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Nov 02

„Frauen kaufen für ihre Männer ein“

Eigentlich in der Kaffeebranche zu Hause, macht Tchibo in seiner Non-Food-Sparte auch Mode. Zweimal im Jahr erscheinen neue Männer-Modewelten. Der Gentleman-Blog sprach mit Andreas Fock, Head of Marketing Mens- & Bodywear bei Tchibo, über die Besonderheiten des deutschen Modemarktes, die Herausforderungen einer neuen Kollektion und Ehefrauen, die Kleidung für ihre Männer kaufen.

Herr Fock, an welchen Typ Mann richtet sich die Mode von Tchibo eigentlich?

Andreas Fock: Zielgruppe von Tchibo sind in erster Linie Frauen fast jeden Alters, aber auch Männer zwischen 35 und 55, die sich sportlich und casual kleiden. Bei unseren Männer-Modewelten denken wir dabei an Männer, die einen gewissen Anspruch haben, aber modisch nicht unbedingt Trendsetter sind. Natürlich haben wir eine deutlich höhere Männerfrequenz in den Läden, wenn wir fokussierte Herren-Phasen anbieten. Oftmals bringen aber auch Ehefrauen ihren Männern die Produkte mit nach Hause.

Gibt es darüber Statistiken?

Andreas Fock: Mit Zahlen können wir das leider nicht belegen. Aber da unsere Hauptzielgruppe nun mal Frauen sind, gehen wir auch davon aus, dass einige Frauen für ihre Männer mitkaufen. Bei Befragungen haben die Frauen das auch bestätigt, die Männer allerdings verneint.

Welche Ansprüche stellt Tchibo an eine neue Kollektion?

Andreas Fock: Unser Anspruch und Ziel ist ein außergewöhnliches Preis-/Leistungsverhältnis. Wir wollen das beste Produkt zum besten Preis. Dabei verfolgen wir eine Nachhaltigkeitsstrategie und arbeiten dazu mit unterschiedlichen Initiativen und ausgewählten Lieferanten zusammen. Im Herren-Segment bieten wir mittlerweile 80 Prozent unseres Angebots von Baumwoll-Produkten zu 100 Prozent nachhaltig an.

Wie läuft die Planung einer neuer Kollektion ab?

Andreas Fock: Bevor wir in die Entwicklung gehen, verschaffen wir uns einen Überblick über aktuelle und kommende Trends und Modethemen. Dazu gehen wir auf Messen, Trendvorschauen, sprechen mit Kreativlieferanten und gehen auf Store-Checks. Die große Herausforderung besteht zum einen in der Einschätzung, ob ein Trend sich durchsetzt, denn wir planen unsere Kollektion knapp ein Jahr im Voraus. Wenn wir uns für ein Thema entschieden haben, geht es um den um den Sortimentsaufbau. Die Grundlage bilden Basics. Mit dem Hauptsortiment wollen wir die Phasenidee, den Kollektionsgedanken transportieren. Modische Highlights bilden die Spitze des Sortiments, sollen Akzente setzen und aufmerksam machen.

Welche sind die Herausforderungen aus betriebswirtschaftlicher Sicht?

Andreas Fock: Einer der wichtigsten Meilensteine ist die betriebswirtschaftliche Planung. Um den wirtschaftlichen Erfolg zu garantieren, müssen viele Aspekte berücksichtigt werden: Wie viel Potential steckt in jedem Produkt? Welchen Verkaufspreis können wir ansetzen? Wie ist das Preisniveau des gesamten Sortiments? Eignet sich jedes Produkt für jeden Vertriebskanal (Filiale, Depot, Versand/online)? Parallel zur Sortimentsentwicklung müssen wir die optimale Vermarktungskampagne erarbeiten. Diese beinhaltet unter anderem die Gestaltung der Verpackung, das Magazin-Shooting, Fenster- und Regalaufbau und zuletzt natürlich den TV-Spot. Ziel ist ein aufeinander abgestimmtes Vermarktungsportfolio.

Welche Besonderheiten kennzeichnen den deutschen Modemarkt?

Andreas Fock: Der Markt ist zu konform und vergleichbar geworden. Jeder kann alles und macht auch alles. Ich glaube, die große Herausforderung liegt heutzutage darin, aus der Masse herauszustechen. Um aufzufallen, muss man sich in einer Zeit, in der alles überall und über jeden Kanal erhältlich ist, eindeutig und aufmerksamkeitsstark positionieren. Es kommt immer öfter vor, dass ich in einem Modegeschäft stehe und mich frage, bei welcher Marke ich eigentlich gerade bin.

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One Response to “„Frauen kaufen für ihre Männer ein“”

  1. Julius sagt:

    Sehr witzig, dass die Männer nicht zugeben wollen, dass ihre Frauen für sie einkaufen. Ich steh dazu, dass ich mir sehr gerne mal was mitbringen lasse! :)

    Vielleicht wollen die Herren der Schöpfung am Samstag auch einfach Fussball gucken. ;)

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