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Okt 31

Gesprächskiller: 5 gefährliche Floskeln

Killer-Floskeln

Wenn Menschen miteinander diskutieren, kann dies sehr spannend sein. Argumente werden ausgetauscht, Meinungen verfestigt, aufgeweicht oder verändert. Doch der Giftschrank der Debattenkultur hält auch einige gefährliche Floskeln parat, die einer Diskussion abträglich sein können. Der Gentleman-Blog stellt fünf Gesprächskiller vor.

1. Bleib mal ganz ruhig/locker!

Dieser Spruch gleicht einem taktischen Doppelschlag. Er brandmarkt auf der einen Seite den derart Geschmähten als unbeherrschten, aufgeregten Choleriker und weist gleichzeitig den Absender des Gelassenheitsappells als besonnenen, souveränen Herrn der Lage aus. Was ist unnötiger als der Ruf nach mehr Gelassenheit in einer Diskussion? Würde sich ein wirklich aufgeregter Mensch durch den Tipp „jetzt mal ganz locker zu bleiben“ zur Ruhe bringen lassen? Eben!

2. Getroffene Hunde bellen!

Aha, da schießt also jemand aus vollen Rohren zurück, weil er sich persönlich ertappt fühlt. Eine clevere Schlussfolgerung: Jeder, der etwas vehement abstreitet, gesteht damit indirekt seine Schuld ein. Lieber Leser: Sie sind ein heimlicher Alkoholiker, betrügen Ihre Partnerin, haben am Arbeitsplatz geklaut? Ach, Sie wehren sich vehement dagegen – tja, getroffene Hunde bellen eben!

3. Jeder so wie er will!

Mitten in die schönste Debatte über den Lebenswandel von Bürokollegen, Nachbarn, Prominenten und Familienmitgliedern wird diese pseudotolerante Nebelkerze in den Raum geworfen. Doppelter Vorteil Angreifer: Er demaskiert die Lästerer als intolerante Spießer und feiert sich gleichzeitig als edelherzigen Weltbürger – grandios! Nur kurze Zeit später wird wieder hemmungslos gelästert…

4. Du musst das mal aus der anderen Perspektive sehen!

Artverwandt mit der alten „Jeder so, wie er will“-Masche. Ohne jeden Zweifel ist das eine wahre Allzweckwaffe gegen jedes mögliche Argument. Für jede denkbare Abscheulichkeit unter der Sonne kann der Täter aus seiner Perspektive völlig plausible und in sich schlüssige Gründe aufzählen.

5. Ich will da jetzt nicht ewig drüber diskutieren!

Respekt, da zeigt jemand eindrucksvoll auf, dass er über seinem Gesprächspartner steht. Der verbale Terminator eliminiert die Debatte endgültig, wer seinem Befehl nicht folgt ist einfach nur verbissen. Ein beliebter Schlussappell, wenn dem selbsternannten Moderator die guten Argumente ausgehen.

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2 Responses to “Gesprächskiller: 5 gefährliche Floskeln”

  1. Robin sagt:

    Ich verfolge euren Blog echt gerne, aber dieser Artikel enttäuscht mich…
    Abgesehen davon, dass dieses Thema sowie der Artikel sehr merkwürdig und populistisch ist,
    Sollte eine Gentleman überhaupt nicht im weiteren Sinne diskutieren, sondern im hermeneutischen Sinne einen Dialog führen.

    Schade, man(n) kann das allgemeine Problem Kommunikation sehr vornehm und gediegen in Angriff nehmen, aber das sehe ich hier verfehlt.
    Das hat eher Facebook Niveau. Ihr seid doch mit euren anderen Themen und Artikeln mehr als genug erfolgreich, warum dann sowas?

    MfG Robin

  2. Marc Koch sagt:

    Lieber Verfasser,

    ich habe ehrlich gesagt gezögert, ob ich Robin zur Seite springe und ebenfalls meinen Unmut über obenstehenden Artikel äußere, aber in der Tat, qualitative Ausfälle wie dieser sollten tunlichst vermieden werden, will der Gentleman-Blog weiterhin dort agieren, wo er bisher war und meines Erachtens hingehört. Dem Artikel fehlt es am gewohnten Tiefgang und stilistischer Würze um sich von Massenprodukten der von Robin genannten Plattform(en) abzuheben. Leider wirkt der Artikel etwas wie ein schnell zusammengeschriebener Lückenfüller, nicht aber wie ein gewohnt gut recherchierter, tiefgründiger Beitrag mit dem gewissen Etwas.

    Beste Grüße, Ihr Marc Koch

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