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Apr 13

Lebensbatterien aufladen

Balanceprinzipien für langfristigen Erfolg

Lebensbatterie aufladen

Oft überkommt uns das Gefühl, dass in unserem Leben etwas zu kurz kommt. Dieses Gefühl lässt sich begründen: Wir streben nach Ausgleich. Zeitmanagement-Experte Dr. Martin Krengel stellt im Gentleman-Blog sein Prinzip der Lebensbatterien vor. Damit zeigt er, wie man es schafft, ein ausgeglichenes, glückliches und erfolgreiches Leben zu führen.

Wann Menschen sich wohl und glücklich fühlen

Der Neurologe, Psychiater und Psychotherapeut Prof. Nossrat Peseschkian hat in länderübergreifenden Studien herausgefunden, dass Menschen glücklich sind und sich wohl fühlen, wenn vier Lebensbereiche in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen:

  • Leistung
  • Körper
  • Soziales
  • Sinn

Sein Modell habe ich etwas abgewandelt, so dass es als Analyse-Modell und Strukturierungshilfe verwendet werden kann, das eine Orientierung für die Zeiteinteilung bietet. Ich finde dabei den energetischen Aspekt der Lebensbereiche wichtig und spreche daher von „Lebensbatterien“, die sich gezielt aufladen lassen. Allerdings können sie auch Energie durch einseitige Belastung und andere Faktoren verlieren.

Die Lebensbatterie „Sinn“ lege ich etwas anders aus und nenne sie „Ausgleich“. Das kann ein Hobby, ehrenamtliches Engagement und alles andere sein, was einem Abwechslung und Lebensfreunde bringt.

Zudem haben ich noch die Lebensbatterie „Support“ hinzugefügt. Darunter fallen z.B. organisatorische Dinge, Haushaltsmanagement und Finanzen. Es kann uns einiges an Energie kosten, wenn wir diesem Bereich zu wenig Beachtung schenken und da immer hinterher hängen.

Die 5 Lebensbatterien

Lebensbatterien aufladen

Erfolgreich und glücklich sind wir, wenn wir die verschiedenen zum Leben gehörenden Facetten ausbalancieren. Dauerhafter Erfolgsdruck und eine andauernde Überbelastung einer Batterie zerrt an unseren Energien, die auf mehrere „Akkus“ aufgeteilt sind.

Karriere

Die Karriere steht bei vielen Menschen im Fokus. Erfolge, neues Wissen, spannende Projekte in diesem Lebensbereich geben Energie. Stress, Misserfolge und langweilige Aufgaben können demgegenüber an der Motivation zerren und Enerie kosten. In einem Vollzeit-Job verbringen Arbeitnehmer an einem Wochentag im Schnitt ca. 50 Prozent ihrer wachen Zeit. Doch viele übertreiben es und machen zig Überstunden. Wer seinen Job zudem nur als Broterwerb sieht und nicht mit Leidenschaft dabei ist, betreibt Raubbau an seiner Energie und an seinem Körper. Andere schöpfen hingegen ihr Leistungspotenzial nicht voll aus. Das heißt, sie feiern im Job nicht die Erfolge, zu denen sie im Stande wären.

Körper

Sie werden den Rest Ihres Lebens in Ihrem Körper verbringen. Bauen Sie daher eine freundschaftliche Haltung zu ihm auf, verwöhnen Sie ihn ab und an. Er ist Ihre „Denk- und Produktionsmaschine“. Pflegen Sie diese richtig? Oder quälen Sie sie auf Hochtouren, so dass einige Teile bald streiken wollen? Gesunde Ernährung, Erholung und sportliche Anstrengung sind ein guter Ausgleich. Sie machen den Kopf frei und geben dem Gehirn gewissermaßen Ersatzteile und Zeit zur Wartung. Die Portion Extra-Energie kommt schließlich von den Endorphinen. Hierbei handelt es sich um Glückshormone, die bei sportlicher Belastung ausgeschüttet werden (auch Sex gehört dazu). Zuviel Stress und mangelnde Bewegung kann hingegen schnell zu Konzentrationsschwächen und Muskelschmerzen führen.

