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Sep 16

Herrentaschen – Vom Werkzeugbeutel zum edlen Gentleman-Begleiter

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Heute vor allem als Objekt der weiblichen Begierde bekannt, gehört die Tasche längst auch zu den täglichen Begleitern des modernen Gentlemans. Doch insbesondere die Handtasche befreit sich nur langsam von dem Stigma als vornehmlich weibliches Accessoire, dabei wurde sie über Jahrhunderte hinweg von Männern wie Frauen gleichermaßen getragen. Wir blicken auf die Anfänge der Tasche zurück und verraten, wie diese eigentlich zu ihren Henkeln kam.

Vom Gürtelbeutel zur Jagdtasche

Von Grabfunden im Tagebau Profen weiß man, dass unsere Vorfahren bereits vor über 4.500 Jahren grob bearbeitete Tierhäute verwendeten, um ihre Werkzeuge zu verstauen. Eine wahrlich provisorische Konstruktion, aber nichtsdestotrotz der Startschuss für eines der wichtigsten Accessoires unserer Zeit – die Tasche. Über weite Strecken ihrer Kulturgeschichte wurde die Tasche im Übrigen als schlichter Umbindebeutel um die Hüfte getragen oder im Verborgenen unter der weit ausladenden Kleidung befestigt.

Im Laufe der Zeit entwickelten sich schließlich erste geschlechtsspezifische Unterschiede in puncto Taschenform und Verzierung. Während die Herren noch bis ins späte Mittelalter ihre Wertgegenstände in einem praktischen Gürtelbeutel bei sich führten, verwahrte das weibliche Geschlecht ihr Hab und Gut vornehmlich in kleinen Rocksäckchen. Wenig später avancierte die Tasche zum Statusobjekt und befreite sich von ihrer anfänglich rein funktionalen Gestalt.

Im 17. Jahrhundert etablierten sich zunächst in adligen Kreisen opulent bestickte Jagdtaschen aus kostbaren Materialien und repräsentierten nun auch den gesellschaftlichen Rang ihres Trägers. Apropos opulente Verzierung: Das pompöse Exemplar von Kurfürst Maximilian I. von Bayern aus dem Jahr 1630 war zwar für die Jagd viel zu schwer, doch wusste der Regent mit seiner grünen Samttasche durchaus Eindruck zu schinden – die aufwendigen Stickereien aus Gold und Silber ließen keinen Zweifel an der blaublütigen Herkunft ihres Besitzers.

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Wie die Tasche zu ihren Henkeln kam

Einen großen Schritt nahm die Tasche indes mit der Reticule, polemisch auch »Ridicule« getauft, welche erstmals in der Hand getragen wurde und sich aus dem weiblichen Handarbeitsbeutel des Biedermeiers entwickelte. Die heute bekannten Griffe gelangten wiederum im Zuge ihrer neuen Funktion als Reisebegleiter an die Tasche und besiegelten um circa 1875 vorerst auch das Ende der Herrentasche.

Die Herrenmode des 19. Jahrhunderts übte sich in Zurückhaltung – sachlich und gediegen zeigte sich der Gentleman und vor allem ohne Tasche. Erst im 20. Jahrhundert kehrte die Herrentasche wieder in die Garderobe zurück und ist seitdem ein fester Bestandteil unter den männlichen Accessoires.

Mittlerweile steht dem modernen Gentleman eine umfangreiche Auswahl an Taschen zur Verfügung. Ob klassische Aktentasche, modische Umhängetasche oder leichte Dokumentenmappe entscheiden in erster Linie der Anlass und der persönliche Geschmack.

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