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Aug 29

Hingefallen? Wieder aufstehen! – Krisen als Chance begreifen

Niemals aufgeben

Wer kennt es nicht, das deprimierende Gefühl im Magen, wenn man etwas nicht geschafft hat. Dieses unangenehme Kreisen der Gedanken im Kopf, wenn man einen Fehler begangen hat? Ja, das Leben ist manchmal hart und ungerecht. Doch das ist es zu anderen auch! Unser Gastautor Dr. Martin Krengel meint: Es gibt keinen Grund, das persönlich zu nehmen, begreifen Sie Krisen stattdessen als Chance.

Krisen als Chance begreifen

Das chinesische Wort für Krise „weiji” enthält die Schriftzeichen „wei” (Gefahr) und „ji“ (Gelegenheit oder Wendepunkt). Eine Krise bedeutet in dieser Sprache sowohl „Moment einer Gefahr“ als auch „Moment einer Chance“. Ebenso bezeichnet das griechische „krisis“ nicht eine hoffnungslose Situation, sondern den Höhe- oder Wendepunkt einer gefährlichen Lage. Von da an kann es nur noch besser werden. Dieses Sprachspiel zeigt: Jede Chance birgt ein Risiko, ein Risiko wiederum birgt eine große Chance. Das ist nicht nur an der Börse so, sondern gehört zum Leben. Und: „Irrwege erhöhen die Orientierung“, sofern man dem deutschen Sprichwort Glauben schenkt. Wir unterlassen es oft, Dinge zu verändern, weil wir Angst vorm Scheitern haben. Doch das ist kontraproduktiv:

Ich habe mehr als 9.000 Chancen (Würfe) in meiner Karriere ­verfehlt. Ich habe mehr als 300 Spiele verloren. Ich habe immer wieder Fehler begangen in meinem Leben. Und das ist eins meiner Erfolgsgeheimnisse.“ – Michael Jordan, einer der besten Basketballer aller Zeiten

Sehen Sie auch Rückschritte und Fehler als eine Chance an. Denn sie haben eine wichtige Funktion: Sie weisen Sie auf Ihre Schwachstellen hin. Fragen Sie sich jedes Mal, wenn Sie eine Blockade haben oder sich einer Krise ausgesetzt fühlen: Welche Veränderung versucht sich hier den Weg zu bahnen? Wie lautet die Botschaft, die in der Krise steckt?

In den meisten Fällen bedeutet eine Krise, dass etwas schief läuft und die bisherige Vorgehensweise offensichtlich nicht geeignet ist, das Problem zu lösen. Lernen heißt, zwei Schritte vorwärts und einen zurück zu gehen. Verdoppeln Sie die Geschwindigkeit Ihrer Fehler, kommen Sie schneller voran.

Von 200 Glühbirnen, die nicht funktionieren, lehrte mich jeder Versuch etwas, das ich beim nächsten Mal berücksichtigte.“ – Thomas Edison, Erfinder der Glühbirne

Zeitgeschenke statt Zeitverschwendung

Einen Paradigmenwechsel erlebte ich selbst vor zwei Jahren in Asien. Dort beschäftigte ich mich mit Meditation und dem Buddhismus. Ein Satz eines Mönchs ist mir besonders gut im Ohr geblieben. Er sagte:

Ich verstehe euch Westler nicht. Ihr regt euch auf, wenn ihr mal warten müsst. Wenn euer Bus mal etwas später kommt oder ihr irgendwo in der Schlange stehen müsst. Für mich ist das eine wunderbare Chance, zu meditieren.“

Da stand ich nun, in meiner westlichen Ungeduld entblößt. Ja natürlich, eigentlich sollte man dankbar sein für die kleinen Zeitgeschenke, die man an einem stressigen Tag bekommt! Wer nimmt sich wirklich schon mal die Zeit, einfach nichts zu tun? Solche Momente bieten Gelegenheit dazu. Zwar sind sie unfreiwillig, doch durch unseren inneren Zorn rauben sie uns nur unnötig Energie! Von dem Mönch können wir lernen, uns an Ampeln, Bushaltestellen und auch an der Kasse zu entspannen: kurz die Augen schließen, an etwas Schönes denken, die Gedanken ordnen, Musik hören oder einfach mal wieder tief durchatmen.

