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Mrz 15

Herrenschmuck von der Antike bis heute

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Schmuck bei Männern ist ein eher umstrittenes Thema. Mit einer Uhr und dem Ehering ist das Repertoire bei vielen bereits erschöpft. Dabei hat Herrenschmuck eine überaus lange Traditionsgeschichte. Schmuckexpertin Christiane Scharrer-Sieb begibt sich im Gentleman-Blog auf einen historischen Streifzug und erklärt, wie Mann mit nur wenigen Details ein stilvolles Statement setzen kann.

Prächtig & verspielt: Von Brustnadeln bis kostbaren Ringen

Die Bedeutung von Herrenschmuck lässt sich bis zu den alten Ägyptern zurückverfolgen. Schon damals war der Schmuck Ausdruck von hohem Stand. Bei den Römern trug Mann Fibeln (Brustnadeln), Ketten und kostbare Armspangen, in der Renaissance prächtige Ketten und Ringe. So hatte jede Zeit ihre speziellen (Herren-)Schmuckstücke.

Im Barock machte Ludwig XIV. von Frankreich allen vor, wie es geht: Diamantbesetzter Brustschmuck, glitzernde Schuhschnallen, Ringe, Jacken- und Westenknöpfe und natürlich kostbare Revers- und Jabotnadeln besetzt mit feinsten Perlen und Edelsteinen trug er täglich und zu allen Anlässen. Als selbst ernannter Sonnenkönig strahlte sein Äußeres mit der Sonne um die Wette.

August der Starke von Sachsen machte es ihm sogleich nach und ließ sich umfangreiche Schmuckgarnituren anfertigen passend zu allen Farben seiner Garderobe in grünem Smaragd, blauem Saphir, rotem Rubin, gelbem Citrin und natürlich in edlem Weiß, nur mit Diamanten besetzt. Bis zum Beginn der Französischen Revolution und damit dem Ende der alten Adelsherrschaft schmückte sich der hochwohlgeborene Mann prächtig, glitzernd, auffällig und farbenfroh.

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Zweckgebunden bis puristisch: Schmuck unterliegt der „Mode“

Mit dem Napoleonischen Zeitalter und dem Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Uniform für den Mann unabdingbare Mode und der bis dahin verspielte Herrenschmuck modifiziert: Militärische Orden und Abzeichen zierten nun die Kleidung – diese waren aber immer noch sehr kostbar und aufwändig gearbeitet.

Mit Beginn des Biedermeier veränderte sich die Herrenmode grundlegend: Aus der bis dahin weit verbreiteten Uniform entwickelte sich zunächst der strenge und zurückhaltende zivile Gehrock und schließlich im 20. Jahrhundert der Tagesanzug bzw. für den Abend der Smoking und der Frack. Diese puristische Form der Kleidung bot natürlich keinen Platz mehr für prächtige Schmuckstücke. Schmuck für den Herrn wurde auf ein zurückhaltendes, fast schon karges Maß zurückgedrängt.

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Geschmackvoll zurückhaltend: der Schmuck des Gentleman

So ist der Stand noch heute – der distinguierte, geschmackvolle Gentleman trägt bei Schmuck nicht dick auf, sondern wählt sehr bewusst wenige, dafür aber edle Stücke. Sie bieten ihm – anders als in früheren Zeiten – sehr viel mehr Möglichkeiten, seinen hervorragenden Geschmack zu unterstreichen. Neben dem Ehering kann der Herr heute vor allem bei Manschettenknöpfen punkten: tagsüber zum Anzug, abends zu Black und White Tie mit Manschetten- und dazu passenden Hemdknöpfen. Nichts wirkt edler und charmanter als ein paar feine Manschettenknöpfe, die unter dem Ärmel eines gut sitzenden Anzugs hervorblitzen. Ebenso lässt eine mit Kennerauge gewählte Reversnadel am Abendanzug oder am Revers eines Grooms und seines Best Man sämtliche Frauen schwach werden.

Die Schmuckstücke des modernen Manns sind hochwertig, aber immer mit Understatement gewählt. Die wenigen Accessoires, die Mann trägt unterstreichen dafür umso nachhaltiger und vielsagender seinen Stil.

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Die Autorin:

gastbeitrag_scharrer-siebChristiane Scharrer-Sieb hat ihre Leidenschaft für antiken Schmuck und ihre jahrzehntelange Erfahrung im Kunsthandel in ihrem Online-Shop „Halsbandaffaire“ zusammengeführt. Im Gentleman-Blog informiert sie über die Historie, Bedeutung und den stilvollen Einsatz von klassischen Herren-Accessoires.



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