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Feb 26

Männerduft aus Bayern – Parfümeur Markus Hohmann im Interview

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Eigentlich ist Markus Hohmann von Berufs wegen Architekt. Über sein Hobby Kite-Surfing kam er auf die Idee, Düfte in Eigenregie im heimischen Bayern zu kreieren. Im Interview mit dem Gentleman-Blog sprach er über die Besonderheiten seines Männerparfüms.

DER GENTLEMAN-BLOG IM INTERVIEW MIT MARKUS HOHMANN

Hallo Herr Hohmann, wie kamen Sie auf die Idee, den Parfümmarkt von Oberbayern aus aufzurollen?

Nun, ganz am Anfang stand die Idee, Eleganz und Sportlichkeit in einem Duft zusammenzubringen. Ich komme vom Kite-Surfen und innerhalb meines Freundeskreises haben wir uns immer öfter gefragt, warum es sowas noch nicht gibt. Also, haben wir das selbst gemacht. Gut, so einfach war es dann auch nicht. Unser erster Versuch war ein Reinfall. Wir ließen aber nicht locker und haben schließlich unseren Duft gefunden. MAËL verkörpert als Duft ein kostbares Accessoire des täglichen Lebens.

Oberbayern lag schlichtweg auf der Hand, weil das unsere Heimat ist. Und da wir ein reiner Familienbetrieb sind, packt auch die ganze Familie mit an. Von der Abfüllung bis zur Verpackung sind die Aufgaben klar verteilt. Deswegen wollen wir uns auch nie auf einem Mainstream-Level bewegen. Wir haben uns das Limit von maximal 10.000 Flakons im Jahr gesetzt. Das dürfte dann auch langen.

Und der Plan geht auf?

Anfangs produzierten wir erstmal nur für Freunde und Bekannte, doch die Nachfrage wurde ziemlich schnell größer. Die Männermagazine GQ und Playboy würdigten unseren Duftcocktail und bei den Men´s Health Duft Awards 2015 überzeugten wir als Newcomer mit einer Positionierung im oberen Drittel. Und zwar in gleich zwei Kategorien als „Bester Duft für den Sport“ und „Bester Duft für den Abend“. Auch international ist der Durchbruch geschafft. Das US-Magazin FSHN präsentierte MAËL bereits zweimal seinen Lesern. Diese Auszeichnungen bestärken uns natürlich ungemein.

Warum gerade Parfüm und kein hippes Burger-Restaurant?

Nun, auch wenn ich persönlich gerne ab und zu einen guten Burger genieße, so sind die Duftwelten von Burger und Parfum doch sehr verschieden! Einen Männerduft zu kreieren, ist einfach eine unglaubliche Herausforderung. Jeder Duftstoff hat seine individuelle Struktur und Sprache. Gleichfalls tun sich unzählige Kombinationsmöglichkeiten in diesem Raum auf.

Und selbstverständlich ist unser Duft auch ein Statement an den modernen Mann. Nicht mit Worten, sondern über die unmittelbarste Sinneswahrnehmung des Menschen – den Geruch. Gerüche gibt’s zwar auch im Burgerladen, aber mir gefällt unser Duft doch besser.

Männerparfüms gibt es in Hülle und Fülle. Was macht Ihres so besonders?

Ganz klar unsere Philosophie! Die fängt schon bei den von langer Hand ausgesuchten Ingredienzien an wie wilde Minze, Grapefruit, Orange, Kardamom und schwarzem Pfeffer. Die Herstellung ist limitiert und findet im Parfum-Mekka Frankreich statt. Auch unser Design hebt sich ab. Der Flakon besteht zum Beispiel nicht wie bei den meisten Männerdüften aus Glas, sondern aus Metall. Dies hat den Vorteil, dass man den Duft auch ganz bequem zum Sport mitnehmen kann, ohne etwa Gefahr zu laufen, dass er zerbricht. Alle Materialien sind zudem aus umweltfreundlichen Komponenten hergestellt und auch beim Service lautet unser Credo „Exklusivität“: Wir sind jeden Tag die Woche 24 Stunden für unsere Kunden da, und für die „MAËL 2Go limited edition“ geben wir sogar eine bedingungslose Geld-zurück-Garantie bei Nichtgefallen. Die haben bis jetzt kaum Kunden genutzt, was uns natürlich freut.

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Wie kann man sich die Produktion vorstellen? Viele Parfümeure berichten von großen Laboren, die meist nur großen Konzernen zur Verfügung stehen. Wie läuft das bei Ihnen ab?

