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Jun 08

Macallan-Whiskymaker Bob Dalgarno im Interview

Interview Bob Dalgarno - Macallan Whisky

1984 stieß Bob Dalgarno als einfacher Lagerist zu dem Whisky-Label Macallan. Nachdem er zum Depotchef aufgestiegen war, fiel seine besondere Nase beim Riechen von Whisky auf. Daraufhin dauerte es nicht lange, dass er direkt bei der Whiskykreation mitarbeitete. Seit 2000 ist er nun Whiskymaker bei Macallan. Im Interview mit dem Gentleman-Blog verrät er, was einen guten Whisky auszeichnet, wie man seinen Whisky genießen sollte und worin der Unterschied zwischen Alter und Reife liegt.

Herr Dalgarno, was muss ein Whisky haben, um wirklich gut zu sein?

Whisky ist grundsätzlich eine Sache des persönlichen Geschmacks, aber für mich muss ein guter Whisky eine schöne, natürliche Farbe besitzen, angenehm riechen und einen langen Abgang haben. Jeder dieser Aspekte sollte die verschiedenen Eigenheiten des jeweiligen Whiskys ausstrahlen. Das macht für mich einen guten Whisky aus.

Was ist die größte Herausforderung bei der Arbeit als Whiskymaker?

Die größte Herausforderung ist vermutlich der enge Zeitplan und die Masse an Aufgaben. Es bedarf einfach viel Zeit und Energie, um einen tollen Whisky zu kreieren. Jedes Fass und der darin befindliche Whisky ist einzigartig und bedarf größter Pflege und Detailverliebtheit. Es sind einige wesentliche und einzigarte Merkmale, die einen Whisky ausmachen und beeinflussen. Wir haben mit die kleinsten Destillationsblasen der Speyside in Schottland und lassen unsere Whisky ausschließlich in ausgewählten Fässern reifen. All diese Dinge bringen eine Single Malt von großem Charakter mit einem tollen Geschmacksprofil hervor.

Ist Reife bei einem Whisky wichtiger als sein Alter?

Ein gehobenes Alter eines Whiskys zeigt, das er länger gereift ist. Bei guten Destillen ist dies eine implizite Garantie, dass nur die Fässer bei der Abfüllung verwendet wurden, deren Whiskys kontinuierlich ihren finalen Charakter entwickelt haben. Doch nicht alle Fässer profitieren von einer noch längeren Reife. Einige sind ein paar Monate oder gar Jahre früher zur Perfektion gereift, andere brauchen etwas länger. Ich plädiere dafür, die Fässer dann zu verwenden, wenn sie optimal gereift sind, anstatt starr auf ein bestimmtes Alter zu achten. Das Alter ist ein Indiz, aber nicht das entscheidende Kriterium bei einem guten Whisky und dessen Geschmacksprofil.

Wie überzeugen Sie einen absoluten Verfechter von Jahrgangswhisky, mehr auf die Reife als auf die Jahreszahl auf dem Etikett zu achten?

Ich würde ihn gar nicht überzeugen wollen. Hier gilt: Dein Whisky, deine Entscheidung.

Worum geht es beim Whisky trinken eigentlich, um den Geschmack oder um das gesamte Erlebnis?

Für mich als Whiskymaker ist natürlich der Geschmack das Wichtigste. Aber für einen Genießer ist ein guter Whisky immer auch ein erhebendes Erlebnis. Guter Whisky nimmt dich mit auf eine Reise und lässt dich alle seine Eigenheiten erleben.

Wenn Sie nur noch eine Whiskysorte für den Rest Ihres Lebens trinken könnten, welche wäre das?

Ich könnte mich niemals für nur einen Whisky entscheiden. Ich glaube, es braucht für verschiedene Anlässe unterschiedliche Whiskys.

Was entgegnen Sie jemanden, der einen guten Whisky mit Diätcola vermischt?

Wir schreiben niemanden vor, wie man Whisky genießen sollte. Auch hier gilt: Dein Whisky, deine Entscheidung.

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5 Responses to “Macallan-Whiskymaker Bob Dalgarno im Interview”

  1. Signoraluna sagt:

    Ich vermisse auf dieser Website ein Impressum?!!

  2. [...] alle Freunde des stilvollen Whisky-Genusses, hat der „Gentlemen Blog“ ein Interview mit Bob Dalagrdo, Whiskymaker bei Macallan. Einen durchaus kritischen Lesetipp, findet man hingegen [...]

  3. Gale Mayo sagt:

    Falls ihr mehr zum Thema Whisky hören wollt, lasst es mich wissen. Ich würde mich freuen, wenn ihr bei eurem nächsten Grillabend mit einem guten Tropfen und eurem neu erworbenen Fachwissen glänzen könnt!

  4. Josue U. Joseph sagt:

    Schöne und gute Dinge sollte niemand als Wertanlage kaufen. Wenn ich mir ein schönes Bild oder ein paar Kisten wirklich guten (eventuell raren) Single Malt leiste und das wird im Laufe der Zeit immer mehr Wert, dann ist das gut. Sollte sich keine Wertsteigerung ergeben, ist mir das egal, weil dann hab ich immer noch ein schönes Bild, an dem ich mich erfreuen, guten Whisky, den ich geniessen kann. Wenn man mit Whisky überhaupt nichts am Hut hat, dann sollte man von mir aus auf Schweinehälften spekulieren, aber den Whisky den Leuten überlassen, die sich daran erfreuen können.

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