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Feb 18

Das Ende der klassischen Statussymbole?

Typische Statussymbole

Ein Gentleman überlässt nichts dem Zufall. Er ist der Schöpfer seiner Wirklichkeit und benötigt keine Marken-Statussymbole als Krücken, um sein Selbst zu stützen. Ist die Zeit der klassischen Statussymbole vorbei?

Schon Oscar Wilde klagte: „Heutzutage kennen die Leute von allem den Preis und von nichts den Wert.“ Edle Stoffe, mechanische Uhren, handgefertigte Schuhe, coole Autos oder passende Anzüge sind keineswegs unbezahlbar. Eine beliebte Verkaufsstrategie von Luxusgütern ist die Verknappung des Angebotes oder die Auswahl der Zielgruppe über den Preis. Für Porsche ist die magische Preisuntergrenze 50.000 €, so hat der Vorstandschef des zu VW gehörenden Sportwagenbauers, Matthias Müller, dem „Focus“ gegenüber argumentiert. Sinkt der Preis unter die magische Grenze ist scheinbar das Markenimage in Gefahr.

Zusammenhang zwischen Marke, Preis und Qualität stimmt nur noch bedingt

Das Image der angeblich Erfolgreichen wird vielfach durch Marken, Selbstdarstellung oder Orte symbolisiert. Dies gelingt nur dann, wenn das staunende Publikum auch um den Preis der Symbole weiß. Porsche, Ferrari, Rolex, Chanel, Louis Vuitton, Sankt Moritz, Kempinski oder die Côte d’Azur sind vielen Menschen als Luxusmarken oder Luxusorte bekannt. Doch der vermutete Zusammenhang zwischen Marke, Preis und Qualität stimmt heute nur noch bedingt. Auf den ersten Blick ist für das ungeschulte Auge oft unmöglich feststellbar, ob es sich um Originale oder Kopien handelt. Nicht einmal mehr die alte Regel „Was nichts kostet ist auch nichts wert“, ist in der heutigen Schnäppchengesellschaft universell gültig. Diverse elektronische Handelsplattformen suchen Käufer zu sensationellen Preisen. Zudem arbeiten immer mehr NO LOGO Unternehmen mit einer erstaunlich hohen Qualität.

Im Trend: individuelle Formate

Sie sind eine Marke!“, postulieren derzeit einige Image-Berater gegenüber ihren Kunden. Die Marke der Unternehmen wird ersetzt die Marke ICH. Überall in Deutschland haben industrielle Maßschneider ihre Filialen errichtet, die eine große Auswahl edler Stoffe anbieten, Maße nehmen und anhand dieser Maße in kurzer Zeit industriell fertigen. Unter anderem auf Taschen, Uhren, Hemden, Manschettenknöpfen, Autos oder Gürteln kann der eigene Name sichtbar gezeigt werden. Die Selbstinszenierung eines Menschen gewährt spannende Einblicke in die Persönlichkeit, Werteinstellungen, Interessen und Bedürfnisse.

Dem Gentlemen sind Marken egal

Einem Gentleman ist die Wirkung von Kleidung und Accessoires bewusst, doch er lässt sich weder von Unternehmen noch von sozialen Gruppen Produkte oder Regeln aufzwingen.

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Der Autor


Roger Kanzenbach arbeitet in der Immobilienwirtschaft als Projektmanager. Seine Gastbeiträge im Gentleman-Blog beschäftigen sich mit der Wechselwirkung von Image, Preis, und Wirkung.



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3 Responses to “Das Ende der klassischen Statussymbole?”

  1. miguel esteves sagt:

    der schluss satz bringts auf den punkt!
    ein dankeschön an den autor roger kanzenbach. ;-)

  2. […] nachdenkt, der wird im „Gentleman Blog“ auf ein paar Anregungen und Gedankengänge zur Frage stoßen, ob klassische Statussymbole ein Ende haben. Wie denkt ihr […]

  3. Patrick Pohl sagt:

    Da stimme ich auch zu! Ein Gentleman hebt sich von der Masse ab, da er non-konformität liebt!

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