Soziales

Lachen, Zuwendung, anregende Gespräche mit vertrauten Personen sind unser Motor und Trostpflaster zugleich. Wir ziehen Energie aus dem Zusammensein mit anderen. Es macht uns Spaß, unsere Gefühle mit ihnen auszutauschen sowie Lob und Anerkennung zu bekommen. Auch Partys zählen in diesen Bereich. Menschen mit einem intakten sozialen Netz leben gesünder. Ein Beleg: Witwer sterben früher, Singles werden häufiger krank. Übersäuern kann diese Batterie bei Konflikten oder wenn zu viele Menschen etwas von einem wollen und man nicht allen gerecht werden kann.

Ausgleich

Diese Lebensbatterie ist mit all‘ jenen Dingen gefüllt, die uns abschalten, die Zeit vergessen und den Dauerstress durchbrechen lassen. Was ist es, dass Sie Ihre Probleme vergessen lässt? Sport, Kunst und Kultur, ein gutes Buch, Clubbing, Engagement oder Religion? Wo finden Sie Zuflucht und emotionale Kraft?

Auch Sinn- und Wertefragen, die Arbeit am Lebensstil und Zukunftsfragen gehören in diesen Bereich: Worauf arbeiten Sie hin? Was verleiht Ihnen „Sinn“? Sind es berufliche oder private Ziele? Wofür „brennen“ Sie? Müssen Sie bei diesen Fragen passen, fällt es Ihnen wahrscheinlich schwer, sich mal abzulenken. Oder Sie tappen mit Sinnkrisen durch die Welt und fragen sich: Wozu?

Support

Hiermit sind wichtige Dinge wie z.B. Finanzen, Wohnungs- und Versicherungskram, Koordination und Bewerbungen gemeint. Diese Prozesse sind wie Schmiermittel: Wenn wir es schaffen, diese Dinge gut und effizient zu steuern, wird der Auslastungsgrad der anderen Batterien höher. Lassen wir sie allerdings verschlampen, hat unser System ein „Leck“, aus dem Energie entweicht.

Tipps für den Umgang mit den Lebensbatterien

Langfristige Leistungsfähigkeit setzt die Balance aller Lebensbereiche voraus. Einseitige Belastung führt zu Verschleißerscheinungen, Frust und Stress. Entwickeln und kultivieren Sie Rituale, die der einseitigen Anspannung entgegenwirken und Ihr Leben auf eine balancierte Basis stellen!

  • In jedem der Bereiche müssen Sie ein Mindestmaß an Zeit investieren. Denn der Akku ist in der Summe nur so stark wie seine schwächste Teilbatterie.
  • Versuchen Sie, möglichst viele Felder zu überlappen: z.B. mit Freunden Sport machen oder mit dem Partner etwas Gesundes und Leckeres kochen. So schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe.
    Achten Sie auf Regelmäßigkeit, z.B. jeden Dienstag mit Freunden treffen, immer donnerstags zum Sport.
    Die Supportprozesse sollten effizient ablaufen, doch Perfektionismus ist hier fehl am Platz. Sie sind nur Mittel zum Zweck. Diese Aufgaben können auch als willkommene Abwechslung zu anderen Dingen gesehen werden.
  • Im Leben gibt es oft auch große Baustellen, die man nicht von heute auf morgen lösen kann. Das heißt aber nicht, dass man die Dinge nicht angehen sollte. Im Gegenteil. Wenn z.B. Ihr Job Sie unzufrieden macht, dann suchen Sie sich eine neue Aufgabe bzw. einen neuen Arbeitgeber. Sie haben die Wahl!

Der Tag hat keine 24 Stunden!

