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Aug 18

Anleitung zum Mann sein | Rezension

buchrezension Schluss mit luschig

Das Leben als Mann ist auch nicht mehr das, was es mal war. Die Gesellschaft im Allgemeinen und die Frauen im Speziellen stellen immer höhere Ansprüche an die Herren der Schöpfung. Die Männer haben ihre Rolle in der neuen, emanzipierten Welt noch nicht gefunden. Und viel zu häufig werden aus Männern im Laufe einer Beziehung Mäuse. Doch Julian Hartmann sei Dank – mit der Anleitung zum Mann sein liefert er die Lösung für das Dilemma. Seine Devise: Schluss mit luschig, allerdings ohne in alte Macho-Muster zu verfallen. Ein kurzweiliges Lesevergnügen, voller Klischees, aber auch voller Wahrheiten. Mehr Unterhaltung als ein klassischer Ratgeber, aber dennoch ausgesprochen lehrreich – für Sie und Ihn.

Viel Klischee und noch mehr Wahrheit

Es ist ja nicht so, dass der Mann von heute all das nicht selbst leisten will, was von ihm gefordert wird. Allerdings ist das im hektischen Alltag leichter gesagt als getan. So geht dem Mann zwischen Windeln-wechseln und Work-Life-Balance die Souveränität abhanden. Dummerweise ist es genau das, worauf Frauen bei Männern stehen: Souveränität. Was also tun?

Julian Hartmann verspricht nicht mehr und nicht weniger als die Lösung. Da es mit einem goldenen Tipp nicht getan ist, erstreckt sich das Buch auf etwa 150 Seiten. Anstatt das Thema in einem großen Aufsatz anzugehen, lockert der Autor das Buch mit treffenden Zitaten, kurzen Crash-Kursen und pointierten 33-Listen auf („33 Dinge, die der modernen Mann endlich kapieren sollte“, „ 33 Irrtümer über Männer“ oder „33 Vorsätze für den modernen Mann“). Zudem wagt er eine Expedition ins Frauenreich, analysiert verschiedene Vorbilder wie James Bond, den großen Gatsby sowie den Dude aus ‚The Big Lebowski’ und zeigt auf, was man von diesen männlichen Proto-Typen lernen kann.

Tipps für jeden Beziehungsstatus

Es sollte eigentlich selbstverständlich sein (für einen Gentleman sowieso), was Mann in Gegenwart einer Frau tun und was man besser lassen sollte, dennoch haben viele Männer hier offensichtlich Nachholbedarf. Fairerweise muss man auch sagen, dass es die Frauen der Männerwelt auch nicht einfach machen. Zwar wollen sie einen Mann, der weiß, was er will, das gilt jedoch nur so lange, bis der Partner in der Beziehung tatsächlich das macht, was er will. Dann wird es kompliziert, denn so haben es sich die Frauen natürlich nicht vorgestellt. Er soll SIE wollen, nicht Fußball, Freunde und Freiheit. Da das ja nicht so sein darf, sehen Frauen ihren Mann als Projekt: Sie kleiden ihn neu ein, treiben ihn zum Sport an und ändern seine Ernährungs- und Fernsehgewohnheiten. Aus dem „ihm-gefallen-wollen“ wird ein „ihn-mir-gehörig-machen“.

Wer (ungewollt) Single ist oder noch nie eine lange Beziehung hatte, erfährt in der Anleitung zum Mann sein, wie Frauen sich einen Mann wirklich wünschen („verlässlich und humorvoll“), wie man einer Frau zumindest kurzfristig imponieren kann (z.B. „auf einem Grashalm pfeifen“),wie man die Beziehung am Laufen hält (Blumen, Komplimente und Kommunikation) und wie man sich in der Partnerschaft eMANNzipiert.

Die Tipps und Infos reichen von Pick-Up-Grundlagen wie der hohen Kunst des Flirtens („lächle, umwirb sie, sprich sie an, aber glotze nicht einfach nur!“) und der Verführung („breitschultrig ja, – breitbeinig nein“) bis zu konkreten Beziehungstipps: „Wer Freiraum säht, wird Nähe ernten.“ – „Lass dich nicht gehen, sonst wird der andere gehen.“ – „Lerne Kompromisse zu akzeptieren, sonst wird die Partnerschaft zum faulen Kompromiss.

Die eigentliche Zielgruppe des Buches sind ohnehin Männer, die in einer festen Beziehung stecken und im Laufe der Beziehung von einem Mann zu einem willenlosen Willi mutiert sind, die den Kampf um die Vorherrschaft in der Beziehung irgendwann resigniert aufgegeben haben. Auf Dauer kann das beide nicht glücklich machen, deswegen muss Schluss mit luschig sein!

Fazit

Das Anleitung zum Mann sein baut zum Ende etwas ab, zudem bekommt man zum Teil mehr Zustandsbeschreibung als Lösungsstrategie geboten. Nichtsdestotrotz fühlt es sich an wie ein witziger Whisky-Abend mit einem guten Freund, der in Frauendingen sehr erfahren ist und einem wertvolle Ratschläge gibt. Die Tipps und Grundsätze in die Tat umzusetzen, ist bekanntlich eine andere Sache. Die Lektüre des Buches macht einen also nicht automatisch zum Mann, gibt aber wertvolle Denkanstöße. Und wer die Fallstricke einer Beziehung kennt, kann sie leichter umschiffen. So wie Mann hier viel über Frauen und Beziehungen lernen kann, lohnt sich übrigens auch für die Damen ein Blick ins Buch, um wiederum die Männer besser zu verstehen.

Einzelne Abschnitte des Buches kann man auch auf dem Blog Schlussmitluschig.de nachlesen, doch das große Ganze offenbart sich dem Leser erst im Buch.

Das Gentleman-Blog Urteil: Schluss mit luschig, lesen!

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One Response to “Anleitung zum Mann sein | Rezension”

  1. H.Prendick sagt:

    Ich habe das Buch gelesen und noch im Straßencafe weg geworfen. Der Eindruck drängt sich auf von dem Bild von Breughel „Der Blinde, der die Blinden führt“.

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