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Sep 09

Erfolgreiche Life-Work-Kommunikation

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Zu den größten Herausforderungen der Moderne zählt wohl der Balanceakt zwischen Beruf und Privatleben. Allzu oft nehmen wir den Stress vom Arbeitsplatz unbemerkt mit in die eigenen vier Wände. Vor allem wenn beide Partner in unterschiedlichen Bereichen tätig sind, droht ein schleichendes Auseinanderleben. Gastautorin Patrizia Becker gibt im Gentleman-Blog Tipps, wie man den Wechsel vom Berufs- zum Privatmensch am besten meistert. 

Im Fadenkreuz der Einsamkeit

Immer häufiger setzen uns externe Faktoren wie zum Beispiel eine Umstrukturierung im Job, die mit einer anspruchsvolleren Tätigkeit einhergeht, oder auch frustrierende Alltagserlebnisse unter Druck und sorgen für innere Anspannung. Ob man es will oder nicht: Schnell leidet dann auch die Beziehung zum Partner unter der zunehmenden Belastung. Es wird „schwierig“. Um auch in stressigen Zeiten zumindest zuhause eine harmonische Atmosphäre zu bewahren, können diese Tipps hilfreich sein:

1. Stabilisieren Sie die erste gemeinsame Zeit

Fühlen Sie sich mit einem Ritual wohl? Also, benötigen Sie beispielsweise nach Feierabend eine Zeit ganz für sich allein, bevor Sie sich aktiv ins „häusliche Leben“ einbringen? Ich glaube, das brauchen viele Männer. „Erstmal ausdampfen“ oder so. Manche tun das auf einem Parkplatz, noch im Auto. Andere suchen zu Hause, wenn möglich, erst einmal einen Rückzugsort.

Mein Tipp: Sprechen Sie in einer ruhigen Minute mit Ihrem Partner ganz offen über Ihr Bedürfnis und erklären Sie, warum diese Auszeit für Sie so wichtig ist. Selbst, wenn das hier etwas komisch klingt: Ein gewisser Zeitpuffer zwischen Ihrem gefühlsmäßigen Erleben tagsüber und dem privaten Miteinander zu Hause zahlt sich mehrfach aus.

Oder sind Sie eher der Typ, der zwar reden will – aber nur über unkomplizierte Themen? Stimmen Sie Ihre Planung gezielt darauf ab, indem sie täglich zuerst zusammensitzen und etwas trinken oder eine Kleinigkeit essen.

Mein Tipp: Führen Sie so ein Gespräch unbedingt in einer ruhigen Minute. Erklären Sie, warum für Sie ein solches Ritual wichtig ist und sprechen Sie offen an, dass Sie hier Unterstützung brauchen. Organisieren Sie in gemeinsamer Absprache die Vorbereitungen.

2. Schützen Sie Ihren gemeinsamen Wertekanon

Hier kommt Ihr gemeinsamer Wertekanon ins Spiel: Der kann sich im Laufe der Zeit verändern. Wenn Sie zum Beispiel beruflich zunehmend unter hohem Druck belastbare Entscheidungen treffen müssen, ändern sich schnell auch Ihre Prioritäten. Wie schnell passiert es da in der Folge, dass diese unbewusst in den Alltag einfließen? Solche Kleinigkeiten können für „Reibereien aus heiterem Himmel“ sorgen. „Vor kurzem hast Du aber noch ganz anders geredet“ ist häufig der klassische Anfang eines irritierenden Gesprächs…

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Mein Tipp: Behalten Sie Ihren gemeinsamen Wertekanon, besonders auch in stressigen Zeiten, gezielt im Auge. Ist abzusehen, dass der emotionale Druck hoch ist, können Sie hierüber leichter Harmonie herstellen. Der gemeinsame Wertekanon funktioniert wie eine Stellschraube, anhand derer inspirierende Gespräche leichter möglich werden. Bemerken Sie eine Veränderung, dann nehmen Sie sich dieses Thema einfach mal für ein ruhiges Gespräch vor. Für besondere „Zündschnuren“, also Themen mit hohem Eskalationspotential, empfehle ich Ihnen, zu einer abschließenden, gemeinsamen Betrachtung zu kommen. „Middleground“ nennt man diesen Kompromiss im Amerikanischen. Eine gemeinsame, abschließende Erklärung kann Frieden stabilisieren.

Beispiel: Ihre Partnerin nutzt häufiger das Auto, um eine Gruppe von Kindern zu nachmittäglichen Kursen zu fahren. Das tut sie mit viel Engagement, weil einige der anderen Eltern alleinerziehend sind. Genau genommen ist immer nur Ihr Auto im Einsatz – Sie sträuben sich dagegen, diese Verantwortung dauernd auf sich zu laden.

Mit einem bloßen Austausch an Meinungen kommen Sie hier erfahrungsgemäß nicht weiter. Fakt ist, dass Konflikte häufig dadurch entstehen, dass Menschen an verschiedenen Zielen arbeiten. Wenn der eine Partner eher empathisch orientiert ist, der andere aber mit klarem Blick für Zahlen eine Infrastruktur verantworten muss, funkt’s halt nun mal schnell (wie zwischen dem Techniker und dem Kaufmann).

Mein Tipp: Verschaffen Sie sich gemeinsam eine Einschätzung über das förderliche und für Sie tragbare Maß. Behandeln Sie dabei die gefühlte, innere Beauftragung Ihres Partners äußerst wertschätzend. Auf Ihrem Weg zu dem Ihres Partners werden Sie feststellen: Diese Investition lohnt sich. Die gemeinsam zurückgelegte „Wegstrecke“ entwickelt Strahlkraft auch in andere Lebensbereiche hinein.

3. Vermeiden Sie diagonale Kommunikation

Informationen sind gefährlich. Nicht nur für den, der sie nicht hat – sondern auch für den, der sie hat. Warum? Ganz einfach: Im Besitz des Wissens zu sein ändert mitunter unseren Tonfall. Bei zwei Gesprächspartnern hat man dann ganz schnell einen „Wissenden“ und einen „Unwissenden“. Und Ärger.

Ich erlebe es öfters bei Männern, dass sie als „arrogant“ eingeschätzt werden – obwohl sie es nicht sind (und im privaten Umfeld sehr darunter leiden). Einer der Gründe dafür ist, dass sie in ihrem Job mit Überzeugungskraft auftreten müssen. Diese Fähigkeit kommt nicht überall gleich gut an… Was beruflich einerseits als souverän erlebt wird, erzeugt im Privaten häufig andererseits den Verdacht auf Großspurigkeit.

Mein Tipp: Formulieren Sie ein Gegenargument als wertschätzende Frage. In der bewussten Umstellung von der Arbeitswelt zum häuslichen Miteinander liegt großes Potential für eine erfolgreiche Partnerschaft. Dem Druck der Einsamkeit können Sie auf diese Weise gezielt entgegentreten.

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Über die Autorin

UnbenanntPatrizia Becker von Erfolg mit Stil berät Unternehmen und Entscheider mit psychologischem Fingerspitzengefühl in Sachen Auftritt und Kundengewinnung. Ihre Passion: Die Optimierung erfolgskritischer Abläufe und strategischer Hotspots. Im Gentleman-Blog schreibt sie über Motivation, Selbstverwirklichung und Krisenmanagement.



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