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Jan 03

Gut ankommen

Erster Tag im neuen Job: Knigge- und Verhaltenstipps

Verhaltenstipps fuer die ersten Tage im neuen Job

Für einen ersten Eindruck gibt es bekanntlich keine zweite Chance – und auch nicht viel Zeit: Der Mensch bildet sich innerhalb weniger Sekunden ein Urteil über seine Mitmenschen. Der Gentleman-Blog gibt Tipps, wie Sie an Ihren ersten Tagen im neuen Job auf Anhieb einen guten Eindruck hinterlassen.

Die Vorbereitung auf den ersten Tag

Kollegen-Recherche.
Viele Unternehmen verfügen auf ihrer Homepage über eine Teamseite, auf der die Mitarbeiter mit ihrem Namen, einem Bild sowie Angaben zur Position ihrer Abteilung vorgestellt werden. Ein Blick lohnt, um gleich zu wissen, wer Chef und wer Azubi ist. Zudem dient es als gute Vorbereitung, um die Namen und Gesichter der zukünftigen Kollegen zu lernen.

Was soll ich bloß anziehen?
Kleider machen nun mal Leute, das war schon beim Hauptmann von Köpenick so und hat sich bis heute nicht geändert. Hier gilt es, sich an die gesellschaftlichen Konventionen zu halten. Bei vielen Berufsgruppen ist der Dresscode weitestgehend klar, doch bei vielen anderen Jobs ist es nicht so eindeutig. Daher sollte man bereits im Vorstellungsgespräch darüber erkundigen, wie das in dem jeweiligen Unternehmen gehandhabt wird. Vorsicht: Wenn es keine expliziten Vorgaben geben sollte, sollte man deswegen nicht alles zu tragen wagen. Wählen Sie ein Outfit, das zum Job und zur Firma passt und in dem Sie sich wohlfühlen. Tipp: Saubere und ordentliche Schuhe tragen, das heißt keinesfalls extravagant und weder ausgelatscht noch abgetragen.

Pünktlichkeit ist eine Tugend.
Vor allem in Deutschland und erst recht am ersten Tag im neuen Job. Zu spät kommen macht nicht nur einen schlechten Eindruck, sondern verursacht unnötigen Stress. Tun Sie sich das nicht an. Besser zwei Wecker stellen und im Vorhinein in Erfahrung bringen, wie viel Zeit man für den Weg zur neuen Arbeitsstelle benötigt. Tipp: Den Rush-Hour-Verkehr einplanen.

Etwas zum Einstand mitbringen.
Ein kleiner kulinarischer Willkommensgruß ist immer gern gesehen, vielleicht nicht am ersten Tag, aber in der Anfangszeit. Es sollten allerdings nicht die belegten Brötchen aus der Cafeteria von nebenan sein, die die Kollegen ohnehin jeden Tag haben können. Hier bietet sich stattdessen ein selbstgemachter Kuchen an. Wer partout kein Back-Talent mitbringt, der kann als Alternative Süßigkeiten mitbringen. Tipp: Hochwertige Produkte nehmen.

„Hallo ich bin der Neue“

In den meisten Firmen gleichen die ersten Stunden im neuen Job einem Warm-Up. Man wird zunächst durch die ganze Firma geführt, bekommt organisatorische Dinge erklärt und wird den neuen Kollegen persönlich vorgestellt. Oft wird man dabei von Schreibtisch zu Schreibtisch geführt. Hier reicht die Zeit meist lediglich für ein flüchtiges „Hallo, ich bin Thorsten Beyer und arbeite seit heute im Vertrieb.

Wichtige Knigge-Regel: Immer aufstehen und die Hand reichen, wenn im Laufe des Tages umgekehrt Kollegen an Ihren Schreibtisch kommen, um Sie persönlich zu begrüßen.

Kein Mensch kann sich auf Anhieb alle Namen und Gesichter merken. Selbst einige Kollegen werden schon eine Minute später nicht mehr wissen, wie „der Neue“ jetzt nochmal hieß. Wenn man schließlich an seinem Platz angekommen ist und etwas Luft hat, bietet es sich an, allen Mitarbeitern oder zumindest den Kollegen aus der eigenen Abteilung mittels seiner neuen Firmenadresse und aktueller Signatur eine Begrüßungsmail zu schreiben. Oft gibt es dafür spezielle Email-Verteiler à la »marketing@unternehmen.de«. So erhalten diese gleich Ihre Kontaktdaten, werden noch einmal an Ihren Namen erinnert und erfahren, welche Position Sie im Unternehmen bekleiden.

