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Dez 15

Mann sein in der heutigen Zeit: Schwieriger denn je?

Mann sein und stark sein

Unsere Gesellschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten radikal geändert. Während der Damenwelt früher vor allem Familie und (wirtschaftliche) Sicherheit wichtig war, stehen moderne Frauen auf eigenen Beinen und streben nach Unabhängigkeit, Karriere und der eigenen Selbstverwirklichung. Mark Lambert geht im Gentleman-Blog der Frage nach, was das für Konsequenzen für die Männer von heute hat.

Das verschwommene Mannsbild des 21. Jahrhunderts

Mein Mann muss groß, stark und einfühlsam sein. Er muss für mich und meine Familie sorgen und uns ein gutes Leben bescheren können.“ So beschrieben Frauen über Jahrzehnte ihren Traummann – und tun es zum Teil auch heute noch.

Die zunehmende Unabhängigkeit der Frau und der Wandel der Gesellschaft hat nicht wirklich dazu geführt, dass sich die Anforderungen an Männer (Stärke und Einfühlsamkeit) geändert haben.

Die meisten Frauen fühlen sich weiterhin von ihrer Natur aus zu einem starken Mann hingezogen, weil dieser ihr Bedürfnis nach Sicherheit stillt. Allerdings können sich Frauen ihre finanzielle Sicherheit mittlerweile selbst schaffen. Auch die Zeiten, in denen ein Mann allein mit physischer Stärke überzeugen konnte, sind in unserer Gesellschaft lange vorbei. Wie punktet ein Mann unter diesen Umständen bei Frauen?

Zweifelhafte Vorbilder aus dem TV

Was macht den Mann von heute aus? Was hat ein Mann, der Erfolg bei den Frauen hat? Die „Vorbilder“ aus den erfolgreichen TV-Serien bekommen zwar fast jede Frau, helfen den männlichen Zuschauern aber nicht wirklich weiter.

Das ist zum Beispiel Hank Moody aus »Californication«: cool, liebenswert, noch immer ein halbes Kind und zudem ein emotionales Wrack. In jeder Episode legt er gefühlt eine Handvoll Frauen flach, heult aber seiner großen Liebe Karen hinterher, um sie dann doch immer wieder zu betrügen.

Oder Barney Stinson aus »How I Met Your Mother«, ein liebenswerter Frauenheld, der im Innersten gar nicht so cool und stark ist, wie er zu sein vorgibt, so dass man nicht mit ihm tauschen möchte, auch wenn man ihn bisweilen durchaus für seinen hedonistischen Lebensstil „Anzüge, Frauen und Unabhängigkeit“ beneiden möchte.

Die Legende vom Alpha-Mann

Viele Männer denken, mit einem Alpha-Mann-Verhalten bei Frauen Eindruck machen zu können. Doch der Fehler, den diese Männer begehen, besteht daran, sich dadurch eine soziale Maske (in der Psychologie „Persona“ genannt) aufzubauen, mit der sie versuchen, alle ihre Schwächen hinter dieser Maske zu verbergen. Dumm nur, dass die meisten Frauen gute Fühler haben und jene Männer, die nur vorgeben ein Alpha-Mann zu sein, schnell entlarven.

Dabei ist Stärke nicht gleichzusetzen mit „Stärke demonstrieren“. Doch dies ist die Fehlinterpretation der meisten Männer, die sich in diesem Bereich verbessern möchten. Der wahrlich starke Mann, dessen Stärke eine Frau in Millisekunden aufschnappt und vom dem sie sich angezogen fühlt, demonstriert seine Stärke nicht bei jeder sich bietenden Gelegenheit, sondern lebt sie einfach aus, ohne dabei rücksichtslos oder hartherzig zu sein.

Wann ein Mann stark ist – und wann nicht

Es ist kein Zeichen von Stärke, wenn man versucht seine Schwächen zu verbergen und stattdessen den harten Mann markiert. Stark sein bedeutet ebenso wenig, sich über andere zu erheben oder zu versuchen, sie zu dominieren.

Stark ist jemand, der offen seine Meinung aussprechen und mit den Konsequenzen und der Meinung anderer über ihn umgehen kann. Jemand, der direkt und authentisch, zu seinen eigenen Fehlern steht und sich selbst reflektieren kann.

Ein Mann ist stark, wenn er in der Lage ist, seine soziale Maske abzunehmen und mit seinem wahren Ich offen und bedingungslos umgeht. Wer sich öffnet und seinen Schutzpanzer abnimmt, der riskiert zwar verletzt zu werden, aber das ist mutig. Derjenige, der sich das traut und sich dabei selbst treu bleibt, wird von anderen als stark empfunden – besonders von Frauen.

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Über den Autor

Mark LampertBeitrag von Autor und Unternehmer Mark Lambert. Auf verfuehre-mit-persoenlichkeit.de bringt er Männern bei, wie sie sich selbst weiterentwickeln und mit der Macht ihrer eigenen Persönlichkeit beim anderen Geschlecht ankommen.



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11 Responses to “Mann sein in der heutigen Zeit: Schwieriger denn je?”

  1. Wolfhard von dem Hagen sagt:

    Woher soll ich denn wissen, ob es heute schwieriger ist als früher? da ich nicht in verschiedenen Zeiten lebe, fehlt mir der selbsterlebte Vergleich.

  2. Mark Lambert sagt:

    Hallo Wolfhard,

    hast Du denn nie mit Leuten anderer Generationen darüber geredet oder Dich mit älteren Frauen ausgetauscht, die Dir Ratschläge geben, die weit fern von der heutigen Realität sind?

