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Nov 27

Die Geschichte des Adventskalenders

Nie gab es in den Geschäften mehr Adventskalender zu kaufen als heute. Trotz des überwältigenden Angebots sind die traditionellen Weihnachtsboten in den meisten Fällen austauschbar und unpersönlich. Der Gentleman-Blog zeigt Alternativen zu den Standard-Adventskalendern.

Bescheidene Anfänge des Adventskalenders

Schon seit Wochen haben sie zum Sturm auf Supermärkte und Kaufhäuser im ganzen Land angesetzt: Adventskalender aller Größen und Arten. Es locken die klassische Version mit Weihnachtsmotiv und Milchschokolade, die geistreiche Variante mit kleinen Schnapsfläschchen, der frivole Weihnachtskalender mit erotischen Motiven, der Kinderkalender mit Plastikspielzeug und sogar ein Hundekalender mit Leckereien für Waldi und Konsorten. Doch wie und wo fing es eigentlich an mit dem Adventskalender?

Ähnlich wie der Adventskranz soll der Adventskalender die Vorfreude auf Weihnachten steigern und anschaulich die verbleibende Zeit bis zum Fest anzeigen. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts begannen protestantische Familien erstmals, mit selbstgebastelten Adventskalendern ihr Haus zu schmücken. Diese hatten allerdings mit den heutigen Schokoladenkalendern noch recht wenig gemeinsam. Stattdessen wurden im Dezember nach und nach 24 Bilder an die Wand gehängt, täglich eine Kerze bis zu einer Markierung abgebrannt oder einfach nur 24 Kreidestriche an die Wand gemalt und dann bis zum heiligen Abend nach und nach wieder abgewischt. Erst ab Beginn des 20. Jahrhunderts begann der Adventskalender langsam zu einem industriellen Produkt zu werden. 1902 brachte die Evangelische Buchhandlung den ersten gedruckten Adventskalender in Form einer Uhr auf den Markt. Im darauffolgenden Jahr veröffentlichte der Verleger Gerhard Lang den Kalender “Im Lande des Christkinds“, bei dem Kinder jeden Tag ein Bild ausschneiden und auf ein leeres Feld aufkleben durften.

als Chance

Ab den 1950ern wurde der Adventskalender mit täglichen Schokoladenstückchen ergänzt und zu einem Artikel für den Massenmarkt. Im Laufe der Jahre war es dank großer Absatzzahlen möglich, Weihnachtskalender dank der großen Absatzzahlen immer preisgünstiger zu produzieren. Heute können wir uns schon für weniger als zwei Euro die Zeit bis zum Heiligen Abend versüßen lassen. Aber auch Hersteller von feinstem Marzipan, edler Premium-Schokolade oder Pralinen bieten für den dutzendfachen Preis des Discount-Kalenders exklusive Produkte an.

Doch egal ob in Ramsch- oder Luxusqualität: Jeder Weihnachtskalender aus dem Laden ist ein unpersönliches Massenprodukt. Wer Freunden, Verwandten oder gar der Liebsten einen solchen Kalender verschenkt, vergibt die wunderbare Chance zu einer wochenlangen individuellen und liebevollen Kommunikation. Auch wenn Sie handwerklich nicht geschickt sind, können Sie mit wenig Mühe selber einen ansehnlichen Adventskalender gestalten: Einfach 24 kleine Päckchen packen, verschnüren, nummerieren und in einen Karton oder Sack legen oder an einer Schnur aufhängen. Geschickten Heimwerkern sind selbstverständlich noch raffiniertere Kreationen möglich. Genauso wichtig wie die Verpackung ist natürlich der Inhalt, bei dem Sie Ihrer Phantasie freien Lauf lassen sollten. Möglich sind: Süßigkeiten wie Pralinen, Gummibärchen oder Mini-Schokoladen, aber auch kleine Schmuckstücke, Parfüms, Kosmetikprodukte, Badezusätze, Gedichte, Fotos, Bilder, Kino-Karten oder kleine Gutscheine für einen Kuss, einmal Kekse backen und vieles andere mehr…

Adventskalender als Philosophie

Ein selbstgebastelter Adventskalender transportiert eine wichtige Botschaft: Du bedeutetest mir sehr viel, deshalb habe ich mir Zeit genommen Dinge auszusuchen, die dir Freude bereiten sollen. Eine wichtige Lehre kann der Gentleman beim Gestalten und Befüllen eines individuellen Adventskalenders leben und verinnerlichen: Es tut gut, sich mit kleinen Geschenken oder liebevollen Aufmerksamkeiten in Erinnerung zu rufen, nicht um damit ein bestimmtes Ziel zu erreichen, sondern einfach nur um anderen eine Freude zu machen.

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One Response to “Die Geschichte des Adventskalenders”

  1. [...] fehlen. Ja, man kann dem Thema nicht entkommen, ob man will oder nicht. Der „Gentleman-Blog“ versorgt uns dabei zunächst einmal mit der Geschichte des Adventskalenders. Zu Schokolade mit eventuellen [...]

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