Die zwei Seiten einer Medaillie

Oft sind Enttäuschungen das Ergebnis hoher Erwartungen. Wir sollten daher die Möglichkeit eines Misserfolgs im Hinterkopf behalten. Eine Übung für mehr geistige Flexibilität in dieser Hinsicht hat sich in meinen Stressmanagement-Seminaren bewährt. Mit der „Medaillenübung“ versuche ich, das Bewusstsein für die sprichwörtlichen „zwei Seiten einer Medaille“ zu schaffen. Positives kann in gewissen Situationen unerwünschte Folgen haben: Der Lottogewinn zieht Neider auf sich, dein beruflicher Erfolg lässt dir weniger Zeit für Privates. Wiederum haben negative Ereignisse auch ihre positiven Seiten.

Beispielsweise gibt es genügend Berichte von Leuten, denen eine unerwartete Krankheit geholfen hat, ihre Ziele zu überdenken und ihr Leben grundlegend zu ändern. Suchen wir die positiven Aspekte, reduzieren Unzufriedenheit, fördern Ausgeglichenheit und richten unsere Gedanken auf die Dinge, die wir tatsächlich ändern können. Probieren Sie es mit dieser kleinen Medaillenübung: Suchen Sie sich trotz des Ärgers zwei bis drei positive Aspekte zu diesen Ereignissen:

•  Sie haben ein schlechtes Feedback bekommen.
•  Sie haben eine Absage erhalten.
•  Sie hatten einen Streit mit Ihrem Partner.
•  An ihrem freien Tag ist das Wetter grauenhaft.
•  Ihr Chef ist anderer Meinung und findet Ihr Konzept nicht gut.

Höchstleistungen durch Kritik statt durch Lob

Es ist einfach, Zustimmung zu finden. Beschweren Sie sich nach einer schlechten Beurteilung einfach bei Ihren besten Freunden: Machen Sie ein trauriges Gesicht, sagen Sie, wie hart Sie dafür gearbeitet haben. Sie werden Ihnen sagen, dass Sie vollen Einsatz gezeigt haben und der Chef  keine Ahnung hat. Gut. Ihr Gewissen ist beruhigt. Aber leider wird es Ihnen bald wieder so gehen, wenn Sie nicht aus diesem Erlebnis lernen.

Picken Sie sich nicht nur die guten Dinge einer Kritik oder eines Feedbacks heraus. Viele Menschen neigen dazu, die gelungenen Sachen auf unsere Kompetenz zurückzuführen, Fehler aber von sich zu weisen und auf die Umwelt abzuwälzen. Sehen Sie stattdessen zweimal hin! Wie hätten Sie das verhindern können? Was müssen Sie noch verbessern?

Mittelmaß birgt Chancen und Gefahren

Wenn man durchschnittlich gute Arbeit produziert, kann man zufrieden und mit sich im Reinen sein. Wirklich voran bringt einen das aber nicht. Ein Freund, den ich durch einen Essay-Wettbewerb kennen gelernt hatte, sagte mir, dass er sich am meisten über Feedback zu seinen Aufsätzen freue, wenn möglichst viel kritisiert wird. Das seien die besten Korrekturen. „Nur so kann ich meinen Text verbessern. Sonst denke ich tatsächlich, der Text ist schon fertig. Dabei ist der Text in Wahrheit nur mittelmäßig“, meinte er voller Überzeugung.

Wahrscheinlich ist Ihr Entwurf auch gut. Aber eben noch nicht großartig. Wenn Sie sich selbst übertreffen wollen, dann ersetzen Sie die Frage „Ist es gut?“ durch „Was kann ich (noch) besser machen?“. Wenn Sie einen Vortrag halten, den die anderen super finden, dann haken Sie nach: „Schön? Was würdet ihr dennoch anders machen? Wo habe ich zu viel erzählt? Wo habe ich gelangweilt?“ Wenn Sie auf diese Weise selbstkritisch nachfragen, bekommen Sie eher eine ehrliche Antwort. Ansonsten wird man dir immer „sozial erwünscht“ antworten. Es ist wichtig zu wissen, was gut ist. Noch bedeutsamer ist es aber zu wissen, wie das bisherige Ergebnis übertroffen werden kann.

Haben Sie keine Angst vor zu viel „Kritik“. Es liegt immer noch an Ihnen, was Sie davon umsetzen.

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Der Autor

Martin KrengelCover Motivations-Zeitmanagement-Buch-Golden-RulesDr. Martin Krengel ist Lernexperte, Zeitmanagement-Redner und Autor mehrere Bestseller zu Produktivität, Selbstmotivation und konzentriertem Lernen. Im Gentleman-Blog schreibt er über Zeitmanagement, Motivation und Selbstorganisationen. Der Text ist ein Auszug aus seinem Buch “Golden Rules“.



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