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Mai 09

Hochzeitsanzug: Ein Plädoyer an den Bräutigam

Hochzeitsanzug von Archetipo

Die warme Jahreszeit naht, und das Brautgeschäft kommt wieder voll auf Touren. Es wird gefeiert von früh bis spät, und die gesamte Gesellschaft zieht sich heroisch an. Während im Hochzeitsgeschäft für das Kleid der Dame sehr viel Geld ausgegeben werden darf, geht der Bräutigam allzu oft mit einem mausgrauen Anzug aus dem Laden. „Der Anzug soll danach noch fürs Büro taugen“, so die Argumentation. Warum eigentlich? Modemacher Holger Sommer hält im Gentleman-Blog mit einem Plädoyer für mehr Stil beim Hochzeitsanzug dagegen.

Unterschiedliche Prioritäten bei Braut und Bräutigam

Wieso gilt es als völlig in Ordnung, sehr viel Geld für das Brautkleid auszugeben, von dem keine Frau auch nur im Traum daran denkt, es ein zweites oder gar drittes Mal zu tragen? Für den Hochzeitsanzug des Mannes ist aber jeder Cent zu viel. Nichts da! Es ist doch nicht nur der besondere Tag der Braut, sondern des Brautpaares – als auch für IHN. Wieso soll der Mann dann nicht (fast) genauso glänzend dastehen wie SIE? Auch der Mann hat das Recht, an diesem Tag ganz und gar Bräutigam zu sein, der wichtigste Mann an diesem Tag. Und dies sollte auch nach außen sichtbar sein.

Anzüge für den Braeutigan

Es mangelt mittlerweile nicht an Möglichkeiten, sich diesen Wunsch zu erfüllen. Die Mühe lohnt sich, und für einen hochwertigen Hochzeitsanzug ist kein Cent vertan. Neben den Klassikern wie Smoking und Frack haben einige Hersteller wunderbare Modelle im Programm. Die reichen von schlicht-edel über elegant bis extravagant und Schnittanleihen aus dem Rokoko. Die Anzugstoffe gibt es dabei mit verschiedenen Farben, in sich gemustert oder mit Glanz in der Oberfläche. Dabei gelingt es den Herstellern, dass diese Stoffe nicht aufdringlich wirken, sondern durch den passenden Schnitt die richtige Optik aus den Stoffen herausholen. So wird der Bräutigam nicht durch den Hochzeitsanzug in den Schatten gestellt, sondern bleibt im Vordergrund. Meister auf diesem Gebiet der Anzüge für den Bräutigam sind die Italiener wie Zegna, Cleofe Finati by Archetipo und Carlo Pignatelli und aus Deutschland die Linie ‚Ceremony’ von Digel.

Auswahl an Hochzeitsanzügen für den Bräutigam

Die passenden Hemden zeigen dann noch Drapierungen und verschiedene kleine Spielereien auf, die den Hochzeitsanzug perfekt abrunden. Noch ein kleines aber feines Detail: Mit einem Hosenträger sitzt der gesamte Anzug meist deutlich besser als mit einem Gürtel.

Hochzeitsanzug auch später noch tragbar

Und diese Anzüge sind sogar auch später noch tragbar. Im Gegensatz zum Brautkleid. Das ist mit dem Tag der Hochzeit Geschichte. Und im Unterschied zum grauen Anzug sieht der Mann an seinem Hochzeitstag auch wirklich nach Bräutigam aus! Die Verwendung nach der Hochzeitsfeier funktioniert, indem der Mann entweder nur die Anzugshose oder nur das Sakko nimmt, und es mit einem anderen ‚unauffälligen’ Stück aus seinem Kleiderschrank kombiniert. So gibt er dem Ganzen einen normalen aber modernen Look, beispielsweise bei der Kombination einer Jeans, mit einem schlichten Sakko und der aufwendigen Hochzeitsweste.

Liste einiger Hersteller für Hochzeitsanzüge

Cleofe Finati by Archetipo
Elegante Anzüge aus Italien; die Schnitte basieren auf der Schnittgeschichte aus dem Rokoko. Sie zeigen ein wahres Feuerwerk an Kreativität und Schnittgeschichte. Die Bilder in diesem Beitrag zeigen Modelle von Archetipo, von klassisch elegant bis wahrlich extravagant.

