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Okt 11

Zu Besuch beim Business-Coach

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Coaching. Früher vor allem Top-Managern vorbehalten, bieten mittlerweile immer mehr Arbeitgeber ihren Mitarbeitern Schulungen zur beruflichen und persönlichen Weiterbildung an. Doch woher stammt der Coachinggedanke überhaupt? Gastautorin Birgit A. Eggerding ist nicht nur Knigge-Expertin, sondern auch ausgebildeter Businesscoach. Für uns erklärt sie, was es mit dem zunehmenden Coaching-Trend auf sich hat, und inwieweit sich die berufliche Beratung im Laufe der Zeit verändert hat.

Die Geschichte des Coachings

Coaching ist zu einem modernen Konzept der persönlichen und beruflichen Weiterbildung avanciert. Für eine Begriffsklärung werfen wir einmal einen Blick auf seine Ursprünge: Der Terminus „Coach“ stammt aus dem Englischen und existiert schon seit dem 16. Jahrhundert. Die Übersetzung „Kutsche“ oder „Wagen“ beschreibt ein Vehikel, das es den Menschen ermöglicht, sich schneller fortzubewegen als zu Fuß und somit effizienter, ein Ziel zu erreichen. Im übertragenen Sinne handelt es sich um ein Hilfsmittel zur persönlichen Weiterentwicklung.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde den Studenten an englischen Universitäten erstmals ein Tutor zugeteilt, der im Studentenjargon als „Coach“ bezeichnet wurde. Mit einem solchen Coach an ihrer Seite erzielten die Studenten in kürzester Zeit beachtliche Erfolge. Im Laufe der Jahre erkannte man zudem, dass auch die Leistungen eines Sportlers zu einem erheblichen Teil von der mentalen Verfassung abhängig waren. Daraufhin bekamen immer mehr Spitzensportler einen Coach zur Seite gestellt.

In den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts übertrug man das Coaching-Prinzip aus dem Sport ins Berufsleben, wo es sich in den USA als ein mitarbeiterorientierter Führungsstil nach der Formel „Fördern und Fordern“ etablierte.

Vom Managementtraining zur Personalentwicklung

Die heutige Arbeitswelt unterliegt einem stetigen und schnellen Veränderungsprozess. Die Anforderungen an Führungskräfte, aber auch an Mitarbeiter sind in den letzten Jahren gestiegen. Um den Bedürfnissen der modernen Arbeitswelt gerecht zu werden, ist es sinnvoll, sich der professionellen Methoden der Motivation und Potentialentwicklung zuzuwenden.

In Deutschland war der Zugang zum Coaching zunächst nur Top-Managern vorbehalten und konzentrierte sich hauptsächlich auf deren Sozialkompetenz. Heute wird Coaching als ergänzende Maßnahme zur Personalentwicklung eingesetzt und ist schon lange nicht mehr nur in den Führungsetagen üblich.

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Coaching – Hilfe zur Selbsthilfe

Heutzutage bedienen sich immer mehr Arbeitnehmer der immateriellen Ressource »Coaching«. Der Klient (Coachee) gibt dabei das Ziel der Reise vor, also die Bereiche, in denen er sich weiterentwickeln, beziehungsweise was er erreichen möchte. Der Coach unterstützt ihn dabei, dieses Ziel zu erreichen. Das Credo: Hilfe zur Selbsthilfe.

Durch gezieltes Fragen fördert der Business-Coach verborgene Potentiale seines Klienten zutage. Mit einer Vielzahl von Tools und Methoden versetzt der Coach den Coachee in die Lage, auf sein Ziel strukturiert und professionell hinzuarbeiten.

Coaching ist immer ein freiwilliges Arbeiten, dass in einem vertraulichen Rahmen (unter vier Augen) durchgeführt wird. Es ist auf das Erreichen der Ziele des Klienten sowie dessen Eigenverantwortung hin ausgerichtet. Erst die Selbsterkenntnis des Coachee ermöglicht Veränderungsprozesse. Sie verschafft ihm eine Vielzahl von Wahl- und Handlungsmöglichkeiten, die er alleine vermutlich in vielen Fällen kaum hätte erkennen können.

Coaching ist kein Freundschaftsdienst

Zwischen dem Coach und dem Klienten besteht eine professionelle Beziehung. Coaching ist eine Dienstleistung gegen Vergütung, kein Freundschaftsdienst. Die Themenfelder eines Coachings umfassen die ganze Bandbreite des menschlichen Daseins – und so unterschiedlich die Themen, so unterschiedlich sind auch die Arbeitsweisen.

Ein Coaching wird in Anspruch genommen zur Umsetzung von Veränderungsvorhaben oder in Krisensituationen sowie in berufsbedingten Herausforderungen. Aber auch bei emotionalen oder anderweitigen Problemen im Berufs- oder Privatleben.

Wertfreies Feedback für zielorientierte Veränderung

Ein Coach gibt dem Klienten immer ein wertfreies Feedback. Coaching versucht nicht, am Problemverhalten anzusetzen. Vielmehr wird die dem Verhalten zugrundeliegende Absicht identifiziert und neue Möglichkeiten und Wege der Umsetzung herausgearbeitet. Coaching hilft, emotionale Zustände aktiv zu steuern, um so die Handlungsfähigkeit des Klienten zu verbessern.

Fazit: Das Ziel eines Coachings ist es insgesamt, Denkmuster aufzubrechen, um dann eine Veränderung herbeizuführen. Eine Unterstützungsleistung, die den Mitarbeitenden persönlich und damit auch das Unternehmen gleichermaßen vorwärtsbringt.

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Die Autorin

gastbeitrag-eggerdingBirgit A. Eggerding ist ausgebildete Kommunikationstrainerin, Businesscoach, Knigge-Expertin und Vizepräsidentin des Bundesverbandes Farbe, Stil, Image e.V. Im Gentleman-Blog vermittelt sie praxisnahe Lösungsansätze für das Verhalten in herausfordernden Lebenslagen.



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One Response to “Zu Besuch beim Business-Coach”

  1. Phillip sagt:

    Festgesetzte Denkmuster alleine zu ändern ist oft sehr schwierig, das stimmt! Sehr schöner Artikel Frau Eggerding.

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