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Apr 08

Der Gentleman-Blog zu Besuch bei »Hammer & Nagel«

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Eine Werkstatt für Nägel? Was etwas kryptisch klingt, entpuppt sich als die erste Nagelwerkstatt exklusiv für Männer. Das »Hammer & Nagel« in München verspricht beste Nagelpflege in männlicher Einrichtung und zwar Holz statt rosa Wände. Der Gentleman-Blog hat sich das genauer angesehen und kam zur Maniküre.

Nagelpflege ist in Deutschland auch 2016 noch in erster Linie ein weibliches Thema. Nagelstudios finden sich zwar in Hülle und Fülle in den Städten, aber zumeist mit sehr femininem Touch. Quietschrosa, Detox-Lebensmittel im Angebot und die neuesten Frauenzeitschriften liegen bereit. Dass sich hier ein Gentleman nicht unbedingt wohlfühlt, versteht sich von selbst.

Werkstatt für Männerhände

Das dachte sich auch Philipp Pechstein. Der Marketingfachmann ging häufiger zur Maniküre, störte sich aber an der Einrichtung und der fehlenden Ausrichtung für männliche Kunden. Er fasste also einen Plan. Zusammen mit einem Kompagnon begannen die Pläne für eine „Werkstatt für Nägel“. Rustikal sollte es sein, Holz, Leder, Werkzeug. Das Motto des Ladens musste durch die Einrichtung vermittelt werden.

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Es ging auf Locationsuche. Am Viktualienmarkt fand man schließlich eine geeignete Ladenfläche und erhielt direkt die erste Bestätigung für das Potential des Konzepts. Beim Vermieter setzte man sich gegenüber 200 anderen Bewerbern durch. Pechstein merkte, dass er hier auf dem richtigen Weg war.

Diesen richtigen Weg merkt man sofort, wenn man den Laden betritt. Dem Zufall ist hier nichts überlassen. Die Wände sind mit Werkzeug behangen, die Mitte des Ladens ziert eine abgenutzte Werkbank. Alles sehr vintage, aber mit Bedacht ausgewählt und stimmig umgesetzt. Vier breite Ledersessel sind der Arbeitsort der Nagelspezialistinnen. Frauen? In einer Werkstatt für Männernägel, die auch keine weiblichen Kunden annimmt?

»Es ist quasi unmöglich, männliche Fuß- oder Handpfleger zu bekommen. Aber ohne Fachpersonal hätte ich den Laden nicht aufmachen können. Und ich bin mit meinen Damen genauso zufrieden wie meine Kunden, was das Wichtigste ist«, meint Pechstein. Dann ist es auch schon Zeit für meine Maniküre. Zwischen drei Behandlungen kann man wählen, die „Schnelle Nummer“ in 15 Minuten für Eilige, der „Klassiker“ mit 30 Minuten oder das „Hammer Ding“ von ganzen 60 Minuten. In der Fußpflege ist die Einteilung gleich, diese dauern allerdings etwas länger.

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Probe aufs Exempel – ab zur Maniküre

Fachkraft Ilka nimmt sich meiner Nägel an. Kurz desinfiziert, und schon legt sie mit dem Beauty-Besteck los. Diese werden nach jeder Sitzung im Laden sterilisiert, so dass man hier in guten Händen ist. Nach einer wunderbaren Handmassage sitze ich nach nicht mal einer halben Stunde mit polierten und sehr weichen Händen im gemütlichen Sessel. Die Maniküre war komplett schmerzfrei, sehr angenehm, und einen netten Plausch konnte man auch halten. Getränke werden auf Wunsch ebenfalls gereicht. Selten hat man sich in einer Pflegewerkstatt besser gefühlt.

Das merkt man auch am Kundenzulauf. »Es kommen wirklich Leute aus jedem Milieu, die sich etwas Gutes tun wollen. Wir hatten hier auch schon Weihnachtsfeiern und Junggesellenabschiede. Wenn sich die Damen einen Spa-Tag gönnen können, warum nicht auch die Männer«, so Pechstein weiter. Und der Erfolg zeigt sich: »Hammer & Nagel« bekommt Zuwachs und zwar in Schwabing mit einer zweiten Filiale, die sogar etwas größer ausfallen wird. Zukünftig kann man sich auch Filialen in anderen Städten vorstellen, aber man wolle das langsam und behutsam angehen. Die Qualität dürfe auf keinen Fall leiden, betont auch Ilka.

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Du hast die Nägel schön!

Es ist wirklich bemerkenswert, was für eine Marktlücke hier gefüllt wurde. Mann ist unter seinesgleichen, kann sich dabei gut entspannen und geht mit Nägeln heraus, die zum Blickfang geworden sind. Das rustikale „Harley-Davidson“-Konzept der Einrichtung ist ein willkommener Gegenentwurf zum femininen Beauty-Salon.

Allen Münchnern Gentlemen wird daher empfohlen, sich ihre Nägel genau anzuschauen und sich bei Bedarf einen Besuch im »Hammer & Nagel« zu gönnen.

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