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Apr 09

Weintemperatur: Wein optimal temperieren

Auf die Weintemperatur kommt es an

Bei welcher Temperatur serviert man Weißwein, bei welcher Rotwein, und welche Gradzahl ist eigentlich beim Champagner und Dessertwein ideal? Der Gentleman-Blog gibt Tipps und klärt auf, was es beim Temperieren von Weinen zu beachten gilt.

Faustregeln für die richtige Weintemperatur

Bei der richtigen Weintemperatur gelten folgende Faustregeln: Weißwein zwischen 8 und 10 Grad Celsius, Rotwein zwischen 14 und 16 Grad servieren. Damit bekommt der geneigte Genießer die meisten Tropfen ganz gut in den Griff. Wer also unbeschwert trinken und sich keine weiteren Gedanken über die optimale Trinktemperatur machen möchte, braucht ab hier nicht weiterzulesen. Diejenigen, die aber das Beste aus ihren edlen Weinen herausholen möchten, seien noch einige Tipps ans Herz gelegt.

Temperatur beeinflusst Wein und Geschmackssinn

Warum spielt die Temperatur überhaupt eine Rolle? Weil jedes Lebensmittel je nach Temperatur unterschiedlich schmeckt. Alle, die schon einmal eine kalte Pizza oder eine warme Limonade versucht haben, wissen das. Was vor einigen Stunden noch überaus köstlich war, ist jetzt fast ungenießbar. Dies liegt zum einen an den Inhaltsstoffen selbst, die auf unterschiedliche Temperaturen verschieden reagieren. Beim Wein kommen zum Beispiel vor allem die Duftstoffe mit steigender Gradzahl stärker zum Vorschein. Zum anderen wird auch der eigene Geschmack maßgeblich davon beeinflusst. Zunge und Gaumen werden bei zunehmender Temperatur sensibler gegenüber Süße sowie Fruchtnoten, und je kälter, desto stärker schmecken wir Bitterstoffe und die berühmten Tannine beim Rotwein.

Im Umkehrschluss bedeutet dies: Ein zu kalt servierter, tanninreicher Rotwein überfordert den Gaumen mit seinen Gerbstoffen. Und ein zu warmer Weißwein verliert zu viel von seiner Spritzigkeit und Frische.

Die richtige Temperatur beim Weißwein

Der Kenner serviert Weißwein ja nach Art des Weins bei einer Temperatur zwischen 8 und 14 Grad. Bei leichten Vertretern, die vor allem frisch und spritzig wirken sollen, betont man genau dies mit einer Temperatur um die 8 Grad. Die geringe Temperatur macht bei Weißweinen nichts, da hier keine Gerbstoffe enthalten sind.

Allenfalls bei im Barrique ausgebauten Weißweinen finden sich diese Gerbstoffe wieder, weshalb man sie dann auch konsequenterweise deutlich wärmer ausschenkt. Einen gehaltvollen, schweren Weißwein wie zum Beispiel einen Chardonnay oder einen weißen Burgunder können Sie so bei vergleichsweise warmen 12 Grad servieren, je nach eigener Vorliebe sogar noch etwas wärmer. Dann kommen auch die gewollten Fruchtaromen besser zur Geltung.

Die richtige Temperatur beim Rotwein

Bei Rotweinen ist zwischen 13 und 18 Grad vieles möglich. Leichte Rotweine, die nur über wenige Tannine verfügen und für den alltäglichen Genuss gemacht sind, kommen ausgesprochen gut mit Temperaturen zwischen 13 und 15 Grad zurecht. So erreicht der Körper eine gute Harmonie zwischen Gerbstoffen und Fruchtnoten. Gereiftere Weine oder solche mit starkem Tanningehalt und im Eichenfass ausgebaut, schmecken den meisten Gaumen bei 16, teilweise auch 18 Grad Celsius.

Achtung! Die alte Faustregel der Zimmertemperatur stammt noch aus Zeiten, als man mit Dinnerjacket am Tisch Platz nahm. Damals galten deutlich niedrigere Raumtemperaturen, als man heute gemeinhin unter einer gemütlichen Zimmertemperatur versteht. Abzuraten ist von mehr als 20 Grad, dies verträgt in der Regel kein Wein, da dann der Alkohol viel zu deutlich in Erscheinung tritt und alles andere in den Hintergrund drückt.

Rosé, Sekt, Champagner & Dessertweine

Bei den „Sonderformen“ ist die Sache recht einfach: Genießen Sie Rosé, Sekt bzw. Champagner und Dessertweine gut gekühlt bei einer Temperatur von 8 Grad – Sie können sogar noch weiter runter auf 6 Grad gehen. Einzige wirkliche Ausnahme: Echte Spitzen-Schaumweine wie Jahrgangschampagner sind ähnlich wie schwere Weißweine zu behandeln und werden ab einer Temperatur von 12 Grad getrunken. Das funktioniert aber nur dann gut, wenn man entweder eine penetrierende Perlage mag, da die Kohlensäure bei wärmeren Temperaturen stärker in den Vordergrund rückt, oder der Schaumwein über eine extrem feine Moussierung mit kleinen Bläschen im Glas verfügt.

Den Wein immer etwas kühler servieren

Zu guter Letzt noch ein Tipp: Servieren Sie Ihren Wein im Idealfall immer ein paar Grad kühler als empfohlen. Sofern Sie nicht gerade in einem Eispalast ausschenken, passt sich der Wein recht schnell an die Außentemperatur an. Schenken Sie also bei optimalen 16 Grad ein, kann es durchaus sein, dass diese Temperatur schon beim ersten Schluck zu warm ist. Sollte der Tropfen zu kalt sein, können Sie durch das berühmte „Hand auflegen“ am Weinglass mit der eigenen Körpertemperatur schnell Abhilfe schaffen.

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Der Autor

CAPREO LogoDaniel Villbrandt arbeitet bei CAPREO, dem Spezialisten für südafrikanischen Premiumwein. Im Gentleman-Blog schreibt er regelmäßig über Genuss, Gastronomie und alkoholische Leckereien.



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2 Responses to “Weintemperatur: Wein optimal temperieren”

  1. Bin Rotwein Neuling. Habe zwar schon immer Rotwein ( Amarone und Barolo etc. ) getrunken, aber habe mir nie so richtig Gedanken darüber gemacht. Besonders was die Temperatur angeht. Danke für die guten Informationen. Ich habe selbstverständlich weitergelesen =) Der Vergleich mit der Pizza und Limonade finde ich klasse!

  2. Danke für die Tipps, wie man Wein richtig temperiert. Mein Cousin ist ein Weinliebhaber und kauft seinen Wein immer in einem Weingeschäft. Gut zu wissen, dass Weißwein zwischen 8 und 10C Grad und Rotwein zwischen 14 und 16C Grad sein sollte.
    LG

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