmend – und manche Gewürze sollen sogar Einfluss auf unser Liebesleben haben. Grund genug für jeden Gentleman, seinen Kochkreationen die richtige Würze zu verleihen.

Die wichtigste Regel dabei, die wir mit Pfeffersack & Soehne streng verfolgen: Gewürze in Form von Pulver kommen nicht in die Dose, und damit auch nicht ins Essen, denn die enthaltenen ätherischen Öle sind teilweise sehr flüchtig. Industriell gemahlene Gewürze haben deshalb schon einen Großteil ihres Geschmacks verloren, bevor sie überhaupt in der Küche stehen. Am besten sind daher ganze oder grob geschnittene Gewürze, die frisch vor der Zubereitung gemahlen oder gemörsert werden!

9. Bräter
Eine stundenlang in Rotwein, Rosmarin und Zwiebeln geschmorte Rehkeule mit einem Hauch Knoblauch, die schon zerfällt, wenn man sie nur zu lange anschaut… Hmmm, das ist was Feines! Wer nicht nur Steaks mag, sondern auch mal einen guten altmodischen Sonntagsbraten, sollte sich unbedingt einen Bräter zulegen. Am besten einen aus Gusseisen – der nimmt die Temperatur schnell an und hält sie sehr lang. Übrigens bekommt hierin auch der bei uns im Rheinland so beliebte Debbekooche seine unnachahmliche Kruste!

10. Wein
Ob zum Ablöschen des Gerichts oder zum Ablöschen des Kochs: Eine gute Flasche Wein sollte immer bereit stehen. Gerne auch zwei oder drei, falls man mal für geladenen Besuch kocht…

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Der Autor

Autor_Pfeffersack_und_SoehneChristian Ganser ist Mitgründer und Inhaber der Gewürzmanufaktur Pfeffersack & Soehne aus Koblenz. Gemeinsam mit seinen Partnern Stefan, Raphael und Tom schreibt er im Gentleman-Blog rund ums Thema Küche & Kochen, Essen & Trinken und Genießen mit Stil.



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One Response to “10 Dinge, die in keiner Gentleman-Küche fehlen dürfen”

  1. Lustig, Hände als Küchen-Utensil Nr. 1 aufzulisten. Aber ich sehe es auch so, dass man mit einem gewissen “handwerklichen” Geschick unheimlich viel in der Küche erreichen kann.

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