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Mai 24

Fußballer und ihre Luxusuhren – Die Champions League der Zeitmessung

Wembleystadion

Der europäische Fußball vollzog in den letzten Jahren einen immensen Imagewandel. Nicht zuletzt die weitgehende Verbannung gewaltbereiter Zuschauer sowie rigide Maßnahmen gegen Rassismus in den Stadien sorgten dafür, dass der Fußball salonfähiger wurde und auch Luxusuhrenmarken ihre einstigen Berührungsängste zum Sport mit dem runden Leder verloren haben. In ihren Werbebotschaften kommuniziert die Uhrenbranche meist das Bild des modernen Gentlemans und nützt dabei auch vermehrt Fußballer als Testimonials. Ein Interesse, das auch auf Gegenliebe stößt.

Fehl aufm Platz, beliebt abseits des Platzes

Wenn der FC Bayern München und Borussia Dortmund das Spiel aller Spiele bestreiten, ist es – mal abgesehen vom Schiedsrichter – für keinen der Akteure erlaubt, eine Uhr am Handgelenk zu tragen. Bereits in der F-Jugend macht man Bekanntschaft mit dem generellen Metallschmuckverbot, von dem auch Armbanduhren nicht ausgenommen sind.

Es scheint fast so, als würden manche Fußballer diesem Verbot am Arbeitsplatz mit einer umso größeren privaten Chronophilie begegnen. Beim diesjährigen Champions League Finale gehören wohl die meisten Spieler der IWC-Fraktion an. Der Schweizer Hersteller ist schließlich seit Jahren Partner der deutschen Nationalmannschaft. Vor allem der Kader der Bayern ist gespickt mit ehrenamtlichen DFB-Balltretern, die auch privat kein Geheimnis aus ihrer Vorliebe für die Zeitmesser aus Schaffhausen machen. So zum Beispiel Mario Gomez: Auch wenn er in seinem Club schon bessere Zeiten erlebt hat, steht er als Stürmer oft im Mittelpunkt. In seiner Freizeit lebt er laut eigener Angabe eher zurückgezogen, und auch mit seiner IWC tritt er eher dezent in Erscheinung. Doch nicht nur der Hersteller mit dem Drei-Buchstaben-Akronym enthusiasmiert Fußballer und nützt den Volkssport als Werbeplattform.

Audemars Piguet und die Aufarbeitung eines Bayern-Traumas

Didier Drogbas Handgelenk ziert ein Nobelzeitmesser aus dem Hause Audemars Piguet. Im letztjährigen Finale der Königsliga sorgte er zunächst mit seinem Ausgleichstreffer für die Verlängerung und besiegelte anschließend mit seinem verwandelten Elfmeter das Bayern-Finaldrama anno 2012. Mit seiner Royal Oak offenbart auch etwa Frank Lampard, der bei jenem Spiel John Terry als Kapitän ersetzte, seine Leidenschaft für Audemars Piguet.

Doch geht’s um den Hersteller mit Sitz in Le Brassus, muss man nicht permanent Salz in die Wunden der Bayern-Fans streuen: Auch Lionel Messi, Star des FC Barcelona, den man dieses Jahr mit einem Gesamtscore von 7:0 geradezu vernichtet hat, trägt Uhren des Prestigeschweizers. Gleichzeitig rührt „La Pulga“ auch die Werbetrommel. Ein eigens für ihn entworfenes Sondermodell der Royal Oak zeigt sich in jener elegant dunkelblauen Optik, die man vom Auswärtstrikot der Albaceleste kennt. Sie vermittelt damit dieselbe noble Zurückhaltung, die auch den kleinen ganz Großen mit der Nummer 10 auszeichnet.

Beckham, Breitling und Franck Muller

David Beckham, der dieser Tage das Ende seiner Fußballkarriere bekanntgab, ist einer der wichtigsten Werbebotschafter von Breitling. Die Manufaktur, die vor allem für die Herstellung sportlicher Aviator-Chronographen bekannt ist, passt zum Image eines fleißigen Airline-Meilensammlers, dessen getretene Bälle eine wie von Navigationsinstrumenten und Fluglotsen bestimmte Präzision aufwiesen. Ob es der Glaubwürdigkeit der Werbebotschaft abträglich ist, dass sich der Hochglanzfußballer auch schon mit Uhren von Franck Muller ablichten ließ?

Letzterer Hersteller scheint überhaupt vor allem Fußballer zu begeistern, die in jüngerer Vergangenheit für die englische Nationalmannschaft aktiv waren: Rio Ferdinand trägt des Öfteren eine Conquistador, David Bentley eine tonneauförmige Casablanca Date 8880. Da fristet Steven Gerrard mit seiner Vorliebe für Uhren von Zenith fast schon ein Three Lion Außenseiterdasein.