Zegna
Anzüge aus Italien, sehr elegant, modisch.

Carlo Pignatelli
Elegante und edle Anzüge im Stoffe und Schnitte aus Italien.

Javier
Sehr elegante Anzüge aus Spanien, schmal geschnitten, hochmodisch.

Digel
Anzüge aus Deutschland, schick aber schlicht und mit kleinen Spielereien.

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Holger Sommer PortraitSchon von klein auf an Mode interessiert, macht Holger Sommer nun seine eigene. Vor allem die Anzüge haben es ihm angetan. Hier entsteht in Handarbeit jedes einzelne Stück mit Eigensinn und mit dem klaren Ziel, jeden Kunden wirklich gut aussehen zu lassen.



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6 Responses to “Hochzeitsanzug: Ein Plädoyer an den Bräutigam”

  1. Norbert sagt:

    Vielen Dank für den Blog. Es freut mich immer wieder einen neuen Artikel zu lesen.
    Bei dem heutigen Artikel fehlt meines Erachtens jedoch als Beispiel der Cut.

  2. Alexandra sagt:

    Ein sehr interessanter Artikel. Ein richtig ausgefallener Hochzeitsanzug mit interessanten Farben und Mustern ist toll, wird aber leider schwierig, sobald die Braut kein weißes und relativ schmuckloses Kleid trägt. Wenn beide „voll dekoriert“ sind, wird es sehr schwer, alles aufeinander abzustimmen, und dem Betrachter wird es auch schnell zuviel.

  3. R sagt:

    Was für ein blödsinniger Artikel.
    Man trägt nie einen Smoking oder
    Frack zur Trauung selbst. Trauungen finden tagsüber statt.

    „Stilecht“ trägt man einen Cut oder eine Nummer kleiner einen Stresemann.

    Beide kann man ohne weiteres zu allen Hochzeiten die man danach besucht wieder anziehen.

    Wenn man wie ein Clown ausschauen möchte, befolgt man ihren Rat und zieht den Unsinn an den die Herren auf den Bildern tragen.

    Schönes Hawai-Hemd tragen Sie da übrigens, Maßanfertigung?

  4. B. v. Linden sagt:

    Ich dachte ich lese hier einen Gentleman-Blog? Was ist mit klassischer Herrenmode? Wo ist das Grundverständnis der Etikette? Smoking zur Hochzeit? Wieso sollte man Abendgarderobe zu einem Tagesanlass tragen? Ich finde, wie mein Vorredner auch, Cut oder Stresemann sind die einzigen Anzüge, die dem Anlass gerecht werden. Oder einen guten Anzug mit feierlicher Krawatte, falls man einen schlichten Auftritt bevorzugt. Diesen allzu verspielten „Hochzeitsanzüge“ kann ich wenig abgewinnen und würde sie nicht unbedingt, auch nicht in Teilen, nach dem Fest weiterverwenden. Hingegen kann man Cut und Stresemann noch bei vielen weiteren Anlässen tragen.

  5. McHasel sagt:

    Ich muss mich leider meinen Vorrednern anschließen, wenngleich sich der eine oder andere Modeschöpfer wünscht, dass sich die klassischen Varianten in Luft auflösen.
    Nach wie vor tut es ein klassischer Anzug in gedeckten Farben, nobler ist natürlich Cut, Stresemann und Co.
    Leider kann heute kaum noch einer eine Krawatte selber binden(https://www.youtube.com/watch?v=JNFoeS34rKI&list=UUxFe-TZry91Tw1Ve3lDGmBw)
    Da muss man sich nicht wunder, wenn die seltsamsten Ratschläge befolgt werden.

  6. Wolfgang Eisenhower sagt:

    Ein sehr interessanter Artikel. Ich finde ausgefallene Anzüge toll, aber natürlich muss dieser auch zum Kleid der Braut passen. Mit einer klassischen Variante geht man natürlich auf Nummer sicher.

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