Rundmail an die neuen Kollegen

In der E-Mail sollte man ein paar warme Worte schreiben, z.B. dass man sich auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit freut und hofft, die Kollegen schnell kennenzulernen. Schreiben Sie zudem, was Sie studiert oder im vorherigen Job gemacht haben. Auch können Sie hier auf Ihre mitgebrachte Köstlichkeit verweisen („Im der Küche steht ein Teller mit kleinen Sünden.“).

Außerdem sollten Sie in der E-Mail Ihr Xing- oder LinkedIn-Profil mit angeben und die Kollegen um Kontaktanfragen bitten. Ihre Profilinformationen sollten dafür natürlich auf dem aktuellsten Stand sein. Anhand des Profils können sich die neuen Kollegen einen Eindruck von Ihrem bisherigen Werdegang machen. Die Infos bieten häufig auch Anknüpfungspunkte für Smalltalk und erste Kennenlerngespräche („Ich habe auch in Berlin studiert.“; „Sie sind also Werder-Fan…“; „Ihr Hobby ist Kochen?“). Zudem tragen die folgenden Kontaktanfragen der Kollegen dazu bei, dass Sie selbst deren Namen, Gesichter und Positionen der Kollegen leichter kennenlernen.

Die kurze Ansprache vor den Kollegen

In vielen Firmen ist es üblich, dass neue Mitarbeiter zunächst vom Vorgesetzten im Kollegenkreis begrüßt werden und anschließend die Gelegenheit bekommen, sich kurz selbst vorzustellen. Wer hier lediglich seinen Namen nennt und mitteilt, in welcher Abteilung er zukünftig arbeiten wird, vertut eine große Chance. Hier sollte Sie zwei bis drei Minuten frei sprechen und etwas über sich erzählen:
• Name, Alter und Herkunft
• Studium und Werdegang
• Wie man zu der jetzigen Firma gekommen ist.
• Evtl. familiäre Situation
• sich vorab entschuldigen, falls es mit den vielen neuen Namen nicht auf Anhieb klappt
• Freude über die künftige Zusammenarbeit mit den Kollegen zum Ausdruck bringen
• auf das kulinarische Mitbringsel verweisen
• anbieten, sich in der Mittags- oder Kaffeepause auch über andere Themen als die Arbeit zu unterhalten (hier gern auf die Hobbys verweisen wie z.B. über Sport, Kochen, Schach oder auch „Star Wars“)

So legen Sie einen guten Auftritt aufs Parkett, und die Kollegen können sich ein besseres Bild von Ihnen machen. Auch wenn Sie sich vor der Gruppe vorgestellt haben, sollten Sie anschließend noch eine kurze Begrüßungsmail mit Ihren Kontaktdaten verschicken.

Erst googlen, dann fragen

An den ersten Arbeitstagen wird man meist mit Informationen zugeschüttet und bekommt erste Aufgaben gestellt. Zettel und Stift mit sich zu führen, um sich die wichtigsten Dinge zu notieren, ist vollkommen in Ordnung. Haben Sie keine Scheu, Fragen zu stellen oder nach Aufgaben zu fragen. Das zeugt von Interesse und Engagement. Doch selbst wenn man am ersten Tag oft zu hören bekommt, dass man jederzeit Fragen stellen kann, sollte man das deswegen nicht unbedingt bei jeder Kleinigkeit tun. Dabei ist es wichtig, nicht bei den Kollegen auf der Matte zu stehen, die gerade gestresst wirken.

Angeblich soll es ja keine dummen Fragen geben, aber der eine oder andere Kollege mag das durchaus anders sehen. Firmen- und jobspezifische Dinge muss man natürlich erfragen, aber viele Dinge lassen sich auch fix googlen. Bemühen Sie also besser die Suchmaschine, bevor sie fragen, wie man einen Screenshot am Mac erstellt, wie die Excel-Formel für die Addition lautet oder wie sich die E-Mail-Signatur ändern lässt.

