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Mai 28

Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Einreiher und Zweireiher im Vergleich

Einreiher und Zweireiher im Vergleich

Bei den Herren gibt es im Bereich des formellen Sakkos zwei Grundformen: den Einreiher und den Zweireiher. Während der Einreiher je nach Mode mit ein bis drei Knöpfen geschlossen wird, hat der Zweireiher zum Schließen zwei parallele Knopfreihen. Holger Sommer zeigt im Gentleman-Blog die Unterschiede und Besonderheiten der beiden Sakko-Formen auf.

Einreiher universelles Kleidungsstück für den Mann

Der Einreiher hat in den letzten Jahren die Hauptrolle als das „formelle“ Kleidungsstück für den Mann übernommen, andere Formen sind aus dem Modebild zurückgedrängt worden und fast ganz verschwunden. Den Einreiher gibt es als klassische Variante für den Anzug sowie in lässigen und sportlichen Versionen. Mittlerweile unterliegt die Form weitaus stärker den schnellen modischen Veränderungen als noch vor zehn Jahren. Auch das Angebot an Stoffen ist vielfältig: von Baumwolle und Cord über Jersey bis hin zu Jeans. Die Zeiten, in denen der Einreiher ausschließlich zum Anzug getragen wurde, sind lange vorbei.

Der Einreiher ist praktisch und lässt den Mann als Mann dastehen. Er wird klassisch mit Hemd und Krawatte getragen  oder auch mit einem T-Shirt, einem Kurzarmhemd oder einem Longsleeve-Shirt. Das wäre in früheren Generationen undenkbar gewesen, so „steif“ sind die gesellschaftlichen Vorstellungen zum Einreiher gewesen. Heute kann jeder Träger sich frei entscheiden, in welche modische Richtung er sich mit dem Sakko kleiden möchte, ohne schiefe Blicke auf sich zu ziehen.

Nichtsdestotrotz herrschen noch gewisse gesellschaftliche Konventionen vor. Ein Gentleman sollte sie zumindest kennen, bevor er sie bricht. Im Geschäftsleben ist der Einreiher gängig. Für einen formellen Auftritt im Business eignet sich ein Sakko aus edler Schurwolle. Bei weniger formellen Anlässen darf es etwas legerer sein. Ins Büro passt ein Einreiher mit einem leichten Muster im Gewebe, und für den Gang ins Restaurant eignet sich ein Baumwollsakko mit einer Hose aus einer feinen Wolle.

Schlechtes Image des Zweireihers wird aufpoliert

Während der Einreiher in der Männermode weit verbreitet ist, hat der Zweireiher gemeinhin einen schlechten Ruf. Er sei nur für alte Männer, für Männer mit einer Wampe, müsse immer geschossen getragen werden und sei alles andere als stylisch. Bei Modeschauen und Ausstellungen wird der Zweireiher entweder als kompletter Anzug zur Jeans oder zu einer Baumwollhose getragen.

Das Image ist wahrlich schlecht. Doch in den letzten Jahren haben sich einige Designer dem Zweireiher angenommen, um ihn wieder salonfähig zu machen. Mit Erfolg, die neuen Formen wirken deutlich moderner. Die Sakkolänge ist kürzer geworden, der Übertritt kleiner. Dieser kleinere Übertritt erlaubt es, ihn auch mal offen zu tragen. Auch die Stoffe wurden dem modischen Standard angepasst. Dadurch kommt der Anzug mit Zweireiher-Anzug nicht mehr altbacken daher.

Doch eine Sache, die immer bleiben wird: Der Zweireiher sieht geschlossen einfach besser aus als offen. Von daher wird er den Einreiher von der Spitze nicht verdrängen können, denn dieser hat einen praktischen Vorteil: Er sieht sowohl offen als auch geschlossen getragen klasse aus.

Unterschiede zwischen Ein- und Zweireiher nehmen ab

Ein deutlicher Unterschied zum Einreiher besteht darin, dass manch‘ ein Figurentypus in einem Zweireiher besser, schlanker, angezogener aussieht. Das gilt vor allem für große kräftige Männer. Bei ihnen kommt die Linien- und Flächenverteilung vorteilhaft zum Tragen.

Der Unterschied zwischen den beiden Formen aufgrund der unterschiedlichen Knöpfungen bleibt offensichtlich. Doch je mehr sich die Mode mit dem Zweireiher beschäftigt, desto mehr wird zumindest der stylische Unterschied verschwinden  und der Zweireiher sich einen Platz in der Männermode (zurück)erobern. Zu Recht, denn er bereichert unzweifelhaft die Männergarderobe und ist heute wieder eine Alternative zum Einreiher.

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Über den Autor

Holger Sommer PortraitDiese Beitrag enstand mithilfe von Holger Sommer. Schon von klein auf an Mode interessiert, macht der Wahl-Münchener nun seine eigene. Vor allem die Anzüge haben es ihm angetan. Hier entsteht in Handarbeit jedes einzelne Stück mit Eigensinn und mit dem klaren Ziel, jeden Kunden wirklich gut aussehen zu lassen.



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