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Mrz 08

Die Berufswahl beeinflusst das Lebensglück

Berufswahl und die Work-Life-Balance

Die Möglichkeit der freie Berufswahl ist eine große Chance, um dauerhaft ein ausgefülltes und zufriedenes Leben zu führen. Unser Autor Anchu Kögl hält im Gentleman-Blog ein Plädoyer dafür, bei der Jobsuche nicht zu sehr auf das Einkommen zu schielen oder den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen, sondern auf seine innere Überzeugung zu hören.

Unterschiedliche Einstellungen zur Arbeit

Die Einstellung gegenüber Arbeit ist von Mensch zu Mensch und von Kultur zu Kultur verschieden. Einige klagen, weil sie ihren Job als eine Zumutung sehen. Andere klagen, weil sie gar keinen Job haben. Wieder andere schimpfen über ein zu geringes Einkommen.

In Japan gelten immer mehr Menschen als arbeitssüchtig. Es gibt dort mittlerweile ein eigenes Wort für Tod durch Überarbeiten: Karshi. In Brasilien würden darüber viele nur den Kopf schütteln…

Doch unabhängig von der Arbeitseinstellung und wo sie leben, verbindet die meisten von ihnen eine Sache: Sie müssen arbeiten.

Bedeutung der Arbeit verändert sich radikal

Im Laufe der Geschichte hat sich Arbeit und deren Bedeutung stark verändert. Der Ackerbau, die Industrialisierung und die durch das Internet noch einmal forcierte Globalisierung haben nicht nur die Art und Weiße beeinflusst, wie wir arbeiten, sondern hatten auch immer große gesellschaftliche Auswirkungen.

Ich schreibe diesen Artikel zum Beispiel gerade aus Buenos Aires. In zwei Wochen reise ich weiter nach São Paulo in Brasilien. Letztes Jahr war ich insgesamt in 22 Ländern. Während all dieser Zeit habe ich gearbeitet – online. Das war vor nicht allzu langer Zeit noch unvorstellbar.

Doch eine der tief greifendsten Veränderungen in der Geschichte der Arbeit passiert zurzeit in der westlichen Welt. Diese Veränderung betrifft weniger die Arbeitstätigkeit selbst als vielmehr uns als Individuen. Es ist unsere emotionale Einstellung bezüglich der Arbeit, die sich verändert.

Berufswahl als neues Luxusproblem

Wir sind eine der ersten Generationen, die sich fragen kann, ob uns unsere Arbeit erfüllt und sinnvoll erscheint. Ein Großteil der Menschheit war Jahrtausende lang so stark von der Sicherung ihrer Existenz in Anspruch genommen, dass die Überlegung, ob ihre Arbeit sinnvoll und erfüllend ist, gar nicht in Frage kam. Früher war Work-Life-Balance kein Thema.

Das hat sich mittlerweile für viele von uns geändert, gerade in den letzten Jahren. Vielfach spricht man von der »Generation Y«. Die Generation, die sich nach dem Warum fragt. Die Generation, die in Arbeit mehr sieht als nur den reinen Broterwerb. Das gilt insbesondere für die Menschen mit einer hohen Bildung. Eine Mehr an Bildiung geht i.d.R. mit einem Mehr an beruflichen Wahlmöglichkeiten einher.

Jedoch geht es hier um mehr als nur um die Sinnfrage einer jungen Generation, von der viele behaupten, dass sie einfach nicht weiß, was sie will. Es geht um die individuelle Freiheit einer ganzen Gesellschaft.

Selbstverwirklichung durch den Beruf

Auch wenn wir uns darüber nicht immer bewusst sind, wir haben die Möglichkeit, uns beruflich selbst zu verwirklichen. Wir haben die Möglichkeit, einen Beruf auszuüben, der unseren Lebensunterhalt sichert und uns emotional erfüllt. Diese Chance hatten vor uns nur die wenigsten.

Allerdings sind noch immer viele Menschen davon überzeugt, dass es in Ordnung ist, einem Beruf nachzugehen, der sie nicht erfüllt, solange sie sich das Leben leisten können, das sie wollen. Das ist jedoch dauerhaft eine Sackgasse, was viele früher oder später selbst merken. Die Midlife-Crises lässt grüßen.

Diverse europaweite Studien zum Thema Arbeit ergaben, dass im Schnitt 60 Prozent der Befragten einen anderen Beruf wählen würden, hätten sie die Chance, noch einmal von vorne anzufangen.

Zusammenhang zwischen Gehalt und Glück wird überschätzt

Wir verbringen einen Großteil der Zeit mit unserer Arbeit. Ist diese nicht mal ansatzweise erfüllend, ist das emotional belastend. Daran ändert auch die Höhe des Gehalts nicht viel.

Der Autor Tim Judge und seine Kollegen kamen in einer Analyse, in der 120 Jahre Forschung und insgesamt 92 Studien einbezogen wurden, zu dem Ergebnis, dass der Zusammenhang zwischen Gehalt und Zufriedenheit im Beruf unter zwei Prozent liegt. Auch der Zusammenhang zwischen Einkommen und wahrgenommenem Glück ist laut moderner Studien begrenzt.