Ungeschriebene Gesetze herausfinden

Der amerikanische Psychologe Albert Bernstein rät: „Das Wichtigste am ersten Tag ist zuzuhören und zu versuchen, zwischen den Zeilen zu lesen. Achten Sie auf Kleinigkeiten. Beobachten Sie Hierarchien und erkennen Sie, wer sich duzt und wer sich förmlich anspricht.“ Wie sind die Kaffee- und Raucherpausen geregelt? Ist privates Surfen zwischendurch erlaubt? Wie steht es mit Ordnung und Sauberkeit im Büro? Unterhalten sich die Mitarbeiter vor allem über die Arbeit oder auch über andere Dinge?

Selbst wenn alle anderen mit Kopfhörer Musik hören oder am Platz essen und trinken – bevor Sie selbst damit beginnen, sollte man erst fragen, ob Sie das ebenfalls dürfen. Falsches Verhalten bei solchen „Kleinigkeiten“ kann das Einleben im neuen Kollegenkreis unnötig erschweren.

Mittagspause und Feierabend

Gehen Sie auf die Kollegen zu und fragen Sie, wann sie zum Mittagessen gehen und ob Sie sich anschließen dürfen. Mittags essen zu gehen, ist zwar nichts für Sparfüchse, aber eine gute Investition in die Karriere. Wo sonst als bei einem Mittagessen, einer Kaffee- oder Raucherpause kann man Kollegen auch privat ein bisschen kennenlernen? Etwas Smalltalk, Offenheit, ein gewisses Maß an Neugierde verbunden mit ehrlichem Interesse sind die perfekten Zutaten für einen gelungenen Lunch. Wenn Sie sich hingegen abkapseln, wirkt das schnell distanziert.

Wenn der Feierabend naht, sollte man nicht als einziger um Punkt 17 Uhr aus dem Büro stürmen. (Sofern Sie nicht einen wichtigen Termin haben, den Sie Ihrem Vorgesetzten im Laufe des Tages mitgeteilt haben.) Orientieren Sie sich daran, wann die anderen gehen, und fragen Sie vorher um Erlaubnis, gehen zu dürfen, oder ob es noch etwas Dringendes zu erledigen gibt.

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4 Responses to “Erster Tag im neuen Job: Knigge- und Verhaltenstipps”

  1. Benno B. sagt:

    Sehr gute Punkte dabei. Schon wichtig, sich auf ordentlich den ersten Tag vorzubereiten, um gleich einen guten Start zu haben. Tipp: Im Zweifel einen veganen und glutenfreien Kuchen backen, für die Alergiker und Gesundheitsbewussten unter den neuen Kollegen.

  2. Angela sagt:

    Am ersten Tag einen Kuchen mitzubringen hmm, das kommt nicht sehr gut, würde das etwas weiter nach hinten schieben, ich denke da fühlen sich manche neuen Kollegen überrumpelt.Erst einmal kennenlernen und ein wenig Zeit im Unternehmen verbringen, ein netter Grund wäre z.B. die bestandene Probezeit.

  3. Florian sagt:

    Da muss ich mich Angela anschließen:
    An meinem ersten Tag in der neuen Filiale meiner Firma wurde ich herumgeführt von meinem Marktleiter und allen vorgestellt und ich hatte das große Glück, zwei Tage mit meinem „Vorgänger“ arbeiten zu dürfen, sodass ich von ihm gründlich in die Verfahrensweisen und bekannte Probleme eingearbeitet werden konnte.
    Da dieser Kollege aber recht beliebt war und dich dort auch eigentlich wohlfühlte (er hatte selbst aus privaten Gründen gekündigt), war der Abschied und die ganze Situation recht „traurig“.
    Zu Abschied hatte er auch etwas Süßes mitgebracht und stellte das in die Pausenräume mit der Aufschrift „Alles Gute, bis bald, euer Marco“. Wenn ich mir nun vorstelle, dass direkt daneben auf dem Tisch etwas von mir steht mit der Aufschrift „Hey! Bin der Neue, freue mich drauf, euch alle kennenzulernen“ ist das zwar prinzipiell vollkommen in Ordnung, doch würde mir der Anblick etwas Bauchschmerzen bereiten.

  4. Meme15 sagt:

    Immer diese Kleidersache ;) Klar ist Kleidung wichtig, aber meine Wissen und Können ist doch wichtiger. Wenn ich nicht komplett falsch gekleidet komme, sollte meine Weiterbildung im Verkauf, Marketing oder sonst was doch wichtiger sein, als das Hemd, das ich trage.

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