Oft möchten wir alle anfallenden Pflichten und Termine an nur einem Tag erledigen und ärgern uns, weil die Zeit nicht reicht. Das liegt schlicht daran, dass wir falsch rechnen: Der Tag hat keine 24 Stunden! Denn zunächst müssen wir ausreichend schlafen. Dies ist wichtig, da wir als Wissensarbeiter auf ausreichend Energie und die volle Brainpower angewiesen sind. Nach Abzug des Schlafbedarfs bleiben wahrscheinlich 16 Stunden Wachzeit. Davon müssen wir nun die Zeit für Ernährung, Körperpflege und Erholungspausen einrechnen. Hierfür benötigen wir weitere 3 bis 4 Stunden. Das bedeutet: Wir brauchen täglich ca. 12 Stunden für den Erhalt unserer körperlichen Grundfunktionen (Schlaf, Ernährung, Hygiene, Ausruhen). Somit bleiben täglich nur zwölf Stunden als Zeitbudget zur Verfügung.

Man sollte jetzt allerdings nicht davon ausgehen, dass man die verbleibenden zwölf Stunden durchackern kann. In Notsituationen sind sicher ein paar Powertage drin, aber bald merkt man, wie die Akkus überproportional schlapp machen, sobald die Adrenalin-Reserven nachlassen. Wer in diesen Momenten nicht zumindest teilweise seinen Bedürfnissen nach Sport, Sozialem oder ein wenig Ablenkung nachgeht, bei dem sinken Zufriedenheit und Leistungskraft. Die Motivation verdrückt sich in den Keller und das Gehirn schreit nach Pausen, um die vielen Infos und Eindrücke abzuspeichern. Laden Sie Ihre Lebensbatterien daher regelmäßig auf.

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Der Autor

Martin KrengelCover Motivations-Zeitmanagement-Buch-Golden-RulesDr. Martin Krengel ist Lernexperte, Zeitmanagement-Redner und Autor mehrere Bestseller zu Produktivität, Selbstmotivation und konzentriertem Lernen. Im Gentleman-Blog schreibt er über Zeitmanagement, Motivation und Selbstorganisationen. Der Text ist ein Auszug aus seinem Buch “Golden Rules“.



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4 Responses to “Balanceprinzipien für langfristigen Erfolg”

  1. Friederike sagt:

    Tolles Modell! Vielleicht ist es ne gute Idee, sich schriftlich einen Überblick zu verschaffen, bei welchen Punkten man noch Defizite hat, um gezielt daran zu arbeiten. Für maximalen Erfolg bzw. Zufriedenheit in allen Lebensbereichen :)

  2. David sagt:

    Was gut für einen ausgeglichenen Tag hilft, ist es seinen Alltag zu Planen. So vermeidet man Stress und kann mit Sport zusätzlich seine Batterien wieder aufladen!

  3. Uwe Dreshcer sagt:

    Die „Batterie“ Werte und Sinn von der Arbeit zu trennen und ins rein Private und Hobby zu verschieben halte ich für wenig sinnvoll.

    Es blockiert einem doch in der Arbeit kolossal, wenn das was man tun muss nicht mit den eigenen Werten zusammenpasst. Oder denen sogar entgegenläuft.

    Damit verkommt der Beruf doch zum reinen Lohnerwerb. Hauptsache ein Job und Kohle. Damit soll man glücklich werden?

    Mein Gefühl ist, dass an diesem Punkt das Modell nicht zu Ende gedacht ist.

  4. tom sagt:

    Ein sehr bildhafter Artikel, der seine Aussagen klar trifft. Vor allem der Aspekt der Regenration und Hygiene als relevanter Zeitraum, der 12 Stunden einfordert, ist überzeugend. Fortschritt und Leistung benötigen einen „Gegenspieler“, genau so, wie die regenerativen Phasen für sich alleine nicht bestehen können, weil ihnen dann die Zugkraft fehlen würde.
    Natürlich lässt sich entgegen argumentieren, dass man aus dem Erfolg im Job auch Kraft schöpfen kann (was ja auch stimmt), aber der Hinweis auf die Batterie hat eben auch eine ganz konkrete existenzielle Ebene, welche die tägliche körperliche und psychische Limitierung der Menschen gut benennt.

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