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Mrz 24

Barber Shop im Selbstversuch

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Es werden immer mehr – in Berlin, Frankfurt, München und Köln gibt es sie schon lange. Neulich hat sogar ein neuer in Freiburg eröffnet. Wenn das kein Zeichen für einen Trend ist! Die Rede ist von Barber Shops. Bart-Experte Oliver Schröder hat für den Gentleman-Blog dem traditionellen Männerrefugium einen Besuch abgestattet.

Männer unter sich – professionelle Bartpflege

Barber Shops sind eine Alternative für alle Gentlemen, denen das Geschwafel gelangweilter Hausfrauen beim Friseur um die Ecke auf den Zeiger geht. Hier bekommt Mann einen Haarschnitt, einen Bartschnitt oder eine klassische Rasur – gern auch alles zusammen im Wohlfühlpaket. Ich wollte wissen, wie es in einem Barber Shop abläuft. Einmal verwöhnen lassen, nicht von einer Friseurin namens Marina, Moni oder Mandy, sondern von einem gelernten Barbier. Ich muss sagen: Es war klasse!

Meine Wahl fiel auf einen Barber Shop in Berlin-Mitte. Hier scheint die Bartdichte gefühlt so hoch wie in Brooklyn oder Soho. Wahrscheinlich liegt es daran, dass im Umkreis sehr viele Barber Shops existieren – es gibt einfach immer mehr Bedarf an guten Barbieren.

Kellerräume, Frisierstühle & verspiegelte Wände

Der Barber Shop meiner Wahl heißt »Wheadon« und wird von Nicole Wheadon geführt. Als Halb-Kanadierin brachte sie diese Idee aus der Heimat ihres Vaters mit. Barber Shops haben in Nordamerika eine lange Tradition, die aber hauptsächlich von den vielen Einwanderern herrührt. Im Urlaub wird jeder schon einen klassischen Herrenfriseur gesehen haben, sei es in der Türkei, in Spanien, in Italien oder auch Griechenland. So etablierte sich die Tradition um die professionelle Bartpflege auch in unseren Breiten.

Zurück nach Berlin: Ich betrete einen hellen, modernen Laden, der vielerlei feines Rasurzubehör anbietet. Die Barbiere arbeiten jedoch im Keller, geschützt vor den Blicken neugieriger Passanten. Hier geht es dunkel zu – aber auch sehr edel. Die Backsteinwand ist schwarz gestrichen, die beiden Frisierstühle setzen die Kundschaft gebührend in Szene. Für das Extra an Privatsphäre gibt es bewegliche, verspiegelte Trennwände.

Mein Barbier heißt Kerr und kommt aus Schottland. Mit seinen 23 Jahren hat er schon alles kennengelernt, was ein Barbier können muss. Kein Wunder, das Handwerk lernte er von seinem Vater in der nördlichen Heimat. Mittlerweile ist er in Berlin tätig und hat bereits jede Menge Stammkunden.

Einmal zurücklehnen und entspannen, bitte!

Nach kurzem Geplänkel und einem leckeren Kaffee schreitet er zur Tat beziehungsweise zur Rasur. Dafür wird mir der typische Friseurumhang umgelegt. Dann geht es los: Damit die Barthaare schön weich werden und sich die Poren öffnen, legt mir Kerr ein heißes Handtuch aufs Gesicht. Die Nase bleibt frei, das restliche Gesicht ist komplett mit dem Handtuch bedeckt. Fühlt sich gut an!

Nach zirka drei Minuten nimmt der Barbier das Handtuch weg und trägt ein Pre-Shave auf. Dieses soll vor Schnitten schützen und die Rasur noch sanfter machen. Dann wird das Rasiermesser per Flamme sterilisiert – die klassische Art und Weise, wie Barbiere es schon seit Jahrhunderten tun. Hier kann man das Handwerk, die Kunst des Rasierens hautnah erleben.

Anschließend gibt Kerr eine dünne Schicht Rasiercreme auf mein Gesicht. Er beginnt nun, mit seinem Messer vorsichtig die Barthaare zu entfernen. Mit jedem Rasurzug wird meine Haut glatt und mein Körper entspannt sich. Die Rasur selbst dauert etwa zehn Minuten. Dabei arbeitet Kerr sehr genau und umsichtig.

Pluspunkt – Verwöhnfaktor

Nach der letzten Sichtkontrolle verreibt Kerr ein paar Tropfen eines duftenden After-Shaves auf seinen Handflächen und tupft damit meine Wangen, das Kinn und den Hals ab. Nur wenig, nicht zu viel. Am Hals sind aber doch ein paar gerötete Stellen zu sehen. Die Rasur mit einem Rasiermesser ist eben anders, intensiver, als der normale Systemrasierer aus der Drogerie.