Rolex und die Stars von gestern

Ehemalige Fußballer zeigen sich häufig den Uhren von Rolex zugetan. Zum Beispiel wurde Lothar Matthäus beim Tragen einer Daytona gesichtet. Die sportlich-elegante Linie von Rolex ist wie maßgeschneidert für Uhren-Aficionados, die zwar aus dem Sport kommen, sich inzwischen aber auch abseits des Platzes einen Namen gemacht haben. Auch Karl-Heinz Rummenigge ist Besitzer von Zeitmessern mit dem berühmten Kronensymbol auf dem Zifferblatt. Da auch Uhren der Zollpflicht unterliegen, bekam der Ex-Bayern-Profi, dessen Arbeitgeberadresse auch heute noch Säbener Straße 51 lautet, kürzlich Probleme bei der Einreise in die Bundesrepublik. Vor allem bei Hublot fließt ein beträchtlicher Anteil des Werbebudgets in Fußball-Sponsorings. So pflegt man eine langjährige Partnerschaft zu Manchester United, seit ein paar Jahren englischer Rekordmeister und einer der umsatzstärksten Fußballclubs der Welt.

Rolex Modellreihe Big Bang - Diego MaradonaDie berühmte Modellreihe Big Bang bildet außerdem die Grundlage für eine eigene Maradona Sonderedition. Doch privat hat sich auch der gedrungene und inzwischen nicht-mehr-ganz-so-aber-schon-noch-etwas untersetzte Jahrhundertfußballer mit Zeitmessern von Rolex arrangiert. Als italienische Behörden vor ein paar Jahren bemerkten, dass gleich beide Handgelenke metallisch glänzten, erinnerten sie sich, dass das Enfant Terrible noch eine alte Steuerschuld zu begleichen hatte. So fiel die „Ménage-à-trois“ mit zwei Rolex-Uhren schließlich dem polizeilichen Gewahrsam zum Opfer.

Der Grandseigneur und seine Uhr

Sonderedition „IWC Ingenieur Zinedine ZidaneZinedine Zidane lässt sich bevorzugt Zeitmesser von IWC gefallen. Das passt auch außerordentlich gut. Wie der Schweizer Hersteller steht auch der dreimalige Weltfußballer des Jahres für die leiseren Töne. Würde man Uhrenhersteller Berufsgruppen zuordnen, dann wäre IWC die Marke der Techniker, der Konstrukteure und Architekten. Und auch „Zizous“ Spielstil wirkte stets, als sei er zunächst unter Berücksichtigung physikalischer und geometrischer Bestimmungsmerkmale auf dem Reißbrett gezeichnet worden. Da liegt es auf der Hand, dass eine Sonderedition mit dem Namen „IWC Ingenieur Zinedine Zidane“ auf den Markt gebracht wurde. Auch am Beispiel des französischen Grandseigneurs wird damit deutlich, dass die Grenze zwischen privater Vorliebe auf der einen Seite und gezielten Werbebotschaften auf der anderen Seite fließend verlaufen kann. Was kam zuerst, die Liebe für Luxusuhren oder die Testimonial-Anfrage des Herstellers?

Für Breitling, IWC und Co. sind Fußballer jedenfalls ideale Werbeträger, denn mit dem Imagewandel des Sports verschob sich auch das Bild seiner Protagonisten. Früher belächelt, repräsentieren Fußballer heute den Mann von Welt – nicht immer eloquent, aber weitgereist und höchst erfolgreich.

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Der Autor

Uhren von MontredoGastbeitrag von den Uhren-Experten von Montredo. Montredo ist der erste sichere Online-Marktplatz für hochwertige Uhren. Bevor ein Zeitmesser auf Montredo gelangt, wird er genau begutachtet und anschließend ein Echtheitszertifikat erstellt – für Sicherheit und Transparenz beim Uhrenkauf im Internet. In ihren Beiträgen im Gentleman-Blog geben sie tiefe Einblicke in die faszinierende Welt der Uhren.



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3 Responses to “Fußballer und ihre Luxusuhren – Die Champions League der Zeitmessung”

  1. [...] in London. „Gentlemen Blog“ hat sich die Fußballer bzw. ihre Handgelenke genauer ansehen und berichtet über die Luxusuhren der [...]

  2. Matthieu sagt:

    Toller Beitrag! Ich habe mich immer gefragt was die Fussballer so für Uhren tragen und jetzt weiss ich es ganz genau!

  3. Henry sagt:

    Danke für den interessanten Beitrag. Ist eine sehr gute Inspiration auf der Such nach der passenden Uhr. Neben Artikeln finde ich es aber auch immer wieder interessant auf verschiedenen Shops zu stöbern. Macht auf jeden Fall weiter so!

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