Grundsätzlich gibt es zwei Herangehensweisen, einen Duft zu produzieren. In Massenproduktion und vollsynthetischer Herstellung von Aromen, bei dem chemische Labore im Fokus stehen oder über die Nutzung von traditionellen Know-how, das von Generation zu Generation weitergegeben und verfeinert wurde. Unsere Philosophie steht ganz klar für Letzteres. Wir haben uns sehr bewusst gegen eine Produktion und Zulieferer aus Asien entschieden und setzen zu hundert Prozent auf erstklassige Qualität aus Südfrankreich, dem Land der Düfte. Dort entsteht unser Parfüm exakt nach unseren Kreationsvorgaben. Bei uns ist Manufaktur wörtlich zu nehmen – unsere Fertigung ist Handarbeit. Das können Sie ruhig meine Kinder fragen.

Wer von Ihnen hat die feinere Nase? Oder verlassen Sie sich auf externe Tester?

Jeder Duftstoff hat seinen ureigenen Charakter und sein unverwechselbares Profil. Dies bedeutet eine Fülle von Kombinationsmöglichkeiten. Für eine erfolgreiche Kreation sind Sensibilität, Kreativität und Ausdauer unabdingbar. Meine Frau Magdalena und ich ergänzen uns hier glücklicherweise perfekt.

Auf Ihrer Website liest man viel vom A-Code. Was ist das genau?

Das A steht für Attraktivität, die man nicht sehen, aber riechen kann. Die Entscheidung über Sympathie oder Antipathie läuft nicht bewusst ab, sondern findet in den Tiefen unseres Gehirns statt. Die „Chemie“ zwischen zwei Menschen stimmt bekanntlich, wenn sie sich „gut riechen“ können – das ist nicht nur ein Sprichwort, sondern tatsächlich bewiesen. Dabei werden Duftstoffe von den Riechzellen direkt in die tiefen Hemisphären unseres Gehirns geleitet. Unterbewusst wahrgenommene Gerüche können einen Menschen also sehr attraktiv machen. Diese unterbewusste Attraktivität wollen wir mit MAËL unterstreichen.

Haben Sie jetzt den „perfekten“ Duft gefunden? Oder wird die Palette noch erweitert?

Der „Scent of Men“ ist als exklusiver Nischenduft für den modernen Mann in sich selbst perfekt entwickelt, da wird also nichts mehr passieren. Da wir uns aber auch nicht langweilen wollen, designen wir aktuell das weibliche Pendant – „Scent of Women“. Zudem ist die Kreation einer Oud-Variante geplant. Es bleibt also auf jeden Fall spannend.

Wird der Name nicht obsolet, wenn eine Frauenlinie veröffentlicht wird? MAËL klingt ja sehr nach dem englischen „Male“.

Ganz im Gegenteil! Der Name MAËL kommt aus dem Keltischen und ist unisex. Er bedeutet Prinz und/oder Prinzessin und steht somit gleichermaßen für die männliche wie auch weibliche Attraktivität, Kraft und Energie. Von daher passt es wunderbar zu uns und unseren Düften.

Wie oft begegnet Ihnen Ihr Duft eigentlich im Alltag?

Das passiert tatsächlich schon öfters. Erst vor Kurzem konnten wir eine witzige Szene in einem Restaurant beobachten: Ein junger Mann holte kurz vor seinem Rendezvous unseren Flakon aus seiner Tasche und beduftete sich diskret, als er sich unbeobachtet fühlte. Wir wissen zwar nicht, wie das Date letztlich ausgegangen ist, aber wir haben ihm fest die Daumen gedrückt.

Hand auf´s Herz: Wie oft „schnüffeln“ Sie sich noch durch fremde Parfümerien?

Düfte sind unsere Passion und natürlich können wir nicht widerstehen, wenn wir an einer Parfümerie vorbeigehen. Dabei interessieren uns besonders die neuen Kreationen. Es ist stets ein Highlight, wenn wir einen Duft abseits der klassischen Noten entdecken – das passiert leider eher selten.

Wer neugierig geworden ist, findet MAËL im Onlineshop von Markus Hohmann unter MAËL – Scent of Men

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2 Responses to “Männerduft aus Bayern – Parfümeur Markus Hohmann im Interview”

  1. David sagt:

    Wirklich mega interessanter Beitrag und wissensreich vor allem. Herzlichen dank für diese mühe. Es fasziniert mich immer wieder das sich leute die mühe machen einen solchen Beitrg zu verfassen :) Finde ich sehr toll :)

    Lg
    David

  2. Andy sagt:

    Super Interview! Ich liebe Parfums :-)

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