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Dez 20

Das (un)trennbare Paar – Lackschuh & Smoking

Der Dezember ist häufig auch die Zeit für besondere Anlässe. Ob ein offizieller Empfang, eine gehobene Weihnachtsfeier oder auch die bevorstehende Silvesterparty mit der Bitte um den »Black Tie« – bei manchen Veranstaltungen ist eine elegante Garderobe obligatorisch. Unerschütterlich behauptet sich jedoch das Gerücht, der glamouröse Lackschuh gehöre zum Smoking wie Pech zum Schwefel. Der Gentleman-Blog zeigt, wann jener schillernde Herrenschuh tatsächlich unverzichtbar ist.

Von der Etikette zum Mythos – Lackschuh & Smoking

Bei einer Einladung zur Gala oder einer ähnlich festlichen Abendveranstaltungen mit der Bitte um den »Black Tie« greift ein Gentleman traditionell zum Smoking. Als vermeintlich obligatorischer Begleiter wird häufig ein eleganter Lackschuh gehandelt, dabei ist dies ein weit verbreiteter Irrglauben. Zweifellos erfordert die klassische Etikette passend zum Smoking auch ebenso elegantes Schuhwerk. Doch ist damit nicht zwangsweise der klassische Schnürschuh aus Lackleder gemeint. Heute wie damals hat der Lackschuh einzig und allein zum Frack nebst »White Tie« noch Pflichtcharakter und das aus gutem Grund – man denke nur an die fabelhaften Auftritte von Fred Astaire in der zuvor erwähnten Kombination.

Traditionalisten greifen beim Smoking stattdessen zum Opernpumps, auch als »Escarpin« bekannt. Der weit ausgeschnittene Schlupfschuh mit der markanten Seidenschleife auf dem Vorderblatt geht bereits auf die höfische Mode im 18. Jahrhundert zurück und zählt damit zu einer der traditionsreichsten Konstanten im männlichen Dresscode. Noch heute zeigen sich einige Herren zum Smoking in eben jenen auffälligen Opernpumps aus feinstem Kalbsleder, während sie sich zum Frack für das spiegelglatte Lack-Gewand entscheiden. Eine überaus stilvolle Wahl, die allerdings eine gewisse Souveränität erfordert. Immerhin wird eine Seidenschleife heute weniger als typisch männliches Accessoire assoziiert.

Elegante Schuhalternativen zur Abendgarderobe

Vermutlich aus diesem Grund hat sich im Laufe der Zeit alternativ zum offenen Tanz- und Galaschuh der klassisch schwarze Oxford in der Abendgarderobe durchgesetzt und wird – in Anlehnung an den Opernpumps – häufig in der schillernden Lackleder-Variante getragen. Der traditionsreiche Schnürschuh gilt heute weltweit als einer der elegantesten Herrenschuhe überhaupt und steht dem Opernpumps in puncto Anmut in nichts nach. Doch wollen wir den Mythos um die untrennbare Kombination von Smoking und Lackschuh ein für alle Mal Lügen strafen: Das Arrangement aus Lackschuh und Smoking verströmt unverändert einen glamourösen Flair und huldigt zweifellos dem feierlichen Moment – obligatorisch ist ein Schnürer aus Lackleder zum Smoking jedoch nicht.

Streng genommen beschränkt sich der Einsatz eines Lackschuhs – egal ob als Schnürschuh oder Slipper – auf den Abend und ferner sogar auf geschlossene Räumlichkeiten wie einen Opernball oder eine Dinner-Party. Bei Tagesveranstaltungen im Freien wirkt jener förmliche Herrenschuh in der Regel deplatziert – zu einem solchen Anlass wäre im Übrigen auch der Smoking oder Frack eher Fehl am Platz, möchte man zumindest der traditionellen Etikette Respekt zollen.

Lackschuh – das Relikt vergangener Zeiten?

Der Gentleman des 21. Jahrhunderts beweist in der Wahl seiner Abendgarderobe und passenden Accessoires zeitgemäße Vielseitigkeit. Warum sollte er auch nicht? Immerhin bietet ihm der moderne Dresscode ein umfangreiches Repertoire an eleganten Schuhklassikern, die auch zum Black und White Tie überzeugen. Eine adrette wie auch dynamischere Schuhwahl ist beispielsweise ein Oxford mit charmanter Zehenkappennaht. Eine Nuance weniger formell, begeistert jener Captoe Oxford auch nach dem feierlichen Anlass im Alltag. Herren mit einem kräftig ausgeprägten Spann müssen sich ferner nicht der Etikette zuliebe in einen klassischen Oxford zwängen – ein schwarzer Plain Derby, der perfekt am Fuß sitzt, bietet nicht nur ein höheres Maß an Bequemlichkeit, sondern wirkt dank der ansprechenden Passform auch eleganter als ein schlecht sitzender Oxford.

Die beschriebene Auflockerung der traditionellen Etikette bedeutet keineswegs, dass der klassische Lackschuh seinen Platz im modernen Dresscode verloren hätte. Gewiss sind die Gelegenheiten für den schillerndsten aller Herrenschuhe spärlich gesät, bedenkt man, dass Lackleder für den alltäglichen Gebrauch deutlich zu formell und obendrein zu empfindlich ist. Umso beeindruckender entfaltet sich sein außergewöhnlicher Charme, wenn die Stunde dieses faszinierenden Herrenschuhmodells einmal gekommen ist. Als Faustregel gilt: Zum Smoking kann, zum Frack muss es der Lackschuh sein – einzig die elegante Ledersohle ist in beiden Fällen unerlässlich.

Fotos: schoenhaesslich.de

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