Kerr holt ein transparentes Gel hervor, was Rasurbrand verhindern soll. Dieses wird auf die geröteten Stellen aufgetragen und kühlt die Reizung angenehm. Meine Haut fühlt sich weich und superglatt an, während mir der zarte Duft hochwertiger Rasurprodukte in die Nase steigt. Wow.

Fazit: Ich fühle mich entspannt. Der erste Blick in den Spiegel zeigt, dass mir die traditionelle Rasur sehr gut zu Gesicht steht. Insgesamt hat die ganze Prozedur etwa 25 Minuten gedauert.

Ich gebe Kerr die Hand, bedanke mich und stapfe lächelnd die Treppe hoch. Oben wird bezahlt, direkt bei Nicole. Der Spaß hat mich 49 Euro gekostet und ich muss sagen: Das war es absolut Wert. Wer schon den regulären Friseurbesuch genießt, sollte wirklich mal einen Barber Shop ausprobieren.

Wer neugierig auf die professionelle Bartpflege geworden ist, findet hier Barber Shops in seiner Nähe.

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Über den Autor

Oliver-Schroeder-GastautorOliver Schröder ist Marketing Manager bei Mornin‘ Glory. Das Berliner Unternehmen verkauft Rasierklingen, Rasurpflege und alles, was man für eine erfolgreiche Nassrasur benötigt. Im Gentleman-Blog berichtet Oliver über Rasurtrends und gibt Tipps, wie man Haut und Haare richtig pflegt.



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7 Responses to “Barber Shop im Selbstversuch”

  1. Philosopher_93 sagt:

    Sehr interessant. Leider hatte ich bisher noch nicht das Vergnügen und das wird sich wohl in nächster Zeit nicht großartig ändern. Der nächste „Barber-Shop“ ist laut der angegebenen Internetseite gut 150km entfernt. Vielleicht mal, wenn ich wieder in einer der größeren Städte bin.

    Finde das ganze auf jeden Fall sehr ansprechen. Ich hab mich schon immer gefragt, wie gut die Rasur von einem Profi am Ende aussieht und wie sauber sie ist. 50€ finde ich schon etwas happig, aber gut ich würde das Geld, allein um es mal probiert zu haben, gerne ausgeben.
    Ich finde es jedenfalls toll, dass der Trend wieder mehr im kommen ist.

  2. David sagt:

    Ich kann den besuch eines richtigen Barber Shops auch nur absolut empfehlen. Das Gefühl danach ist gigantisch, es streichelt die Seele und ist gut fürs Selbstbewusstsein wenns mal nicht so läuft gerade

  3. Max Re sagt:

    Habe schon sehr lange geträumt endlich einen Vollbart zu haben und dann regelmäßig zum Barber zu gehen und einfach mal zu entspannen und danach wieder einen top gepflegten Bart zu haben. Musste das bisher alles leider selber machen, da es hier kaum eine Möglichkeit gibt, einen Barbershop zu besuchen. Ein Wohnortswechsel würde sicherlich Sinn ergeben!
    Nächste Woche ist es soweit, Termin ist schon gemacht und dann geht es auch schon nach Frankfurt! Kann es kaum erwarten!
    Super Artikel, hat echt Spaß gemacht ihn zu lesen!

  4. Bärtiger sagt:

    Ich als Vollbart-Träger bin auch schon länger auf der Suche nach einem schönen Barbershop. Leider hier (Braunschweig) vergeblich. Mit einwenig Übung jedoch kann man das auch ganz selbst machen. Natürlich hat man hier nicht den Verwöhnfaktor, jedoch an sein Ziel kommt man trotzdem. Rasiermesser eignen sich perfekt für Konturen und verschiedene Styles. Hoffentlich wird der Trend der zurzeit ausbricht noch größer und erreicht auch meine Stadt ;-)

  5. BartSimpsson sagt:

    Ich war mal Vollbartträger. Jetzt schwanke ich immer zwischen 3-Tage-Bart, dann wieder etwas länger und bei Lust und laune wird es dann wieder kurz. Hierfür benötige ich nicht unbedingt den „echten Barbier“. Hab jetzt den OneBlade und der tuts im Moment auch gut. Irgendwann wird es dann vielleicht wieder dauerhaft ein Vollbart. Wer weiß!

  6. Jay sagt:

    Schöner Beitrag, wenn ich zum Barber gehe, dann nur zu besonderen Anlässen. Mein Standartbarber ist De Roberto in Bonn.
    Grüße

  7. Rasiermesser Fan sagt:

    Ich lasse mir gerade auch wieder einmal meinen Bart wachsen. Sind jetzt etwa 5 Wochen und sieht schon ganz gut aus. Ich finde die klassische Rasur mit einem Rasiermesser echt geil. Ich rasiere etwas unterhalb dem Kehlkopf und natürlich an den Wangen die Konturen und mit dem Rasiermesser geht das echt gut. Im Barber Shop war ich bis jetzt noch nie aber dafür muss noch bischen wachsen und dann schau ich auch mal vorbei :)

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