    Mark

  3. Sven sagt:

    Dieses verdrehte Bild vom Mann sein wird uns aber nicht erst durch den TV eingetrichtert.

    Viele Jungen erleben gar nicht mehr, was es heißt, ein Mann zu sein, weil ihnen die Vorbilder in der direkten Umgebung fehlen.

    Der Vater geht auf arbeit… kommt gestresst zurück… und der Junge weiß gar nicht, was Papa da so eigentlich macht. „Was machen Männer, wenn sie nicht zu Hauser sind?“

    Das im Kindergarten und in der Schule wenig männliche Vorbilder zu finden sind, ist auch jeden klar.

    Viele von uns Männern haben in ihrer Kindheit nie eine Prägung des männlich seins und des Mann seins bekommen.

    Da knüpfen die paar Bilder, die man im TV bekommt nur an bereits vorhandene Leere an.

    Deswegen:

    Väter! Nimmt eure Söhne mit auf die Arbeit… wenigsten einige Male.

    Söhne! Schmeißt den Fernseher raus! Der versaut euch euren erfolg bei Frauen!

  4. Mark Lambert sagt:

    Wahre Worte Sven!

    Wie Tyler Durden zudem in Fight Club sagt: „Wir sind eine Generation von Männern, die von Frauen groß gezogen wurde.“ Das Vorbild fehlt den meisten heutzutage.

  5. H.Prendick sagt:

    Ich muss jetzt widersprechen. Mein Neffe (16 Jahre) hat nun „Breaking Bad“ gesehen und will nach ,dem Abitur Chemie studieren, um so cool zu sein wie Walter White. Dann fragte der Kleine mich doch glatt, ob alle Frauen so nervig sind wie Skyler White. Ich antwortete mit einem Zitat von Sam Peckingpah:
    „Willst Du eine tolle Frau, so musst Du auch bereit sein den Ärger zu ertragen, den sie mit sich bringen.“
    „Auch die Tante?“ – „Sie ist blond.“
    Als 12-jähriger hatte der Kleine die erste Krise, als er eine Brille tragen musste, doch dann zeigt ihm sein Onkel die Hansons aus „Schlappschuss“ und der Kleine erkannte, dass man auch mit Hornbrille ein cooler Typ sein kann. Medien können einen Mann doch mit positiven Vorbildern versorgen.

  6. Mark Lambert sagt:

    Hallo H., diese Serien bringen einem Kind aber nicht bei, was es bedeutet Mann zu sein und wie man als Mann sein muss, um bei Frauen anzukommen – was das Thema dieses Artikels ist.

  7. H.Prendick sagt:

    Prendick an Mark: Walter Whites Stärke ist sein Wissen, sein Intellekt und sein geistiges Reaktionsvermögen, und wie man damit Probleme lösen kann, auch wenn er übers Ziel hinaus schießt und moralisch fragwürdige Dinge macht. Diese drei Eigenschaften kommen sehr gut an bei Frauen.
    Probleme zu lösen, heißt es ein Mann zu sein, und auch im Angesichts der Krise, ist diesem Fall Krebs im Endstadium, an seine Familie zu denken und den kühlen Kopf zu bewahren. Das alles bekommt ein Jugendlicher (die Serie ist ab 16) gezeigt. Und er ist ein Jedermann, kein Superheld und auch kein Competence-Man. Und die Serie zeigt, dass man an der Herausforderung wächst.

  8. Maddin sagt:

    Der Beitag ist super…Danke an den Schreiber, ist ja eh schwer genug dieses Thema in Wort zu fassen…!! Beste Grüße

  9. Bodo sagt:

    Ein Tolle Beitrag.

    Ja die Frauen haben ein feines Gespür und somit lässt sich langfristig (meiste auch kurzfristig) nicht verheimlichen.

    Der Schlüssel ist es wirklich um Unterbewusstsein seine Stärken aufbaue um wirkt Mann zu SEIN!

  10. Dermannindir sagt:

    Einer der größten Fehler, den Männer machen ist, eine Frau auf ein Podest zu stellen-bildlich gesehen. Was passiert, wenn man eine Frau auf ein Podest stellt? Aus ihrer Sicht? Sie schaut auf dich hinab, richtig? Und genau das will Frau eben nicht! Sie möchte wenigstens auf gleicher Augenhöhe mit dir sein oder lieber noch zu DIR hinauf schauen.

    Frauen heutzutage wollen einen starken, sich selbst-bewußten Mann haben, der in seinem Center ist, sich selbst liebt, weiß was er für sich will, Ziele hat und seinen Weg geht. Und egal was sie zu ihm sagt oder tut, sich nicht von seinem Weg abbringen lässt. Einen Mann, der sich für die Frau interessiert, sie respektiert mit ihr auf Augenhöhe kommunizieren, agieren, sie führen und sie bei ihm durch und durch Frau sein kann. Einer der ihr durch seine innere Ruhe und Gelassenheit ein Gefühl der Sicherheit gibt. Ihr Fels…Sei der König in deinem Schloss und mache sie zur Königin. Einem gleichberechtigten Teampartner. Kriegst du das hin…sind sie eigentlich gaanz lieb.

  11. Chris sagt:

    Toller Beitrag!

    Ich erfahre und sehe immer wieder, wie sich ein sehr beträchtlicher Teil der Männer schwer sich schwer tut in die natürliche Rolle des Mannes zu schlüpfen.

    Unglaublich viele Männer befinden sich in einer Identitätskrise, ohne es selbst mitzubekommen. Leider findet das Thema kaum mediale Beachtung.

    Umso wichtiger sind Blogs und digitale Medien wie diese hier!

    Danke für diesen Beitrag!

    Gruß
    Chris

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