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Feb 19

Rasierklingen aus dem Briefkasten

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In der Frage, ob Trocken- oder Nassrasur scheiden sich die Geister. Grundsätzliche Einigkeit herrscht jedoch in einem: je frischer die Klinge, desto geschmeidiger das Ergebnis. Doch sind die Ersatzklingen häufig so schnell verbraucht wie der Bart wieder nachgewachsen. Bartexperte Oliver Schröder stellt im Gentleman-Blog den neuesten Clou aus den USA vor – nagelneue Rasierklingen aus dem Briefkasten.

Da bleibt kein Haar mehr stehen

Das nervtötende Brummen des Elektrorasierers ist nicht jedermanns Sache. Eine klassische Rasierklinge lässt dagegen mehr Raum für den meditativen Akt der Rasur. Doch fühlt sich eine Nassrasur natürlicher und angenehmer an, wenn eine frische Rasierklinge über die Haut fährt und gnadenlos alle Bartstoppeln kappt. Also, halten wir einen Moment inne und blicken zurück auf den Ursprung der Rasierklingen.

Ein geistreicher Mann namens King Camp Gillette erdachte im Jahr 1901 den ersten Systemrasierer. Die neuen Rasierklingen konnten sich dauerhaft durchsetzen – nicht zuletzt durch die Unterstützung der US-Army – und liefen dem altbekannten Rasierhobel rasch den Rang ab. In über einhundert Jahren hat sich daran nicht viel geändert. Zugegeben, es kamen immer mehr Rasierblätter dazu und auch die Produktionsbedingungen wurden verbessert. Aber abgesehen davon, sind die Systemrasierer nahezu gleich geblieben und mit ihnen auch die Gillette-Klingen. Doch gerade in den USA verändert sich der Markt zunehmend.

Rasierklingen-Abos – amerikanischer Exportschlager?

Als Alternative zum bekannten Marktführer haben sich in den USA smarte Abonnements rund um die Rasierklinge etabliert. Das Prinzip ist einfach: Die Unternehmen schicken ihren Kunden die Klingen bequem per Post nach Hause. Anstatt also nach Feierabend lange Schlangen in der Drogerie in Kauf zu nehmen, muss der Abonnent lediglich seinen Briefkasten öffnen.

Die beiden größten amerikanischen Anbieter für das Rasierklingen-Abo sind Harry’s und der Dollar Shave Club. Bleiben wir zuerst bei Letzterem: Wie der Name es schon nahelegt, erhält man beim Dollar Shave Club (kurz DSC) für gerade einmal einen Dollar vier 2-Blatt-Rasierklingen pro Monat. Kein Mercedes-Benz, aber immerhin sind diese Klingenköpfe gut genug für einen Monat Nassrasur. Wer es eine Spur hochwertiger mag, findet beim DSC zudem bessere Klingen für circa neun Dollar im Monat. Mit diesem Konzept hat der DSC bereits über zwei Millionen Abonnenten in den USA gewinnen können. Das sind zwar nur etwa zwei Prozent des Binnenmarkt-Potenzials, aber man befindet sich auch noch im Wachstum.

Kommen wir nun zu Harry’s. Gegründet 2013 in New York, bestätigen die beiden Gründer Andy Katz-Mayfield und Jeff Raider den Erfolg der Rasierklingenabos. Für 100 Millionen Dollar leistete sich das Duo eine eigene Fabrik – die Präzisionsklingen stammen im Übrigen aus dem thüringischen Eisfeld. Inzwischen sind die Kapazitäten bereits derart ausgeschöpft, dass die Gründer über eine Fabrikvergrößerung nachdenken.

Rasierklingen aus dem Briefkasten

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Auch in Deutschland hat man längst das Potential der Frei-Haus-Lieferung von Rasierklingen erkannt. Namentlich bieten das Münchner Unternehmen Shave-Lab und Mornin’ Glory aus Berlin ihren Kunden diesen Service. Immerhin benötigen viele Gentlemen auch in Deutschland regelmäßig frische Klingen. Zwar ist der deutsche Markt noch deutlich von einer Entwicklung wie in den USA entfernt, doch kann man gespannt sein, wohin die Reise geht.

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Über den Autor

Oliver-Schroeder-GastautorOliver Schröder ist Marketing Manager bei Mornin‘ Glory. Das Berliner Unternehmen verkauft Rasierklingen, Rasurpflege und alles, was man für eine erfolgreiche Nassrasur benötigt. Im Gentleman-Blog berichtet Oliver über Rasurtrends und gibt Tipps, wie man Haut und Haare richtig pflegt.



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