Roman Krznaric, Autor des Buchs „Wie man die richtige Arbeit für sich findet“, behauptet, dass das nicht-Vorhandensein eines eindeutigen Zusammenhangs zwischen steigendem Einkommen und wachsendem Glück eine der bedeutendsten Erkenntnisse der modernen Sozialwissenschaften ist.

Sie haben die Wahl!

Einen Beruf auszuüben, nur weil er sicher ist und das Gehalt stimmt, wird die meisten Menschen nicht erfüllen. Bis vor einigen Jahrzehnten spielte das keine Rolle, weil es keine Alternativen gab. Doch die Zeiten haben sich in großen Teilen der westlichen Welt geändert.

Sie haben die Chance, einen Beruf zu finden, der Sie emotional erfüllt und der Ihnen sinnvoll erscheint. Nutzen Sie diese Möglichkeit. Viele andere würden diese Chance gern haben.

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Der Autor

Anchu Koegl schreibt im Gentleman-BlogBeitrag von Anchu Kögl – Autor, Unternehmer und Weltreisender. Er schreibt über die Bedeutung von Männlichkeit – im Leben, im Umgang mit Frauen, beim Sex und vor allem auch im Umgang mit sich selbst. Mehr zu dem Thema berufliche Selbstverwirklichung finden Sie auf seiner Webseite.



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6 Responses to “Die Berufswahl beeinflusst das Lebensglück”

  1. none sagt:

    Hallo,

    „SIE HABEN DIE WAHL!“. Dies ist nach wie vor NICHT der Fall.
    Ich weiß nicht welchen inneren oder äußeren Zwänge und Bindungen sie
    unterliegen, aber sein SIE glücklich, dass sie es sich anscheinend leisten könnten.
    Die Mehrheit kann es nicht. Weder hier noch in anderen westlichen Ländern.
    Gehen sie mal in die Viertel, die man besser meiden sollte.
    Stellen sich dort auf ein Kiste und wiederholen sie Ihr Worte.

  2. None sagt:

    Hi None,
    danke für die Anregung.
    Eine Wahl haben wir immer. Die Frage ist, ob wir die Konsequenzen akzeptieren wollen. Ich muss kein Geld verdienen. Ich kann mich dazu entscheiden, als Obdachloser zu leben. Das empfehle ich niemandem und ist ein extremes Beispiel. Doch auch nicht zu entscheiden heißt, eine Wahl zu treffen.

  3. TinaH sagt:

    „Sie haben die Wahl“. Das mag vielleicht in Deutschland der Fall sein, weil Bildung quasi kostenlos ist, nur muss man sich im frühern Alter für einen Weg entscheiden. Nur die wenigsten Menschen wissen mit 18 was sie wirklich für den Rest ihres Lebens mal werden wollen. In anderen Ländern, in denen die Bildung nicht kostenlos ist, so wie in den USA, wo fertige Studenten erstmal die nächsten 10 Jahre ihre Schulden abbezahlen dürfen, können es sich nicht leisten, einfach mal so den Studiengang zu wechseln oder noch einen zweiten oder dritten zu beginnen.

  4. Bernd sagt:

    „Sie haben die Wahl“. Alles kann, nichts muss…könnte es auch heißen.

    Ein schöner Beitrag über die Work-Life-Balance mit Blick auf die Generation Y.

    In der Tat ist die Empfehlung richtig, bei der Berufswahl (oder der späteren Laufbahnplanung) seiner inneren Überzeugung zu folgen. In der Laufbahn- und Karriereplanung unterscheidet man daher auch Karrierepräferenzen und Karrieremotive. Karrierepräferenzen beschreiben ihre beruflichen Vorstellungen, die Sie vom Kopf her für richtig halten. Karrieremotive beschreiben, was Sie wirklich wollen – vom Herzen her.

    Viel Erfolg bei der Berufswahl! Beste Grüße.

  5. […] Der Beruf und die Berufswahl sind eine in hohem Masse emotionale Angelegenheit. Man verbringt schliesslich einen erheblichen Teil seiner Lebenszeit bei der Arbeit. Achten Sie einfach mal darauf, wie schnell sich die Gespräche im Freundeskreis um die Berufswelt drehen. Das schaffen nur Themen, welche die Menschen wirklich bewegen. Das erstaunt nicht, denn im Beruf „menschelet“ es. Schliesslich arbeitet man nicht (nur) mit Maschinen oder gar Algorithmen zusammen und die Allermeisten sind noch immer nicht Teil virtueller, sondern realer Teams. Was wirklich zählt, sind Arbeitsinhalte, der Arbeitsplatz und –ort sowie und vor allem die menschlichen Faktoren: die Kolleginnen und Kollegen und der Chef oder die Chefin. […]

  6. Janek sagt:

    Hallo,

    vielen Dank für diesen Beitrag. Er war sehr interessant.

    Es stimmt tatsächlich, das die Ausbildung einen Einfluss auf die finanzielle Sicherheit des Einzelnen hat. Doch leider wird man darauf nicht in den Schule oder anders wo vorbereitet. Auch ein Praktikum hilft nicht wirklich weiter. Denn in allen Bereichen der Berufe wird gesagt, dass Weiterbildungen möglich sind….doch in der Realität sieht das ganz anders aus.

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