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Jun 13

10 unappetitliche Fakten über unsere Ernährung und Lebensmittelproduktion

Unappetitlich: Massentierhaltung - Credits: http://de.wikipedia.org/wiki/Intensivtierhaltung

„Je weniger die Leute davon wissen, wie Würste und Gesetze gemacht werden, desto besser schlafen sie.“ – Otto von Bismarck

1.
75 Prozent der Deutschen möchten lieber Fleisch aus artgerechter Tierhaltung essen. Doch 98 Prozent des Fleisches, das in Deutschland verzerht wird, stammt aus der industriellen Massentierhaltung.

2.
96 Prozent der Tiere in den Zucht- und Mastanlagen bekommen Antibiotika. Die Tiere bekommen es nicht, weil sie krank sind, sondern damit sie in den widrigen Bedingungen (Enge, schlechte Luft, kein Tageslicht, Bakterien, unnatürlicher Lebensraum etc.) nicht krank werden.

3.
Würde man Hunde oder Katzen so halten und behandeln wie Hühner, Schweine und Rinder in den Mastbetrieben, würde man wegen Tierquälerei angezeigt.

4.
In der Milch werden regelmäßig Umweltgifte, Antibiotika, Eiter, Blut und Schwermetalle nachgewiesen. Übrigens gibt es entgegen der gängigen Annahme in den Ländern mit dem höchsten Milchkonsum auch die meisten Osteoporose-Kranken, da das tierische Protein die Kalziumausscheidung fördert.

5.
Der Mensch ist das einzige Lebewesen, dass die Muttermilch eines anderes Lebewesens trinkt. Kuhmilch wird vor dem Verkauf stark behandelt. Würde man einem Kalb mit der Milch aufziehen, die es im Supermarkt zu kaufen gibt, würde es nach wenigen Wochen sterben.

6.
Die Fluktuation der Mitarbeiter in Schlachthöfen ist extrem hoch: Im Schnitt arbeiten sie nur 11 Monate in einem Job, in dem das Töten im Akkord auf der Tagesordnung steht. Zum Vergleich: Über alle Berufe hinweg bleiben Arbeitnehmer im Schnitt ca. 6 Jahre in ihrem Job.

7.
Für die lebenslange Ernährung eines Deutschen werden mehrere Tausend Tiere getötet. Im Schnitt isst ein Deutscher Zeit seines Lebens u.a. 1.000 Hühner, 50 Schweine, 50 Puten, 50 Gänse, 5 Rinder, 5 Schafe sowie unzähliche Fische und Meerestiere.

8.
Die Technik, die früher im Krieg eingesetzt wurde, um gegnerische U-Boote aufzuspüren, wird mittlerweile beim Fischfang eingesetzt: Radar, Echolote, GPS und Satelliten. Die Fische haben keine Chance, dem zu entkommen.

9.
Garnelen machen nur 2 Prozent des weltweiten Fischkonsums aus, bei der Jagd fallen jedoch 33 Prozent des weltweiten Beifangs an, wovon auch viele gefährdete Arten betroffen sind. Ein durchschnittlicher Garnelenkutter wirft 80 bis 90 Prozent der gefangenen Meerestiere tot oder schwer geschädigt wieder über Bord.

10.
Nutztiere produzieren in den USA 130 mal mehr ‚Scheiße’ als die gesamte Bevölkerung, trotzdem gibt es bei der US-amerikanischen Nutztierhaltung oftmals keine vernünftige Abwasserinfrastruktur, nur riesige Auffanggruben. Darin befindet sich jedoch nicht nur Kot, sondern auch tote Tiere, Nachgeburten, Erbrochenes, Urin, Eiter und jede Menge Müll. Regelmäßig gelangt Überlauf in das Ökosystem und richtet dort große Schäden an. Zudem entweichen giftige Gase wie Ammoniak und Schwefelwasserstoff ungefiltert in die Luft.

Quellen:
Animal Rigths Watch und das Buch „Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer.

„Es ist nicht genug zu wissen – man muss auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen – man muss auch tun.“ – Johann Wolfgang von Goethe

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3 Responses to “10 unappetitliche Fakten über unsere Ernährung und Lebensmittelproduktion”

  1. Friedrich von Obernitz sagt:

    Die geizigen Konsumenten mit ihrem Desinteresse verantworten diese Situation. Die Ansicht das jeder jeden Tag günstig Fleisch essen kann, führt zwangsläufig zu diesen Produktionsmethoden. Über Jahrhunderte war Fleisch etwas wertvolles und wurde meist nur zu besonderen Anlässen gereicht. Das heutige Supermarktfleisch würde ein Hamburger Bürger des 17. Jarhunderts kopfschüttelnd verschmähen.

  2. Keneth sagt:

    Sehr guter Beitrag! Gefällt mir sehr gut.

    Aber viele werden diesen Beitrag lesen und nichts ändern, so wie auch bei Punkt 1 beschrieben.

  3. Das Problem ist schlicht und ergreifend der Geiz der Menschen. Viele wollen, dass es Tieren gut geht, dass sie artgerecht behandelt werden, doch die wenigstens sind bereit, mehr für ihr Fleisch zu zahlen.

    Ich persönlich zahle schon allein aus Qualitätsgründen mehr für ein gutes Steak – aus regionaler Freiland-Haltung. Dass ich dabei eine artgerechte Tierhaltung unterstütze, ist ein positiver Nebeneffekt, den ich sehr wertschätze und jedem Fleischesser ans Herz lege. Selbst beim Kaviar kann ich mittlerweile Kaviar kaufen, bei dem die Störe nicht getötet werden. Sehr viel tierfreundlicheren Hochgenuss gibt es eigentlich nicht.

    Ich würde mir wünschen, dass die Menschen in Zukunft Abstand vom „So-billig-wie-möglich-Gedanken“ nehmen. Das würde schon einen großen Beitrag leisten, denn der Markt bedient nur die Nachfrage.

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