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Sep 20

Klassische Erfolgsgeschichte – der Manschettenknopf

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Für viele Herren sind Manschettenknöpfe alles andere als nebensächlich. Im Business setzen sie persönliche Akzente und komplettieren zum gehobenen Anlass den formellen Dresscode. Doch woher kommt der Manschettenknopf eigentlich? Schmuckexpertin Christiane Scharrer-Sieb nimmt uns mit auf einen Streifzug durch die schillernde Geschichte des Manschettenknopfs.

Barock: Die Geburt des Manschettenknopfs

Die Geschichte des Manschettenknopfes steht in enger Verbindung zur Entwicklung des Herrenhemdes. Bis in die Gotik trug Mann das Hemd lediglich als eine Art Unterhemd. Ab dem 15. Jahrhundert wurden Hemdkragen und Manschetten jedoch als Möglichkeit der Dekoration entdeckt. In diesem Zuge kamen auch Rüschen und Spitzen in Mode. Jene sehr üppigen Manschetten schloss man zunächst mit einfachen Seiden- oder Schnürbändern.

Im Frühbarock etablierten sich schließlich die ersten Metallknöpfe, die noch über eine Kette miteinander verbunden waren. Sehr schnell erkannten Goldschmiede das Potential in diesem zunächst nur zweckmäßigen Gegenstand und fertigten für ihre Kunden auch Manschettenknöpfe aus kostbaren Materialien an, besetzt mit Edelsteinen, Perlen oder kunstvollen Verzierungen.

Biedermeier: Manschettenknopf als Stilelement

In der Biedermeierzeit waren Rüschen und Spitzen nur noch Teil der Abendgarderobe. Der Herr von Stand griff tagsüber zum strengeren Vorläufer des Herrenanzugs. Die Hemden erhielten nun vorwiegend glatte, reduzierte Armmanschetten. Der Manschettenknopf trat damit noch stärker in den Fokus der Aufmerksamkeit.

Wurde die Hemdmanschette des einfachen Mannes, die sogenannte „Barrel Cuff“, nun mit einem Knopf geschlossen, entwickelte sich für den vornehmen Herrn die Doppelmanschette, auch als „French Cuff“ bekannt. Letztere wurde in der Regel mit einem kunstvollen und abnehmbaren Manschettenknopf geschlossen und betonte nun auch den persönlichen Stil des Trägers.

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Moderne: Ausdruck des persönlichen Geschmacks

So ist es bis heute geblieben: Der Manschettenknopf zählt – neben Uhr und Ehering – zu den wenigen, akzeptablen Schmuckstücken des Gentlemans. Die Vielfalt der Formen, Dekore und Mechanismen des Manschettenknopfes bietet reichlich Platz für persönliche Vorlieben und Geschmack. Die ursprüngliche Kette zwischen beiden Knöpfen ersetzten Goldschmiede im Laufe der Zeit durch einen Steg, der zumindest in den USA im 20. Jahrhundert durch den Kappknebel abgelöst wurde.

In England und Frankreich gilt diese Weiterentwicklung allerdings als weniger beliebt bzw. elegant, bevorzugen britische und französische Gentlemen nach wie vor die aufwändigen, doppelseitigen Manschettenknöpfe. Diese haben nicht nur eine Schauseite, sondern sind auf beiden Seiten der Manschette gleichermaßen verziert und mit Kette oder Steg verbunden.

Als Basis für das zeitlose Herren-Accessoire sind Maßhemden, aber auch hochwertige Hemden bekannter Hersteller bestens gerüstet und bieten von vornherein größere Knopflöcher für Manschettenknöpfe in den üblichen Größen.

Manschettenknöpfe – edler Herrenschmuck

Da der Manschettenknopf viel über Stil und Individualität des Trägers verrät, sollte jenes Accessoire vor allem zum feierlichen Anlass mit Bedacht gewählt werden. Natürlich gibt es die Klassiker wie den Goldknoten, in Edelmetall gefasste Zuchtperlen oder auch runde Knöpfe mit graviertem Monogramm oder Wappen.

Einzigartig sind allerdings antike Exemplare aus dem Art déco oder frühen 20. Jahrhundert. Jene Manschettenknöpfe sind besetzt mit Perlmutt, Diamanten, Onyx oder Farbsteinen. Als historische Objekte sind jene Manschettenknöpfe wertvolle Einzelstücke und dadurch an Individualität kaum zu überbieten. Bei guten Antikschmuckhändlern – auch im Internet – finden sich diesbezüglich wundervolle Objekte. Stöbern lohnt sich!

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Die Autorin:

gastbeitrag_scharrer-siebChristiane Scharrer-Sieb hat ihre Leidenschaft für antiken Schmuck und ihre jahrzehntelange Erfahrung im Kunsthandel in ihrem Online-Shop „Halsbandaffaire“ zusammengeführt. Im Gentleman-Blog informiert sie über die Historie, Bedeutung und den stilvollen Einsatz von klassischen Herren-Accessoires.



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2 Responses to “Klassische Erfolgsgeschichte – der Manschettenknopf”

  1. Tobias sagt:

    Manschettenknöpfe, Krawatten und Fliegen finde ich klasse! Ich verstehe nur nicht, wieso neben dem Manschettenknopf nur Uhr und Ehering zu den akzeptieren Accessoires zählt? Krawatten und Fliegen sind doch auch gern gesehen …?

  2. Markus sagt:

    @Tobias: Ja klar, und die Elmantine? diese französische Juwel.

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